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Bleiben unstet: Meghan und Harry suchen ein neues Heim. Bild: Reuters

Herzblatt-Geschichten : Alles, nur nicht peinlich sein

Ziehen Meghan und Harry schon wieder um? Kann man beim Universum Männer bestellen? Und rüstet sich ein Gender-Gendarm für den Kampf? Die Herzblatt-Geschichten.

          3 Min.

          Wie man möglichst romantisch ein Dasein zu zweit startet, das weiß man in Hollywood schon lange. Den jüngsten Antrag hat Schauspieler Josh Dushamel der nun mit ihm verlobten Audra Mari an einem Strand gemacht: „Sie hat die Nachricht in einer Flasche, die ans Ufer gespült wurde, gefunden und JA gesagt“, berichtet die Bild-Zeitung. Wir sind beeindruckt vom Aufwand, den Dushamel da mutmaßlich betrieben hat: Hat er die Meeresströmungen so berechnet, dass die Botschaft auch ja keine andere Frau erreichte? Hat er Mari zum exakten Zeitpunkt an die Stelle geführt, wo das Treibgut eintreffen würde? In Gala stellt sich die Sache freilich profaner dar: Mari „entdeckte die Frage aller Fragen in einer von ihm im Sand platzierten Flaschenpost“. Jetzt sind wir nicht mehr gar so beeindruckt, und wahrscheinlich zählt Dushamel auch zu den Leuten, die den im Tortenstück versteckten Verlobungsring rasch selbst herauspulen, damit ihn die Liebste auch wirklich findet. Immerhin kann sie ihn so dann nicht verschlucken.

          Jörg Thomann
          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Verborgenes aufdecken würden die Klatschblätter nur zu gern bei Helene Fischer, die ihr neugeborenes Kind partout nicht präsentieren mag. Trotzig verspricht Freizeitwoche dennoch „Die ersten Fotos vom Baby-Glück“ und schreibt auf ihr Cover: „So aufregend war die Geburt“. Im Heft finden sich dann aber nur, wie andernorts auch, „Symbolbilder“ irgendwelcher Kinderzimmer und irgendwelcher Babys („So goldig könnte auch ihr kleines Mädchen aussehen“) und logischerweise keine Details zur Geburt. Ganz ähnlich bei Freizeitrevue und ihrer Schlagzeile „Dramatische Geburt! Wie es dem Baby jetzt geht“. Das „wahre Drama“ für Freizeitrevue ist nämlich dieses: „Beinah verkrampft wirkte Helenes stetes Bemühen, nur ja nichts nach draußen dringen zu lassen.“ Und sich „völlig zurückziehen“ aus der Öffentlichkeit, „das kann sie auf Dauer ihrem Kind nicht antun“. Soll heißen: Das kann sie uns von der Freizeitrevue nicht antun. Man möchte Taschentücher reichen.

          Gespaltene Gesellschaft

          Bunte wiederum widmet sich der Frage, ob Fischer eine Hausgeburt hatte, denn auch diese „spaltet“, liebe Güte, „die Gesellschaft“. Kann unser Land neben dem Streit über die Impfpflicht auch noch einen über Hausgeburten vertragen? In Bunte meldet sich dazu die Hebamme Isabelle Tauscher zu Wort: „Eine Hausgeburt ist wie ein geschützter Raum – mit den gleichen Personen und ebenso intim, wie das Kind entstanden ist.“ Wir würden ja denken und eigentlich auch hoffen, dass, als das Kind „entstanden“ ist, einzig Fischer und ihr Partner zugegen waren – und keine speziell geschulten Menschen um sie herumstanden, um notfalls mit vereinten Kräften für ein glückliches Ende zu sorgen.

          Kuckuck, ich bin’s: Heute aber hält sich Helene Fischer bedeckt.
          Kuckuck, ich bin’s: Heute aber hält sich Helene Fischer bedeckt. : Bild: dpa

          Ihr Glück woanders suchen könnten demnächst Harry und Meghan, denn laut Bunte möchten sie ihr „12,4-Millionen-Euro-Anwesen in Montecito“ schon wieder verkaufen. Wie das Paar offenbar erst jetzt bemerkt hat, steht die Villa in einer „Hochrisikozone für Großfeuer und Schlammlawinen“, und „im Viertel sind regelmäßig Braunbären unterwegs“. Einen anderen Umzugsgrund kennt Bild: „Die Sussexes sind von der Macht schlechter Schwingungen überzeugt.“ Doch müssten die dann nicht eigentlich auch die Braunbären abhalten?

          Ratloses Universum

          An gute Schwingungen glaubt Schauspielerin Ursula Karven: „Ihren Mann hat sie beim Universum bestellt, ist sie überzeugt“, schreibt Bunte. Wie so eine Bestellung funktioniert, erklärt Karven selbst: „Den Satz ‚Ich will glücklich sein‘ versteht das Universum nicht. Man muss schon genau sagen, was man will!“ Wir hätten das Universum ja für etwas cleverer gehalten.

          Nicht mit Hilfe des Universums, sondern über Social Media hat seine Freundin Sky du Mont kennengelernt, der Bunte zufolge kürzlich noch sagte: „Ich will auf jeden Fall nicht wieder mit einer Frau zusammenkommen, die 30 Jahre jünger ist als ich.“ Hat funktioniert: Du Mont ist 74, seine Neue 52, das sind nur 22 Jahre dazwischen.

          Momentan partnerlos ist du Monts Kollegin Tina Ruland, die das Gala gegenüber wie folgt ausdrückt: „Ich habe zu Hause keinerlei Stressfaktor mehr.“ Davon genug dürfte sie im Dschungelcamp haben, wohin es sie nun zieht. Über ihren 17 Jahre alten Sohn sagt Ruland: „Ich musste ihm versprechen, auf keinen Fall peinlich zu sein.“ Das dürfte schwierig werden, Siebzehnjährigen sind ihre Eltern ja schon peinlich, wenn sie stumm am Schreibtisch sitzen.

          Supercool sind aber die Titel, die Bild ihren Redakteuren verpasst: Nach der „Finanz-Diva“ gibt es nun auch den „Bild-Strom-Sheriff“, der die Klimapolitik aufs Korn nehmen soll. Da freuen wir uns schon auf den „Renten-Rächer“ und besonders auf den „Gender-Gendarm“, der böse Binnen-Is und Sternchen eliminieren wird.

          Wie man eine gescheiterte Ehe eliminiert, das hat laut Das Neue ein Fernsehsternchen demonstriert, das zweifellos von Hollywood gelernt hat: „Zu Silvester ließ Melanie Müller eine Rakete aufsteigen, an der ihr Ehering befestigt war.“ Beeindruckend, doch gutheißen können wir das nicht: Es herrschte schließlich Böllerverbot.

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