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Herzblatt-Geschichten : Ein Junge namens Lorch

Was es bei Beckhams heute zu essen gibt – wir wissen es. Bild: dpa

Isst Victoria Beckham seit 25 Jahren das gleiche Gericht? Und kommt Karl Lauterbach zum Impfen bald zu uns nach Hause? Die Herzblatt-Geschichten.

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          Was sich heute in der Gesellschaft geziemt, das kann man überraschenderweise durchs RTL-Dschungelcamp erfahren. Verhandelt wurde dort etwa die Frage: Darf man als Vegetarier in einen Bottich eintauchen, der gefüllt ist mit Fleischabfällen? Designer Harald Glööckler meint, nein – und verweigerte damit eine Dschungelprüfung, bei der ihm dieses Los geblüht hätte. Vom Moderator Daniel Hartwich wiederum lernte Glööckler, dass er, der sich auf dem Flug ins Camp Garnelen und Lachs munden ließ, in Wahrheit nur Pescetarier ist. Und RTL schließlich lernte, dass man für solche Ekelprüfungen stets auch einen Bottich mit Fischabfällen für die Pescetarier präparieren sollte und für die Vegetarier und Veganer einen mit vergorenem Obst und Bananenschalen.

          Jörg Thomann
          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Pescetarierin ist anscheinend auch Glööcklers Kollegin Victoria Beckham, denn sie, wie ihr Gatte David laut Bild-Zeitung in einem Podcast verriet, isst seit 25 Jahren „ausschließlich ein Gericht: gegrillten Fisch mit gedünstetem Gemüse“. Heißt: morgens, mittags, abends und zum Kaffeekränzchen? Wer sich gefragt hat, wieso Beckham so selten lächelt, bekommt hier eine mögliche Erklärung geliefert. Ob sie das Gericht wenigstens ab und zu variiert zu sich nimmt, etwa als gedünsteten Fisch mit gegrilltem Gemüse, oder püriert als schmackhaften Smoothie? Immerhin hat Victoria Beckham für ihre kulinarische Askese ein akzeptables Gericht gewählt, ein Vierteljahrhundert täglich Toast Hawaii oder Labskaus würde uns ärgere Bauchschmerzen bereiten.

          Gehetzter Toaster

          Zumindest Toast steht auch bei Schauspieler Oliver Mommsen auf der Speisekarte. Mommsen führt, wie Das neue Blatt schreibt, „richtige Gespräche mit seinen Küchengeräten“, und sagt: „Man sollte einem Kochlöffel schon einen gewissen Respekt entgegenbringen und auch dem Toaster sagen: ‚Kinners, los, ja mach mal!‘“ So richtig respektvoll finden wir es ja nicht, wenn er seinen Toaster so hetzt. Und bringt es eigentlich was, mit dem Kochlöffel zu reden, wenn er in der Suppe steckt, oder hört er dann nichts?

          „7 Tipps, um mehr Bücher zu lesen“ verdankt In dem Ökonomen Tyler Cowen, der sagt: „An einigen Abenden schaffe ich bis zu fünf Bücher.“ Und zwar unter anderem, weil er einige Seiten auch mal überfliegt: „Wenn Sie im Großen und Ganzen schon wissen, worum es inhaltlich geht, lesen Sie ruhig auch mal quer. Sie werden nichts verpassen“, so Cowen. „Außerdem lesen Sie auf die Art und Weise viel schneller.“ Da wir wussten, worum es geht – ein Mann spaziert durch Dublin –, haben wir auf diese Weise gestern Abend endlich „Ulysses“ geschafft, gut 950 Seiten davon haben wir quergelesen. Angesichts dieses Erfolgs haben wir Cowens andere sechs Tipps dann nur noch überfliegen müssen.

          Bastian Schweinsteiger ging die Geburt seiner Kinder zu schnell.
          Bastian Schweinsteiger ging die Geburt seiner Kinder zu schnell. : Bild: dpa

          Etwas mehr Langsamkeit wünscht sich hingegen Bastian Schweinsteiger. Bei der Geburt seiner beiden Söhne, hat er Frau im Spiegel zufolge gesagt, „da hätte ich gerne die Zeit angehalten“. Schweinsteigers Frau Ana Ivanović sieht das womöglich etwas anders, Frauen kommt so eine Geburt mitunter ja ohnehin recht lang vor.

          Kinder adoptieren Erwachsene

          „Frédéric Prinz von Anhalt (78) sucht vier neue Adoptivsöhne – per Show im US-TV (,Adults adopting adults‘)“, informiert uns Bild und bringt uns ins Nachdenken, ob im Falle des Skandaladligen nicht das Format „Children adopting adults“ zielführender wäre: Mit einem unschuldigen, kindlichen Vormund könnte aus dem alten Herrn vielleicht doch noch was Vernünftiges werden.

          Die frisch verheiratete Paris Hilton will ebenfalls, wie Frau im Spiegel weiß, „so schnell wie möglich Mutter werden“ und hätte für eine Tochter „auch schon einen Namen: London Marilyn. ,Marilyn nach meiner Großmutter und London, weil es meine Lieblingsstadt ist.‘“ Auf den Namen London könnte Hilton problemlos auch einen Sohn taufen, so heißen – ebenso wie Paris – auch Jungs. Gendermäßig stärker festgelegt scheinen uns Rio und Tokio (für Jungen) oder Kalkutta und Philadelphia (für Mädchen). Nach deutschen Städten werden Kinder leider noch nicht oft benannt, dabei gäbe es eine reiche Auswahl: Für Jungen fänden wir Remscheid, Lorch oder Bottrop klangvoll, für Mädchen Grimma, Walsrode und Apolda. Genderneutral hingegen wäre Isny im Allgäu.

          Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD)
          Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) : Bild: EPA

          Sehr gespannt sind wir, wie viele Knaben dieser Tage den Namen Karl erhalten. Politstar Lauterbach hat nicht nur „Freunde und Familie selbst geimpft“, wie er Bunte erzählt, sondern würde diesen Dienst auch Joshua Kimmich erweisen: „Ich biete ihm an, dass ich ihn selbst impfe und über alle Risiken aufkläre.“ Denn, so Lauterbach, ein Politiker, „der nicht in die Praxis geht, obwohl er es kann, macht was falsch“.

          Von uns aus könnte das Kabinett gern in die Praxis, sprich zu uns kommen: Lauterbach könnte uns die Boosterimpfungen vier bis sieben verpassen, Klara Geywitz unsere Wohnung hübsch einrichten, Christian Lindner unsere Steuererklärung erledigen (und sich dabei bitte ein mitleidiges Lächeln verkneifen). Und Cem Özdemir könnte für uns alle was Leckeres kochen, natürlich vegetarisch. Zum Beispiel gegrillten Fisch.

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