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Herzblatt-Geschichten : Peperoni auf meiner Brust

Heimliche Leidenschaften: James Blunt Bild: dpa

Bringt der Allmächtige Kim und Kanye wieder zusammen? Was verbindet Söder und Dürer? Und welche geheimen Vorlieben hat James Blunt? Die Herzblatt-Geschichten.

          3 Min.

          Den Sänger James Blunt muss man nicht unbedingt für seine Lieder, aber doch für seine Offenheit schätzen. Im Gala-Fragebogen etwa bekennt er, dass ihm selbst seine Musik „manchmal peinlich ist. Aber sie bezahlt meine Rechnungen.“ Außerdem teilt er mit, dass er gern heimlich „Pizza esse und die Peperoni dann auf meine Brustwarzen packe“. Das Format lässt keine Nachfragen zu, was schade ist, denn eine hätten wir schon gehabt: Warum? Eine mögliche Antwort haben wir allerdings auch allein gefunden: Blunt ist halt Engländer.

          Jörg Thomann
          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Seine Kollegin Sophie Ellis-Bextor ist das auch, weshalb sie für exzentrische Aktionen ebenfalls zu haben ist, zumal für einen guten Zweck: „Der Popstar, 42 (,Murder on the Dancefloor‘) tanzte nonstop 24 Stunden lang auf einem Charity-Event im BBC Radio Theatre in London“, weiß Bunte. Keine Frage, Respekt dafür, auch wenn sich das ein wenig nach „Suicide on the Dancefloor“ anhört.

          Da bist du ja endlich

          Die Liebe auf der Tanzfläche entdeckt hat Sänger Sasha: „Ich habe Julia in einer Silvesternacht hinter mir bemerkt“, erzählt er Gala. Nachdem er gespürt habe, „da ist was hinter mir“, habe er sich umgedreht, sei „zu ihr hingegangen und habe gesagt: ‚Da bist du ja endlich.‘“ Schön, dass es mit den beiden geklappt und Julia diese Form der Begrüßung nicht als Kritik an ihrer Trödelei aufgefasst hat.

          Schauspielerin Kirsten Dunst lobt ihren Mann Jesse in Bunte: „Er hat so eine sanfte, gütige Seite. Er kann natürlich auch ziemlich gemein sein. Alles in allem ist er ein guter Mann.“ Muss ein echter Mann also ein bisschen gemein sein? „Zu mir ist er’s nicht“, beruhigt Dunst, „ich habe mir schon den Richtigen ausgesucht.“ Und Jesse hoffentlich auch die Richtigen für seine Gemeinheiten.

          Mein manchmal gemeiner Mann und ich: Kirsten Dunst mit Jesse Plemons
          Mein manchmal gemeiner Mann und ich: Kirsten Dunst mit Jesse Plemons : Bild: AFP

          Gar keine Ahnung, wieso wir da auf Markus Söder kommen. Er darf in Bunte sein Lieblingsbild präsentieren, Dürers „Selbstbildnis im Pelzrock“. Mit seiner „Handhaltung verweist der Künstler auf sich selbst“, lesen wir, und er verbreite damit eine „für damalige Zeiten ungehörige Botschaft: ICH!“ Spätestens jetzt verstehen wir, weshalb Söder, der zwar ohne Pelzrock, doch mit derselben Handhaltung neben dem Gemälde posiert, gerade dieses Bild so liebgewonnen hat.

          Prozess des Jahrhunderts

          Plakative Botschaften schätzt auch die Bild-Zeitung. Ihr Text vom Dienstag über das Verfahren gegen Jeffrey Epsteins Vertraute Ghislaine Maxwell ist überschrieben mit „Sex-Prozess des Jahres“. Zur Erinnerung: Maxwell wird verdächtigt, Epstein über Jahre minderjährige Frauen vermittelt zu haben, die er missbraucht haben soll; da von einem „Sex-Prozess“ zu schreiben, ist, freundlich ausgedrückt, wenig feinfühlig. Bild aber war das noch nicht knallig genug, am Mittwoch ist die Rede vom „Sex-Prozess des Jahrhunderts“. Dass sogar bei Bild eine Lernkurve möglich ist, beweist die Donnerstags-Schlagzeile „Missbrauchs-Prozess des Jahrhunderts“. Vielleicht dürfen Frauen bei dem Blatt jetzt doch ein wenig mitreden.

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          Frau im Spiegel schafft es sogar, mit nur zwei Sätzen rund 100 Jahre Pa­triarchat im Disneyland zu beenden: „Laetitia Casta, 43, hatte einen besonders charmanten Termin. Das Supermodel durfte zusammen mit Minnie, 93, der wohl prominentesten Maus der Welt, im Disneyland in Paris die Weihnachtssaison eröffnen.“ Nimm das, Micky, altes Alphamäuschen! Und hör jetzt endlich auf, dich immerzu in den Vordergrund zu drängeln.

          Schwer gläubig

          Eher einen neuen Typus Mann, sanft und sensibel, hatten wohl Sänger Aaron Carter und seine Verlobte Melanie Martin im Sinn, als sie, wie Bunte berichtet, ihren Sohn tauften – „den kleinen Prince Lyric“. Was aber, wenn der gar kein Poesieprinz werden möchte, sondern, sagen wir, Zeitsoldat oder Martial-Arts-Kämpfer?

          Kanye West, der sich jetzt „Ye“ nennt, hängt nach wie vor an Kim Kardashian. Wie Frau im Spiegel schreibt, „sagte der schwer gläubige Musiker, Gott werde ihn und Kim wieder zusammenführen“. Schwer gläubig, das klingt wie schwer verletzt oder schwere Drogen. Gala freilich weiß, dass Kardashian längst mit dem Komiker Pete Davidson flirte: „Gerade erst lief der Komiker mit Knutschfleck durch Santa Monica.“ Armer Ye: Selbst für den Allmächtigen dürfte das kein Kinderspiel werden.

          Überraschenderweise ebenfalls als schwer gläubig erweist sich Udo Lindenberg. Vom Neuen Blatt befragt, wie er Weihnachten feiere, entgegnet er: „Ich gehe in eine Kirche und halte Zwiesprache: ,Vom Weltfrieden sind wir noch weit entfernt‘, sag ich ihm.“ Ob Gott aber ausgerechnet am heiligen Abend solche Kritik hören will? Zumal mit Kim und Ye echt schon genug zu tun ist.

          Als Sünder bekannt ist der Welfe Ernst August von Hannover; ein Gericht hat wegen mehrerer Vorfälle eine zehnmonatige Bewährungsstrafe gegen ihn bestätigt. Fürs Echo der Frau ist sein Ruf damit ruiniert: „Denn der Welpen-Prinz ist vorbestraft!“ Doch hätte er, so als Welpen-Prinz, nicht noch Welpenschutz genießen müssen? Es dürfte jedenfalls nun allen klar sein, warum Ernst August angeblich diesen Expo-Pavillon markiert hat: Er war damals ja noch ein viel jüngerer Hund.

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