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Herzblatt-Geschichten : Netter Kerl, aber ein bisschen doof

Kurz nach der Geburt ganz knitterfrei: Prinz William und Kate Middleton mit ihrem dritten Kind in London Bild: AFP

William und Kate zeigen ihren Nachwuchs der Presse und die Klatschblätter fabulieren über die neue Thronfolge, außerdem versucht eine wildentschlossene Leserin Harry von der Hochzeit abzubringen und Hardy Krüger lästert über John Wayne.

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          Nun ist es also da, das dritte Baby von Kate und William. „Endlich ist die Katze aus dem Sack!“, freut sich OK! auf seiner Website, was erst mal ziemlich despektierlich klingt, sich aber auf die Bekanntgabe des Namens des Kleinen bezieht. Louis Arthur Charles hat gnädigerweise seine erste Konfrontation mit der Pressemeute verschlafen. Der einschüchternde Auftritt seiner Mutter, die sich gefühlt fünf Minuten nach der Niederkunft strahlend und knitterfrei präsentierte, wurde zwei Tage später zumindest leicht relativiert durch Papa William, der in einer Kirche wegratzte. Wir wünschen der kleinen Großfamilie viel Ruhe und der wackeren Kate ein paar Wochen Verschnaufpause, bevor die Klatschhefte wieder nach verdächtigen Bäuchlein fahnden und von Kind Nummer vier fabulieren.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die älteren Geschwister George und Charlotte müssen derweil nicht nur die neue Konkurrenz hinnehmen, sondern auch noch einen „persönlichen Brief“, den Norbert Loh, sogenannter Hofberichterstatter der Aktuellen, ihnen schreibt. „Ihr werdet diese Zeilen jetzt noch nicht verstehen, aber mein Brief wird ja aufgehoben und ihr werdet ihn irgendwann lesen können“, behauptet er darin, und ganz sicher wird zu dieser Stunde im Palast ein Exemplar der Aktuellen mitsamt Lohs Brief auf ein samtenes Kissen gebettet, um des Tages zu harren, da die kleinen Prinzen es endlich lesen können. Bestimmt werden sie dafür extra Deutsch lernen. „Das Baby wirbelt die Thronfolge durcheinander“, schreibt Die Aktuelle dann noch, obwohl sich Louis unauffällig auf Platz fünf einfügt. Williams Onkel Andrew freilich, raunt das Blatt, „war enttäuscht, weil seine beiden Töchter Beatrice und Eugenie weiter nach hinten gerückt sind“, nämlich auf die Plätze acht und neun. Sollten bald die Thronfolger eins bis sieben auf rätselhafte Weise dahingemeuchelt werden, hätten wir damit schon unsere Verdächtigen. Wobei zumindest die Nummer sieben sich zu wehren wissen sollte, das ist nämlich Andrew selbst.

          Die neue Nummer sechs wiederum bekommt kurz vor ihrer Trauung Post von der Aktuellen-Leserin Stefanie Claus: „Er hatte doch so süße Freundinnen bisher, warum ausgerechnet Meghan?“, klagt sie und warnt: „Harry, wach auf, noch ist es nicht zu spät!“ Wir bezweifeln ja, dass man die Chose jetzt noch klammheimlich absagen könnte, aber Frau Claus ist die Sache ernst: „Du hast eine Frau verdient, die dich auch lieben würde, wenn du Bankkaufmann oder Handwerker wärst!“ Doch hätten Sie, Frau Claus, solch einen Brief auch einem Bankkaufmann oder Handwerker geschrieben? Sind Sie nicht am Ende selbst so eine?

          Ein guter Geliebter hat einen Platz am Esstisch verdient

          Ihr Modell einer offenen Ehe stellen in Bunte Schauspielerin Cheryl Shepard und ihr Gatte Nikolaus Okonkwo vor. „Als ich einer gescheiterten Liebe hinterherweinte, hieltest du mich im Arm und hast mich getröstet“, sagt Shepard, und Okonkwo erinnert sich: „Ich habe Cheryl sogar schon mal gesagt: ,So kannst du mit deinem Geliebten nicht umgehen. Kein Wunder, dass er sich nicht meldet.‘“ Alle Leserinnen, die ihrem Geliebten, wenn der Gatte im Anmarsch ist, nur einen Platz im Schrank oder gar auf dem Balkon anbieten, sollte das beschämen – ein guter Geliebter hat einen Ehrenplatz am Esstisch verdient. Mit etwas Glück serviert der Ehemann dann sogar Kaffee.

          Hält nicht viel von John Wayne: Schauspieler Hardy Krüger

          Nicht sehr freundlich wiederum ist, was Hardy Krüger in Neue Post über den seligen Kollegen John Wayne sagt: „Netter Kerl, aber ein bisschen doof.“ Hoffen wir für Krüger, dass Wayne, wenn sich beide dereinst in den ewigen Jagdgründen wiedertreffen, ihn nicht zum Showdown herausfordert.

          Was würde Krüger wohl über Florian Wess sagen? Der „Trash-Star“, schreibt Die neue Frau, „hat große Ziele! Er will Schauspieler werden. Dafür opfert er sogar seine Liebe zu Botox! Denn auf einmal braucht er seine Mimik.“ Wobei Wess für seine erste Rolle – er spielte „den Kunden einer Schönheitsklinik“ – doch eigentlich starrgesichtig hätte bleiben können.

          Jetzt der Mann im Haus: Mirja du Mont

          Was macht Lindner in Spahns Wohnung?

          Mirja du Mont, die Exfrau von Sky du Mont, spielt jetzt Theater in Dresden und sagt der Aktuellen: „Das ist neu für mich, aber ich bin halt jetzt der Mann im Haus, muss arbeiten. Das macht aber Spaß.“ In der Liebe hingegen, lesen wir, „da ist noch Flaute. Ein neuer Mann ist nicht in Sicht!“ Oder ist du Mont auf diesem Gebiet jetzt ebenfalls der Mann im Haus, und es wäre auch eine Frau willkommen?

          Ein weiterer Neu-Single, Christian Lindner, lebt nun in einer Wohnung, „die dem prominenten CDU-Gesundheitsminister Jens Spahn, 37, gehört“, schreibt Bunte. Und wenn sich jemand wundert, wieso bei einem Bundesminister hinzugefügt wird, dass er prominent sei: Das ist längst nicht mehr selbstverständlich. Fragen Sie doch mal die Herrschaften Müller, Schulze, Braun oder Karliczek.

          Die Ehe noch vor sich hat der prominente Fußball-Weltmeister Mario Götze. Eigentlich, weiß Frau im Spiegel, hätte seine Hochzeit nach der WM auf Mallorca stattfinden sollen, aber Götzes Verlobte Ann-Kathrin Brömmel habe im Fernsehen ihre Erwägungen verraten, das Fest zu verschieben oder abzusagen: „Ich habe viele Gäste, die nicht in der Öffentlichkeit stehen, und die wollen nicht von Paparazzi verfolgt werden.“ Da hätten wir einen Vorschlag: Die beiden könnten doch einfach während der WM heiraten. Da kriegt es dann keiner mit – und so wie es momentan aussieht, dürfte Mario Götze dann auch viel Zeit haben.

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