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Herzblatt-Geschichten : Ich koch dir Cornflakes

Bei den Beckers geht die Liebe manchmal auch durch den Magen. Bild: dpa

Familiäre Woche bei unseren Herzblättern: Bushido traumatisiert seine Schwägerin Sarah Connor, Wolfgang Joop motzt über den Nachwuchs in der Topmodel-Jury und ein Babystrom flutet Europas Königshäuser.

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          Wie, so fragen wir uns, geht es eigentlich People? Die deutsche Ausgabe des Magazins hatte der Bauer-Verlag im März herausgebracht, um den anderen Klatschheften, wie es hieß, eine „Marke des Vertrauens“ entgegenzusetzen: „Wir verbreiten keine Gerüchte, sondern interessieren uns für die Wahrheit“, ließ der Chefredakteur damals wissen. Seine Worte im Kopf, schauen wir uns das Cover des aktuellen Heftes an, das die Sängerin Sarah Connor zeigt, und lesen: „Schock für ihre Familie – Polizei-Razzia, Haus-Durchsuchung! Wer ihr alles kaputt macht“.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Connor, wir erinnern uns, sorgte vor kurzem dadurch für Aufsehen, dass sie eine syrische Flüchtlingsfamilie bei sich aufnahm, und natürlich denkt der Leser sofort: Na, das scheint ja nicht gutgegangen zu sein. Doch es ist gar nicht Sarah Connors Haus, das durchsucht worden ist – sondern zwei Häuser des Rappers Bushido, der mit ihrer Schwester verheiratet ist. People hindert das nicht daran, eine Sarah-Connor-Story zu basteln: „Unvorstellbar, wenn sie sich selbst mit ihren Kindern zu diesem Zeitpunkt auf einem der Anwesen befunden hätte“, lesen wir. „Was für ein Trauma das für ihre Kinder gewesen wäre!“ Mit solchen Texten präsentiert sich People als ähnlich vertrauenerweckende Marke wie etwa das Bauer-Schwesternblatt Neue Post. Richtig gut geht es dem Heft also offenbar nicht.

          Schock, Trauer und Entsetzen im Hause Connor: Bei Bushido gab es eine Hausdurchsuchung. Was das mit Sarah Connor zu tun hat? Wir wissen es nicht.

          Wirklich gut drauf sind anscheinend die Schweden: „Das ganze Land jubelt: ,Hurra, ein kleiner Prinz!‘“, schreibt Das goldene Blatt. Einen Jungen nämlich sollen Sofia und Carl Philip bekommen, und „ausgerechnet durch die moderne Technik wurde diese Neuigkeit bekannt! Prinzessin Sofia soll sich im Internet wohl ein Buch mit Jungennamen ausgesucht haben. Und das blieb im Bestellzentrum des Internet-Kaufhauses natürlich nicht unbemerkt.“ Fies, bei diesem Internet-Kaufhaus bestellen wir nichts mehr. Übrigens: Wenn Sofia eh schon in diesem modernen Internet unterwegs ist, warum sucht sie die Jungennamen nicht gleich dort, statt sich ein altmodisches Buch zu bestellen?

          Auch Belgien jubelt

          Mit seinem Jubel ist ganz Schweden nicht allein. „Denn seit einigen Tagen jubelt ganz Belgien: ,Hurra, das 5. Baby!‘“, behauptet wiederum Das goldene Blatt. Im Fall von Königin Mathildes vermeintlicher Schwangerschaft hat demnach kein digitales Kaufhaus, sondern eine analoge Angestellte geplaudert: „Die Zofe der Königin erzählt schmunzelnd: ,Ihre Majestät bat mich, die alten Babysachen von Leonore wieder aus dem Schrank zu holen.‘“ Da müssen wir ebenfalls schmunzeln: Wie glaubwürdig ist eine Zofe, die nicht mal den Namen von Mathildes jüngster Tochter kennt? Das Kind heißt Eleonore, nicht Leonore!

          Weil aller guten Dinge drei sind, informiert uns Das goldene Blatt dann noch über die nächste Schwangerschaft der Herzogin von Cambridge, die angeblich gerade eine Geburtsstation eingeweiht hat. „Einer Krankenschwester soll Kate verraten haben, dass sie vielleicht selbst schon bald wieder Patientin auf einer solchen Station sein könnte“, heißt es. „Seitdem ist ganz England“, nein, nicht am Jubeln, sondern nur „im Freudentaumel“.

          Heidi Klum holt sich ihren Guido Maria Kretschmer

          Nachwuchs auch bei Heidi Klum – zumindest in ihrer Topmodel-Jury, wo Michael Michalsky den Platz des zurückgetretenen Seniors Wolfgang Joop einnimmt. „Seine letzte Kollektion lief jetzt nicht überragend. Deshalb ist er bereit, neue Wege zu gehen, und wagt den Schritt in die Unterhaltung“, analysiert Joop, der wissen muss, wovon er spricht, in Intouch. „Mit ihm hat Heidi ja quasi ihren eigenen Guido Maria Kretschmer verpflichtet. Er hat eine typische Berliner Schnauze, die für Stimmung sorgen soll.“ Hatte Heidi, als Joop noch in ihrer Jury war, dann ihren eigenen Karl Lagerfeld? Oder Joop mit Heidi seine eigene Claudia Schiffer? Schwierig.

          Da war die Mode-Familie noch intakt: Wolfgang Joop und Heidi Klum bei der Bambi-Verleihung vergangene Woche

          Apropos Kretschmer: „Erstaunlicher Neustart! Andrea Berg – Gibt sie für Guido alles auf?“, titelt Woche der Frau. Ja, weiß denn die Sängerin gar nicht, dass Kretschmers Blick auf die Damenwelt, wie sollen wir sagen, ein rein geschäftlicher ist? Sie lässt sich dann aber nur demnächst die Kleider von ihm schneidern.

          Boris Becker verzaubert mit Cornflakes

          Verändert hat sich auch Ex-Dschungelkönig Joey Heindle: Er hat sich ein neues Tattoo und dabei, wie Intouch feixt, „tatsächlich einen Rechtschreibfehler unter die Haut stechen lassen“. Statt „every day counts“ – jeder Tag zählt – steht nun „everyday counts“ auf seinem Oberarm, von Intouch übersetzt als „alltäglich zählt“. Vielleicht zählt aber auch in dem Tätowierstudio jedes Wort, und Joey hat, um zu sparen, auf ein Leerzeichen verzichtet?

          Das Königreich im Freudentaumel: Prinz William und Kate wollen noch ein Baby -  zumindest in der Fantasie von „Das goldene Blatt“

          Weitgehend auf Hausarbeit verzichtet, wie Die neue Frau unter Berufung auf seine Gattin berichtet, Boris Becker. „Er hat einmal für mich gekocht“, hat Lilly in einem Interview geklagt, „und da gab es Cornflakes.“ Immerhin. Offen bleibt, ob Boris die Flakes gedämpft, gedünstet oder nach der Sous-Vide-Methode zubereitet hat.

          Es ist aber auch nicht leicht, Frauen eine Freude zu machen. „Ich kann Männern nur raten, Kleider statt Blumen zu schenken“, sagt die Moderatorin Mareile Höppner der Frau im Spiegel. „Das Kleid verwelkt nicht. Und die Erinnerung bleibt.“ Das werden wir uns merken. Und immer, wenn wir mal wieder den Blumenstrauß zum Hochzeitstag vergessen haben, sagen: Wir sparen auf ein Kleid.

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