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Herzblatt-Geschichten : Krhöhte 40 Zeilen Blind Lum

Blinder Atzvenit: Sänger Herbert Grönemeyer Bild: dpa

In dieser Woche verschwimmen im Boulevard die Grenzen zwischen sinn- und fehlerhaftem: Herbert Grönemeyer wird zum 60. auf Latein gehuldigt, Richard Gere empört Elke Heidenreich und Jennifer Aniston ist vielbeschäftigt.

          Fehler passieren bekanntlich selbst den Besten mal, manchmal allerdings passieren sie auch dem „Goldenen Blatt“. „Herbert Grönemeyer – Mit 60 am Ziel seiner Träume“ steht über einem Text, der mit folgenden Worten beginnt: „Krhöhte 40 Zeilen Blind Lum zzriure magna faci tem ipiscilit acipsustrud enisl diam nostrud exero cons eugue magna alit vesselit, quisi.“ Klingt ein wenig wie die genuschelten Lyrics von Grönemeyers letzter Single, ist aber keine Hommage, sondern ein Lapsus – nämlich der sogenannte Blindtext, mit dem Printmedien gelegentlich ihre Spalten füllen, bevor der eigentliche Artikel sie ersetzt. In diesem Fall besteht der Text vor allem aus einer Art Pseudolatein, was ihm einen gewissen intellektuellen Touch verleiht.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Böse Zungen würden gar behaupten, der Grönemeyer-Blindtext sei das Seriöseste und Sinnhaltigste, was das „Goldene Blatt“ seit langer Zeit gedruckt hat. Ganz zweifellos enthält er ausnahmsweise keine angreifbaren Behauptungen, was bei einer klagefreudigen Persönlichkeit wie Grönemeyer nicht zu unterschätzen ist. Obwohl: Direkt neben einem Foto des Sängers finden sich die Worte „Blinder Atzvenit“, die leicht despektierlich klingen – und womöglich dann doch eine Gegendarstellung nach sich ziehen: „...stelle hiermit fest: Ich bin keineswegs ein Atzvenit, schon gar kein blinder. Herbert Grönemeyer.“

          Heidi Klum macht bekannt und krank

          Zuerst an einen Fehler geglaubt haben wir auch, als wir in „Bunte“ über den Tagesablauf von Jennifer Aniston lasen. Demnach steht die Schauspielerin täglich zwischen 4.30 und 5 Uhr auf, meditiert zehn bis zwanzig Minuten, frühstückt (Protein-Shakes, Müsli) und macht dann dreißig Minuten Spinning, vierzig Minuten Yoga und anschließend Kraft- und Ausdauertraining. Die letzten paar Stunden des Tages gehen dann vermutlich dafür drauf, ihre Haare zu machen. Ist das, fragen wir, ein Leben?

          Vielleicht aber hat Aniston auch einfach keine guten Gene, jedenfalls keine so guten wie Lena Gercke, die in „Joy“ enthüllt: „Man darf’s fast nicht sagen, weil’s echt fies ist, aber ich trainiere meinen Bauch extra wenig, weil er mir sonst zu muskulös wird.“ Eine gute Methode, die wir selbst noch auf die Spitze treiben: Wir trainieren unseren Bauch überhaupt nicht, und tatsächlich – von Muskeln keine Spur.

          Wahrlich nicht zu beneiden: Hollywood-Star und Workaholic Jennifer Aniston

          Wir halten es nämlich mit Elke Heidenreich: „Wenn es mir um Körperlichkeit geht, müsste ich mich auf der Bootsmesse umschauen. Da sind knackigere Burschen als im Opernhaus oder auf der Buchmesse“, erzählt sie Bunte. Derzeit ist die 73 Jahre alte Heidenreich („Ich bin sprunghaft“) mit einem 28 Jahre jüngeren Musiker zusammen, vom „Mann fürs Leben“ hält sie nichts: „Wir wissen doch, dass es das nicht gibt, höchstens im Kino. Das ist verlogen, dieser Pretty-Woman-Schmus. Von wegen Richard Gere rettet uns alle – einen Teufel tut er.“ Nun, Julia Roberts als Bordsteinschwalbe immerhin hat er damals gerettet – vielleicht wirkten Sie, Frau Heidenreich, als Fernsehtante einfach nicht rettungsbedürftig genug. Auf die „Bunte“-Frage übrigens, ob sich in ihrer Beziehung der Altersunterschied nicht bemerkbar mache, entgegnet Heidenreich: „Schon, ich bin viel quirliger als er.“

          Vorbild vieler Männer: Lena Gercke verzichtet auf Bauchmuskeltraining.

          Nathalie Volk, liiert mit einem 39 Jahre älteren Mann, äußert sich in „Intouch“ über ihre einstige Mentorin Heidi Klum: „Heidi macht die Mädchen einfach alle krank.“ Der psychische Druck in der Topmodel-Show sei nämlich enorm. Andererseits: „Ich mag sie als Frau, und ich wäre ohne sie nicht da, wo ich heute bin. Die macht also auch viel Gutes für die Kandidatinnen. Sie hat uns allen viel beigebracht und uns bekannt gemacht.“ Alle bekannt und krank, eine schöne Bilanz.

          Der Großvater wird es schon richten

          Um ihr Kind sorgt sich „Echo-der-Frau“-Leserin Sabine J. (70): „Meine Tochter ist mit einem Mann zusammen, der schon Großvater ist und seine Familie nicht aufgeben will. Als würde das nicht reichen, hat sie auch noch finanzielle Probleme.“ Wir, Frau J., würden Ihnen ja raten, sich keine Sorgen zu machen: Es scheint doch so, als sei Ihre Tochter – Großpapa sei Dank – auf dem besten Wege, ihre finanziellen Probleme zu lösen.

          Den guten Geschmack vermisst er immer noch nicht: Flippers Sänger Olaf Malolepski ist auf der Suche nach Glitzersakko und roten Lackschuhen.

          Einen Verlust beklagt Ex-Flippers-Sänger Olaf Malolepski, dessen Tourbus aufgebrochen wurde. „Unter dem Diebesgut: ein bonbonblaues Glitzersakko, rote Lackschuhe mit weißen Sohlen (Größe 48)“, informiert die Bild“. Dass der Dieb gefasst wird, scheint indes nur eine Frage der Zeit zu sein: So ein Typ mit bonbonblauem Glitzersakko und riesigen rotlackierten Latschen fällt schließlich einfach auf.

          Das Einzige, was uns noch fehlt, ist eine gute Abschlusspointe, aber die schreiben wir hier einfach etwas später rein. Dürfen es nur nicht vergessen. Ut enim ad minim veniam, quis nostrud exercitation ullamco laboris nisi ut aliquid ex ea commodi consequat.

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