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Herzblatt-Geschichten : Lotter-Alarm und Loddar-Trauma

Ganz ohne Brandspuren: Joanna Tuczynska verließ eine Party „mit gesengtem (sic!) Kopf“, nachdem sich auch ihr Ex Lothar Matthäus inklusive Gattin angekündigten hatte. Bild: dpa

Was man diese Woche nicht wieder alles in der Klatschpresse erfahren durfte: Joanna Tuczynska ergreift die Flucht vor Lothar Matthäus, die Schwiegermama der Schwedenprinzessin kleidet sich schlampig, und die Queen schnorrt bei einem Scheich.

          Man sollte ja nie das Kleingedruckte lesen. Haben wir aber leider getan, und zwar in der Bild-Zeitung die zu Recht oft übersehene „In&Out“-Rubrik, die diesmal der Schauspieler Ralf Moeller bestücken darf. „Out“ ist ihm zufolge „Haare kämmen – Man streicht sich heute nur noch mit den Händen durchs Haar“ und außerdem „Unterwäsche, die beengt – Ich bin unter der Hose gern frei“. Nicht nur kriegen wir jetzt den unter der Hose freien Moeller nicht aus unserem Kopf, wir fürchten auch, dass neben Haare kämmen auch Zähne putzen out sein könnte und „man“ sich heute nur noch mit der Zunge über die Beißer leckt. Brrr!

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Weit weniger schlimm finden wir da den Anblick der Mutter von Chris O’Neill, der mit der Schwedenprinzessin Madeleine verheiratet ist, und die es trotzdem wagt, in London „auch im Schlabberlook und unfrisiert auf die Straße“ zu gehen, wie sich Die Aktuelle empört. „So löst dieser unglamouröse Auftritt von Eva O’Neill regelrecht Lotter-Alarm aus! ,Wie kann Chris’ Mutter nur so schlampig herumlaufen... Ihr Sohn hat in den Hochadel eingeheiratet...‘, heißt es verständnislos“, und man darf davon ausgehen, dass das tatsächlich bedeutet: „... heißt es in der Redaktion von Die Aktuelle“.

          Die Kollegen von In andererseits recherchieren, sobald Bastian Schweinsteigers Herzensdame Ana Ivanovic mit neuer Kette herumläuft, offenbar sogar in ihrer Heimat: „Als sich In in Belgrad umhört, wird schnell klar: ,Er hat ihr mit Sicherheit auch einen Ring geschenkt‘, sind sich Anas Landsleute, mit denen wir gesprochen haben, sicher.“ Kann man ja mal machen, In: Einfach den Serben auf der Straße fragen, der wird sich in die Sache schon einfühlen können.

          Pech im Spiel, Glück in Liebe? Ana Ivanovic

          Ein weiteres Promipaar mit Fußballeranteil könnte es, wie In behauptet, nach Barcelona ziehen, wo man angeblich Ilkay Gündogan verpflichten möchte. Seine Freundin Sila Sahin teilt mit: „Ich würde überall mit Ilkay hinziehen. Wer aus dem schönen Berlin nach Dortmund zieht, geht überallhin.“ Da drücken wir fest die Daumen, dass der Wechsel klappt, in Dortmund nämlich sollte sich Frau Sahin jetzt besser nicht mehr blicken lassen.

          Die Fußballer-Exfreundin Joanna Tuczynska – wie ungefähr die Hälfte aller Fußballer-Exfreundinnen war sie mal mit Lothar Matthäus zusammen – hat derweil vorzeitig die Party eines Fernsehsenders verlassen müssen, und zwar, wie sie in Bild beklagte, weil Matthäus samt aktueller Gattin dort aufzukreuzen gedachte, was er dann aber doch nicht tat. Ein Foto zeigt Frau Tuczynska, wie sie laut Bild die Feier „mit gesengtem (sic) Kopf“ verlässt, obwohl ihre Frisur keinerlei Brandspuren aufweist; möglicherweise hatte der Bild-Texter ja die gesengte Sau im Sinn. So oder so leidet Tuczynska ihren eigenen Worten zufolge unter einem „Lothar-Matthäus–Trauma“, was sie freilich mit den meisten verbinden dürfte, die mal mit dem Mann zu tun hatten, einschließlich seiner selbst.

