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Herzblatt-Geschichten : Mit Stoiber im Garten

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Bild: F.A.Z.

Der Hang der älteren Herrschaften zu ganz jungen Frauen ist schon schlimm. Doch finden solcherlei Paarungen meist auch noch erstaunlich viel Aufmerksamkeit. Fast so viel wie Stoibers Versprecher.

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          Es interessiert Sie gar nicht, dass der Fußballtorwart Oliver Kahn (37) vorübergehend mit einer jungen Dame (20) ausgegangen ist, die Jasmin heißt, ganz hübsch aussieht und mal Miss Tirol war? Okay, das ist Ihnen grundgleichgültig, aber vielleicht finden ja die finanziellen Begleiterscheinungen solcher Partizipationsprominenz Ihre Aufmerksamkeit: Was muss man eigentlich zahlen, will Bunte von Jasmins Managerin wissen, wenn man die junge Dame zwei Tage für ein Fotoshooting buchen will?

          „Zwei Tage? Nur Kleider, keine Bikinis?“, fragt die Managerin, rechnet nach und sagt: „4000 Euro.“ Ah ja, und wie war das vor der Geschichte mit Kahn? „800 Euro am Tag.“ Donnerwetter, denken Sie sich jetzt, da könnte sich doch auch Ihre Tochter mal zur Miss Nördliches Ostwestfalen wählen und sich anschließend mit einem Promi blicken lassen. Beispielsweise mit Dieter Bohlen.

          Hotelzimmer und Champagner

          Der steht eigentlich gar nicht so auf junges Gemüse, hat er dem stern anvertraut: „Es ist nur so, wenn ich abends weggehe, stehen da lauter 25-jährige Mädels.“ Und da nimmt er sich halt eine Fünfundzwanzigjährige, das kann ihm ja niemand verdenken. Übrigens ist seine neue Freundin Carina sogar erst 23, weshalb der stern dem 53 Jahre alten Bohlen die fiese Frage stellt: „Was würden Sie sagen, wenn Ihre 17-jährige Tochter mit einem 30 Jahre älteren Kerl ankäme?“ Doch Bohlen antwortet klug: „Was nützt ihr ein 19-jähriges Arschloch?“

          Ach, der Hang der älteren Herrschaften zu ganz jungen Frauen ist schon schlimm. „TV-Star“ Julia Thurnau (33), Ihnen allen aus der Qualitäts-Serie „Die Alpenklinik“ bekannt, stöhnt auf ihrer Flucht vor der Besetzungscouch in Das Neue Blatt über die Männer: „Die wollen nur 'ne ganz Junge: Vom Körper schon Frau, im Kopf noch ein Mädchen. Wenn man da eine eigene Meinung hat, machen die sich doch in die Hose.“ Schon mit zwanzig sammelte sie entsprechend schlechte Erfahrungen: „Ein Regisseur hat mich mal zum Casting eingeladen. Der hat gleich ein Hotelzimmer und Champagner bestellt.“

          Fliegende Zahnspangen

          Ach, denken jetzt unsere männlichen Leser, die wir wie immer sehr gut einschätzen können: „Warum bin ich nicht Regisseur geworden oder hätte wenigstens zur Unterstreichung meiner Bedeutung ein paar Bodyguards, die vor und hinter mir herlaufen und einen Knopf im Ohr haben und mich vor kreischenden Mädchen mit Frauenkörpern schützen?“ Aber dann fällt Ihnen doch wieder ein, dass Sie als Steuerfachanwalt relativ selten mit solcher Frauenleidenschaft konfrontiert werden und andere dringender eines Leibwächters bedürfen. So sieht es in Bunte auch Thomas Gottschalk: „Für Tokio Hotel ist es ein echtes Problem, jederzeit von einer fliegenden Zahnspange getroffen werden zu können - und Jennifer Lopez würde ohne Bodyguards wahrscheinlich dauernd in den Hintern gezwickt.“

          Auch der Schauspieler Armin Rohde könnte, folgt man seiner Selbstdarstellung, schon einmal zum Zwicken neigen, er beschreibt sich in Revue als übermütiges Mannsbild: „Ich glaube, ich würde es mit mir nicht aushalten. Manchmal bin ich mir selbst zu anstrengend.“ Auch mit Jacques Chirac verheiratet zu sein, kann kein reines Vergnügen sein. Erstens nennt er Gattin Bernadette „tortue“, Schildkröte. Und zweitens hat er frauenmäßig ja wohl nie etwas anbrennen lassen. Aber wie lässig seine Gattin damit umgegangen ist - Chapeau! Revue: „Dass Jacques ein Frauenheld war, hat die wohlerzogene Bernadette mit der Haltung, die in ihren Kreisen üblich ist, ertragen. ,Die Frauen wechselten wie im Galopp', sagte sie, aber an Scheidung habe sie nie gedacht.“ Übrigens hat Madame als Tochter des Hochadels nie Kochen gelernt. Einmal, zu Beginn der Ehe, wollte sie ihrem Mann ein Omelett braten und haute die Eier samt Schale in die Pfanne.

          Ein Wort der Rührung

          Jetzt eine Frage an dich, Nadja Abd El Farrag (42), geborene Naddel. In Revue sprichst du von deiner neuen Liebe und deiner kommenden Karriere als Volksmusiksängerin, das ist alles schön und gut. Dann aber sagst du etwas Rätselhaftes: „Früher war ich für alle nur ,Naddel, das kleine Dummchen'.“ Und heute? Das große Dummchen?

          Zum Schluss ein Wort der Rührung. Allmählich naht ja die Zeit, da Edmund Stoiber aus der Politik scheidet. Das erfüllt unser Herz schon heute mit Wehmut. Wie werden wir seine Stolpersätze vermissen, vor allem, wenn es ums Blumenhinrichten und um Gärtnerspiele mit seiner Frau geht, bitte sprechen Sie jetzt laut mit: „Wenn ich da mal eine halbe Stunde, 'ne Stunde oder zwei Stunden am Sonntag im Garten sitz, und es ist einigermaßen gutes Wetter, da tanke ich Kraft, und ich hab's mir angewöhnt, dass ich jeden Tag in der Früh in den Garten schau und da vielleicht eine Blume hinrichte oder aufrichte, ja, und a bissel mähen tu ich, und ansonsten sag ich meiner Frau, was ich alles tun würde, und dann macht sie es beziehungsweise mit dem Gärtner zusammen.

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