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Herzblatt-Geschichten : Neues von Jido Fister Filly

Guido Westerwelle oder doch eher „Jido Fister Filly“ Bild: dpa

Guido Westerwelle heißt plötzlich anders. Rainer Calmund will ein Kind adoptieren. Inka Bause kann kleine Füße nicht leiden - bitte, lachen Sie mit!

          Am liebsten lesen wir in der Bunten die politischen Stücke. Wie die Kollegen es da schaffen, die Macher als Menschen zu zeigen, harte Fakten und Unterhaltung mit leichter Hand zu verweben - das ist bestes Infotainment. Brillant zum Beispiel die Einleitung zum Bericht über die Mongolei-Reise von Angela Merkel. Wie interessiert man einen Bunte-Käufer, der östlich von Augsburg lebt, für einen 1,5Millionen Quadratkilometer großen, staubigen Zeltplatz in Asien? Genial einfach: indem man ihm erklärt, was dieses Land mit seiner Heimat verbindet.

          Östlich von Augsburg nämlich komme es „immer wieder zu einem besonderen Phänomen: Kinder werden mit einem sogenannten Mongolenfleck geboren.“ Und wie gelangte die Disposition für diese Pigmentstörung ins Erbgut der Teutonen? Richtig geraten: durch „kriegslüsterne Reitervölker aus der Tiefe Asiens“, die zweimal bis ins Herz Europas vorstießen.

          Rainer Calmund und seine dritte Frau Sylvia wollen ein Kind adoptieren Bilderstrecke

          Mindestens ebenso verzichtbar wie die Mongolei dürfte dem Yellow-Press-Leser der Sudan erscheinen, aber auch hier verbindet die Bunte-Redaktion ihren Bildungsauftrag aufs Schönste mit dem Gespür für Spaßig-Anekdotisches. In Khartoum habe eine Zeitung namens „The Democrat“ den Namen unseres Außenministers aufs Possierlichste verunstaltet, ist unter den Kurznachrichten zu lesen: Statt als Guido Westerwelle habe der Unglückliche dort als „Jido Fister Filly“ firmiert.

          Calmunds leichte Kost

          Kurz überlegen wir noch, was die Presse in Khartoum wohl über Staatsbesuche von Entwicklungsminister Dörk Nibble oder Arbeitsministerin Yoursella Wonder Lion schreiben würde, aber dann haben wir genug von der Politik und wenden uns wieder leichterer Kost zu: Reiner Calmund (ha-ha, haben Sie den Witz bemerkt?) und seine dritte Frau Sylvia wollen ein Kind adoptieren, weiß die Neue Welt. Wir loben das sehr, denn wenn der lustige Dicke wieder mehr mit Erziehungspflichten beschäftigt ist, verzichtet er vielleicht darauf, ständig Scherze über seinen Körperumfang auszustoßen oder uns mitzuteilen, dass es „allererste Sahne“ sei, mit Sylvia Liebe zu machen.

          Womöglich werden bald auch aus Monaco Adoptionsgerüchte zu hören sein, denn wenn die Neue Welt nicht irrt, hat Fürstin Charlene Mühe, den reproduktionsbiologischen Anforderungen ihrer Stellung zu genügen. „Die französische Presse behauptet sogar, Charlene hätte eine Hormonbehandlung gehabt! Artikel zehn der Verfassung wurde eigens geändert.“ Unsere Empörung darüber, dass ein moderner europäischer Staat seine Landesmutter per Gesetz zur Fruchtbarkeitssteigerung nötigt, erwies sich beim Weiterlesen gottlob als grundlos: Es ging um die Änderung der Bestimmung, dass nur ein erstgeborener Junge den Fürstentitel erben darf.

          „Die Kollegen lachen über dich“

          Inka Bause wiederum wäre eine Hormonbehandlung zu empfehlen, die ihr Augenmerk auf die wirklich wichtigen Körperteile eines Mannes lenkt. Im Gespräch mit der Neuen Welt ließ die frisch vom Freund getrennte TV-Moderatorin seltsame Präferenzen bei der Partnerwahl erkennen: Ihr nächster Geliebter dürfe ruhig einen dicken Bauch, eine Glatze und eine Warze auf der Nase haben, aber bloß keine kleinen Füße. Sofort fällt uns ein Witz ein, der so irre komisch ist, dass er glatt von Reiner Calmund sein könnte: Kommt Inka Bauses neuer Freund von der Arbeit. „Inka, die Kollegen lachen über mich, weil ich so große Füße habe.“ - „Quatsch, stell die Schuhe in die Garage und komm essen!“

          Getrübt von Tränen der Heiterkeit fällt unser Blick auf eine Anzeige im Echo der Frau, die uns schlagartig die gute Laune verdirbt. Ein „Katzen-Board mit automatischer Schleif-Funktion“ wird da offeriert, und auch wenn im Kleingedruckten zu lesen ist, dass es nur um die Krallen der Katzen geht, überfällt uns in den nächsten Stunden immer wieder die Vorstellung, dass unsere Lieblingstiere auf dieser hässlichen Reibe genauso fies geschliffen werden wie die jungen Soldaten in „Full Metal Jacket“.

          Lachen Sie mit!

          Erst als wir aus der Bunten erfahren, dass Michel Friedman die drohende Insolvenz Griechenlands „nicht hinnehmen“ will, hellt sich unsere Stimmung wieder auf. Zwar verrät der geschmeidige Moderator im nachfolgenden Interview seinen Geheimplan nicht, wir vermuten aber, dass er in der Umgebung von Athen mehrere große Produktionsstätten für Haargel und Bräunungscreme errichten will.

          Womit wir dann doch wieder bei der Politik wären und bei Schmusesänger Seal, der laut der Bunten im Gegensatz zu Hollywoodstar Hilary Swank keinen Grund sieht, sich für einen Auftritt beim Tschetschenen-Diktator Kadyrow zu entschuldigen. „Ich hatte eine großartige Zeit. Es ist immer spannend, in Ländern zu spielen, in denen ich noch nie gewesen bin.“ Wir freuen uns auf die Seal-Konzerte in Teheran, Minsk und Pjöngjang und schließen mit einer weiteren guten Nachricht, die uns die Agentur dapd aus Mexiko übermittelt: „Clowns lachen für den Weltfrieden.“ Bitte, Herr Friedman und Herr Westerwelle, lachen Sie mit!

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