          Hans Sarpei bei „Let’s Dance“: (K)eine Karriere als Entertainer?

          Ein Trauma droht auch Hans Sarpei, ehemals Fußballspieler und neuer „Let’s Dance“-Sieger, wenn zutrifft, womit OK! sein Cover füllt: „Schock für Hans Sarpei – Enissa hat doch gewonnen – Alles über die dramatische Wendung nach dem Finale“. Hinter der Titelseite nimmt die Sache indes eine höchst undramatische Wendung: Der viertplazierten Enissa Amani bescheinigt „der renommierte Medienexperte Dr.Peter Kruck“ eine „große Karriere“, während er über Sarpei sagt: „Er ist zwar der geborene Entertainer und hat Bewegung im Blut, aber ich kann mir eigentlich kein Format vorstellen, das er übernehmen kann.“ Tja, geborene Entertainer haben es halt schwer in unserer Glamourwelt, ganz im Gegensatz übrigens zu renommierten Medienexperten; die finden immer bei irgendeinem Blättchen ihr Auskommen.

          Warum die Queen auf einen Scheich angewiesen ist

          Der renommierte Frauenexperte Robert Geiss erklärt derweil Closer, warum er seine Frau, die er in der gemeinsamen Dokusoap permanent abkanzelt, in Wirklichkeit schätzt: „Carmen wollte ihr eigenes Geld verdienen und sich selbst nützlich machen. Das macht sie zu einer einzigartigen Frau.“ Die folglich heraussticht aus der Masse all der anderen, unvermögenden und unnützen Frauen. Zu jenen gesellt sich überraschenderweise auch Britanniens Königin: „Queen Elizabeth – Pleite! Jetzt hilft ihr ein Scheich“, schreibt Frau aktuell auf ihrer Titelseite. Jetzt wird uns auch klar, warum sie unbedingt Deutschland besuchen möchte, Angela Merkel wird sich freuen: Nach Tsipras gleich der nächste Schnorrer. Wie die Queen ihr Vermögen verprasst hat und was es mit dem ominösen Scheich auf sich hat, wissen wir leider nicht, denn wir sind ebenfalls pleite und konnten uns Frau aktuell nicht kaufen.

          Helene Fischer drehte einen „pikanten“ Film, ein Geburtstagsständchen für ihren Vater.

          Gut, dass wir wenigstens Das neue Blatt abonniert haben, denn das hält gegen unseren Frust ein Mittel parat: Das Lutschen eines scharfen Bonbons „lenkt Sie von der Ärgerquelle ab. Der Biss in eine Chili-Schote löst übrigens denselben Effekt aus.“ Prima Ratschläge, ohne Frage. Noch wirksamer ist es übrigens, sich einen Nagel in den Zeh zu rammen: Was meinen Sie, wie abgelenkt Sie dann erst sind.

          Schärfe verspricht uns auch Neue Post: „Video aufgetaucht – Helene Fischer – Aufregung um einen pikanten Film“. Besagter Film, aufgenommen bei einem Konzert, zeigt Fischers „Ständchen für ihren Vater Peter Fischer, der am 1.Juni Geburtstag hatte. 30 Sekunden voller Gefühl, Liebe und Dankbarkeit.“ Und jetzt, Neue Post, schreiben deine Redakteure hundertmal: „,Pikant‘ hat nichts mit Gefühl, Liebe und Dankbarkeit zu tun.“ Zur Nachhilfe dürfen sie danach gerne in eine Chili-Schote beißen.

          Solche Stimulation nicht nötig hat der Bild-Briefeschreiber Franz Josef Wagner, der nach der epischen Berichterstattung seines Blatts über die Liebesspiele eines jungen Pärchens in einem Schwimmbad besagtem Sex einen Brief schreibt, ernsthaft: „Lieber Sex im Schwimmbad“. So richtige Sorgen machen um Wagner müssen wir uns aber wohl erst dann, wenn der Sex ihm einen Antwortbrief schickt.

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