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Herzblatt-Geschichten : Kein Platz für alte Knacker

Für den Vater gibt es Bewährtes: Gloria-Sophie Burkandt, Tochter Markus Söders Bild: dpa

Wer schenkt Markus Söder stets Krawatten? Hält ein Weihnachtsbaum ein Jahr? Folgen dem Wendler nur noch Klatschreporter? Die Herzblatt-Geschichten.

          3 Min.

          Schon Monate vor dem Weihnachtsfest wird bei vielen Familien hart verhandelt, wer die Feier ausrichten soll: Ist jetzt Claudia dran oder Steffi? Für Claudia – oder Steffi – ist das jedes Mal großer Stress, auch weil Oma bei der Weihnachtsdeko und Opa beim Rotkohl so mäkelig sind. Das allerdings ist nichts im Vergleich zu dem, was wir in Gala unter Berufung auf eine Palastquelle lesen: „Wie jedes Jahr reist die engste Verwandtschaft nach Norfolk, wo derzeit rund 100 Angestellte alles vorbereiten. Die gleichen Vorkehrungen, so berichtet der Palast-Insider, würden auf Schloss Windsor getroffen – falls Ihre Majestät sich im letzten Moment doch noch für diese Residenz entscheiden sollte.“ Das hieße: Claudia und Steffi müssten je eine Weihnachtsfeier vorbereiten, und eine von beiden bliebe auf ihrer Gans sitzen. Frohes Fest dann auch!

          Jörg Thomann
          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Für die Palastangestellten in Windsor und Norfolk hoffen wir jedenfalls, dass ihre Vorbereitungen noch nicht allzu weit gediehen waren, das royale Familientreffen ist jetzt nämlich abgesagt worden. Man befürchtete, dass neben der Omi mit der Krone auch Omikron kommt, und ja, für dieses Wortspiel möchten wir uns aufrichtig entschuldigen.

          Miese Frauenquote

          Seit Längerem am Dekorieren ist Schlagerstar Andy Borg: „Schon vor dem 1. Advent schleppe ich Kisten aus dem Keller hinauf und dekoriere das Haus von oben bis unten“, erzählt er dem Neuen Blatt; er habe „circa 50 Nussknacker und Räuchermännchen im Laufe der vielen Jahre auf den Christkindlmärkten zusammengetragen“. Das erstaunt, weil Borg erst vor einer Woche gegenüber dem Goldenen Blatt behauptet hatte, er habe „150 Nussknacker – und seit letztem Jahr sogar die erste Nussknackerin“. Sollte er in einer Woche 100 Stück verschlampt haben? Vielleicht hat aber auch die frisch erworbene Holzfrau durchgesetzt, dass ein Großteil der alten weißen Knacker entsorgt wird, damit die Frauenquote nicht gar so verheerend schlecht ist.

          Noch immer Männerdomäne:  Nussknacken
          Noch immer Männerdomäne: Nussknacken : Bild: dpa

          Einen bequemeren Weg beschreitet Borgs Kollegin Marina Marx. „Mein Weihnachtsbaum steht zwölf Monate aufgebaut in meinem Wohnzimmer“, beichtet sie Woche heute. „Leider kann ich ihn sonst nirgends unterbringen – und um ehrlich zu sein, bin ich auch ein bisschen faul, ihn jedes Jahr aufs Neue wieder auf- und abzubauen.“ Da hoffen wir sehr, dass Marxens Tanne nur aus Kunststoff ist. Und dass die Sängerin an Heiligabend nicht über das neben dem Weihnachtsbaum platzierte Nest mit den Ostereiern sowie über den Halloween-Kürbis stolpert.

          Ein heikler Punkt an Heiligabend sind stets die Geschenke. Eine pragmatische Lösung hat Gloria-Sophie Burkandt gefunden, Model und Tochter Markus Söders: „Am Geburtstag und zu Weihnachten kauft sie ihm ,jedes Jahr eine blaue Krawatte‘“, lesen wir in der Bild-Zeitung. Und wenn der Papa das ebenfalls liest, ist dieses Jahr leider die ganze Überraschung kaputt.

          Doch keine Klobrille

          Edith S. aus Ettlingen, Leserin des Neuen Blatts, schreibt in einem Brief: „Ich wäre enttäuscht, wenn mir mein Mann so ein Geschenk gemacht hätte wie Frank Plasberg seiner Frau Anne“ – und zwar, wir berichteten, eine „handgeschnitzte Klobrille für die Schiffstoilette“. Edith S.: „Mir persönlich wäre ein Schmuckstück entschieden lieber gewesen.“ Herr S. aus Ettlingen, falls Sie hier mitlesen und gabenmäßig auf Plasbergs Spuren wandeln wollten: Hoffentlich können Sie das gute Stück noch zurückgeben. Oder es in einen Nussknacker umarbeiten lassen.

          Kein Romantiker ist Schauspieler Peter Heinrich Brix. „Ich glaube, ich bin auf meine Art aufmerksam“, sagt er Frau im Spiegel. „Blumen bringe ich meiner Frau aber nicht mit. Wenn ich das jetzt plötzlich machen würde, wäre sie doch sehr misstrauisch, ob irgendetwas passiert ist.“ Dann sollte er ihr besser auch nichts allzu Großartiges zu Weihnachten schenken, sonst wird sie auch da wieder misstrauisch.

          Nichts passiert bislang auch auf dem neuen Internet-Angebot des nach Amerika entflohenen Verschwörungsmythologen Michael Wendler und seiner jungen Frau. „Laura (21) und Michael (49) versprechen ihren Fans heiße Filmchen auf dem Erotikportal ,Only Fans‘. Kosten: 30 Euro. Zu sehen gab es bislang nichts. Fiese Abzocke!“, empört sich Das Neue. Bei Schöne Woche kostet der Zugang „satte 31 Euro“. Frage: Wenn man bezahlen muss, um was zu sehen, woher wissen dann all die Blätter, dass man nichts sieht? Kann es sein, dass für Wendlers Schmuddelseite gar keine Fans, sondern nur die Klatschhefte zahlen?

          Logisch, dass wir uns die 30 oder 31 Euro sparen und lieber kostenlos in die heile Welt des „Traumschiffs“ eintauchen, dessen Schöpfer Wolfgang Rademann selbst ungern verreiste: „Urlaub ist völlig langweilig. Ich brauche immer Stress und Aufregung“, hat er laut In gesagt. Wobei einige das mit dem Stress und der Aufregung ja auch im Urlaub gut hinkriegen. Und dann verrät In auch noch, welches die „Richtlinie der Show“ sei: „Keine Gewalt, kein Mord, mäßiger Sex und immer ein Happy End.“ So betrachtet, dürfte es in vielen deutschen Schlafzimmern ganz genauso zugehen wie auf dem „Traumschiff“, bis auf das Happy End vielleicht. In diesem Sinne: Frohe Weihnachten allerseits.

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