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Herzblatt-Geschichten : Moderne Monarchen machen Kinder

Milla Jovovich hat ihrer Tochter einen schönen Jungennamen gegeben. Bild: dpa

Peter Weck hat einen verdammten Virus, Kate und William suchen womöglich bald das Weite, und Milla Jovovich hat ihr drittes Kind bekommen. Die neuen Herzblatt-Geschichten.

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          Vergangene Woche erst hatten wir gestaunt über die Entschlossenheit der Klatschpresse, globale Ereignisse auf die hiesige Prominentenszene herunterzubrechen. Freizeitspass etwa nutzte das Coronavirus für die Titelstory „Helene Fischer – Drama vor der Haustür – Wer kann sie jetzt noch schützen?“. Diese Woche präsentiert uns Freizeitrevue, wie man meinen könnte, schon das nächste Corona-Opfer: „Exklusiv – Peter Weck – Dieser verdammte Virus – Sein verzweifelter Kampf gegen die gefährliche Krankheit“, titelt das Heft. Tatsächlich jedoch hat sich Weck nur einen grippalen Infekt zugezogen: „Noch immer klingt seine Stimme belegt, er räuspert sich oft, sagt tapfer: ,Jetzt habe ich mich langsam erholt.‘“ Schön, dass sein verzweifelter Kampf so ein erfreuliches Ende findet.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Noch härter erwischt hat es mal wieder Narumol. Das einstige „Bauer sucht Frau“-Unikum ist ja seit langer Zeit eng verbandelt mit dem Neuen Blatt, dem es ungefähr im Vierteljahrestakt von einem neuen Schicksalsschlag berichten muss. Das jüngste Drama: „Narumol – Unheimliche Lähmung – Sie hofft auf ein Wunder“. Ihr rechter Arm sei „plötzlich taub“, müssen wir lesen: „Ich glaube, ich habe mir die Nerven eingeklemmt.“ Das neue Blatt zeigt sich mitfühlend, aber auch ein wenig doof mit der Frage: „Hast du denn schlimme Schmerzen in deinem tauben Arm?“ Hat sie, gottlob, natürlich nicht. Intellektuell ähnlich bestechend wäre die Frage gewesen: „Kannst du denn gut hören mit deinem tauben Ohr?“

          „Macht Liebe blind?“

          Schwindende Sinne spielen auch im Brief der Bunte-Leserin Renate Schuhmacher aus Frankfurt/Main eine Rolle, die den Fall Meghan und Harry mit dem Satz kommentiert: „Macht Liebe blind?“ Mehr schreibt sie nicht, nur diese drei Wörter. Entweder also mag sie es knapp-pointiert, oder Bunte hat die Praxis, Leserbriefe zu kürzen, hier besonders radikal umgesetzt. Wobei Frau Schuhmacher noch froh sein kann, dass sich Bunte für gerade diese drei Wörter entschieden hat und nicht irgendwelche anderen abgedruckt hat, zum Beispiel „Meghan ist eine“ oder „Mit freundlichen Grüßen“.

          Glaubt man der Aktuellen, wozu freilich kein akuter Anlass besteht, dann haben Meghan und Harry nur den Anfang gemacht: Als Nächste suchen demnach Kate und William das Weite. Angeblich werden sie mitsamt Kindern „schon im März nach Irland fahren, um sich eine Auszeit zu nehmen. Offenbar richten sie sich auf einer Schaf-Farm häuslich ein.“ Wenn das so weitergeht, legt bald noch die Queen höchstselbst ihre Krone ab, um mit Wildpferden durch die Walachei zu tollen. Als Letzter im Palast bliebe irgendwann nur Prinz Andrew zurück, der momentan auch besser daran tut, sich draußen nicht blicken zu lassen.

          600.000 Euro Brief- und Telefonkosten

          Auch an anderen europäischen Höfen läuft manches derzeit nicht ganz rund. Zum Beispiel in Luxemburg, wo der Großherzog und vor allem dessen Gattin ins Visier eines Sonderermittlers geraten sind: Angeblich aufgrund schlechter Behandlung hätten in den vergangenen fünf Jahren „51 von 110 Mitarbeitern gekündigt oder wurden entlassen“, schreibt Bunte, und viel weiteres potentielles Personal dürfte es in so einem kleinen Land ja kaum geben. Dass am Hof jährlich „Brief- und Telefonkosten von sage und schreibe 600.000 Euro“ anfielen, finden wir indes ganz verständlich: Aufgrund der engen Landesgrenzen dürfte schließlich in Luxemburg fast jeder Anruf ein Ferngespräch sein und für beinahe jeden Brief Auslandsporto fällig werden.

          Erfreulicheres hört man aus Monaco: „Fürst Albert & Charlène – Hurra! Die schönste Nachricht des Jahres“, titelt Das goldene Blatt. Über des Fürsten „kunterbunte Familie“ nämlich „wurde jetzt die schönste Nachricht des Jahres bekannt. Denn Charlènes (42) Schatz ist der vielleicht modernste Monarch Europas! Bereits im Mai 2005 erkannte er seine uneheliche Tochter Jazmin Grace (28) an. Und nur zwei Monate später seinen unehelichen Sohn Alexandre (16).“ Werden sich andere Monarchen, die ebenso modern sein möchten wie Albert, nun bemühen nachzuziehen? Werden sie schleunigst all ihre unehelichen Kinder anerkennen oder, sofern keine vorhanden sind, rasch welche erzeugen?

          Schon ihr drittes Kind bekommen hat Model Milla Jovovich: Das Kleine, berichtet In, heißt Osian Lark Elliot Jovovich-Anderson. „,Osian ist ein walisischer Jungenname und wird O-shin ausgesprochen‘, erklärt Milla und schwärmt: ,Sie ist so wunderschön!‘“ Osian Lark Elliot nämlich ist, Überraschung!, ein Mädchen – und muss als insgesamt dritte Schwester nun offenbar all die tollen Jungsnamen auftragen, die die Eltern seit Jahren auf ihrer Liste hatten.

          Eine nicht eben mädchen-, sondern recht männerhafte Einstellung in Beziehungsfragen demonstriert Designerin Sarah Kern, 52. Erst, sagt sie in Gala, habe es mit ihrem jetzigen Partner nicht gefunkt: „Tobi hat graumelierte Haare, ist schon 34. Ich stehe eigentlich auf viel jüngere Kerle.“ Da möchten wir dem Paar eine schöne Zeit zusammen wünschen – jedenfalls so lang, bis Tobi 36 ist und von Kern für einen Jüngeren abgesägt wird.

          Andererseits könnte man es mit der einstigen „Glücksrad“-Buchstabenfee Maren Gilzer halten, die zur Frau im Spiegel sagt: „Alter ist nur eine Zahl!“ Das klingt schön, ist aber leider nicht ganz richtig: Alter nämlich ist zuerst einmal ein Wort.

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