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Herzblatt-Geschichten : Vertrauensbruch und Engelbegegnung

Mal wieder im Fokus des Boulevards: Helene Fischer Bild: dpa

Welche Botschaft empfing DJ Ötzi von einem Engel? Warum schwärmt Lothar Matthäus' Ex von ihrer Scheidung? Die neuen Herzblatt-Geschichten.

          3 Min.

          Ein herzlicher Glückwunsch geht diese Woche an Helene Fischer, und unser herzliches Beileid ebenfalls. Gratulation, weil Fischer schwanger ist, und Beileid, weil dies nun dank der mit den Infos einer „Vertrauten“ der Sängerin gefütterten Bild-Zeitung alle Welt weiß. „Auf dieses Baby wartet ganz Deutschland“, posaunt das Blatt, als diente die Indiskretion dem Staatswohl. Mit Fischer selbst gesprochen hat Bild nicht, sondern zitiert nur Fischers Reaktion auf Instagram: Sie freue sich wahnsinnig. Und sie sei enttäuscht über den Vertrauensbruch, sie hätte die Sache „gerne noch ein bisschen privat“ gehalten, sie fürchte, dass nun „die Jagd auf uns“ beginne, und bitte alle um „Beachtung und Respekt vor unserer Privatsphäre“. Wobei, Moment, zitiert hat Bild ausschließlich den Satz mit der Freude, für den Rest war seltsamerweise kein Platz mehr.

          Jörg Thomann
          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Für die Regenbogenpresse ist die gute Nachricht eine schlechte, ja eine Bedrohung ihres Geschäftsmodells. Seit mehr als zehn Jahren tischt jedes dieser Blätter seiner partout nicht schlau werden wollenden Leserschaft alle paar Wochen eine neue Geschichte über eine angebliche Schwangerschaft Helene Fischers auf: Platz, der nun, da diese tatsächlich schwanger ist, erst mal gefüllt sein will.

          Wissen war nie wertvoller

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          Bei manchen Heften kommt die Schmach hinzu, nun tagelang mit mies gealterten Schlagzeilen am Kiosk liegen zu müssen. Das goldene Blatt etwa mit „Helene & Florian – Wie schön! Die Glücks-Überraschung ist perfekt“. (Anm. d. Red.: Fischers früherer Freund Florian Silbereisen ist nicht der Vater des Kindes.) Oder Das Neue mit „Helene Fischer – Ihre Gedanken drehen sich um Flori“. (Anm. d. Red.: Hoffentlich nicht.) Neue Post hingegen, die noch im September aufmachte mit „Helene & Florian – Da ist noch Liebe!“, ist nun umgeschwenkt auf „Helene & ihr Thomas – Das Baby der Liebe!“ und kündigt auf dem Cover „Exklusiv-Fotos“ an. Neue Post hat nämlich nahe Fischers Haus einen Laden für Kinderbekleidung sowie den Zaun eines Kindergartens fotografiert. Beides zweifelsfrei exklusiv.

          Auch die Fünfte war es nicht

          „Exklusive Schnappschüsse aus dem Urlaubsparadies auf den Seychellen“ wiederum haben Thomas Gottschalk und seine Partnerin der Bild-Zeitung geschickt und sich deren wohlwollende Kommentierung redlich verdient: „Sie lachen viel, fassen sich ständig an.“ Glück für Bild, dass sie wenigstens auf Gottschalks ständige Anfassereien bauen kann, denn andere Verbündete scheinen abtrünnig geworden. Erst jetzt etwa hat das Blatt erfahren, dass Lothar Matthäus Anfang des Jahres seine fünfte Scheidung vollzogen hat: „Keiner hat uns bis jetzt danach gefragt“, erklärt Matthäus. „Und man bindet Privates ja auch niemandem auf die Nase.“ Matthäus’ jüngeres Selbst hätte da verwundert geglotzt.

          Seine neueste Ex-Frau Anastasia jedenfalls „schwärmt von der harmonischen Scheidung im Januar“, lesen wir, und zwar mit den Worten: „Den wahren Charakter eines Menschen erkennt man wohl erst, wenn man so einen Punkt erreicht wie wir. Alles ist sehr friedlich gelaufen.“ Wenn Sie ebenfalls herausfinden wollen, ob Ihr Ehepartner einen großartigen Charakter hat, dann lassen Sie sich am besten schleunigst von ihm scheiden.

          Lothar und seine fünfte Ex-Frau Anastasia vor acht Jahren zu Beginn ihrer Beziehung.
          Lothar und seine fünfte Ex-Frau Anastasia vor acht Jahren zu Beginn ihrer Beziehung. : Bild: dpa

          Zeit gelassen hat sich einst Tony Marshall. „Wie schnell hat es zwischen Gabi und Ihnen gefunkt?“, fragt Echo der Frau, und Marshall antwortet: „Bei uns ging alles zaghaft vorab. Der erste Kuss folgte nach einem Jahr. Davor habe ich sie lange händchenhaltend bis zur Haustür gebracht. Erst nach drei Jahren kamen wir uns näher.“ Und haben sich dann auch mal umarmt? Oder sind endlich in die Kiste?

          In der Badewanne mit Udo

          In die Wanne wiederum zog es, wie Frau im Spiegel berichtet, Ben Becker und Udo Lindenberg. Wie der Schauspieler im Fernsehen erzählt habe, „hätten sich Ben und der ‚Panik‘-Rocker mal eine Badewanne geteilt. ,Wir hatten beide richtig einen in der Mütze. Und wir waren nicht immer ganz allein, wenn wir baden waren.‘“ Nicht immer, aber manchmal eben doch? Wobei auch ein zugedröhnter Lindenberg gewiss keinen in der Mütze, sondern natürlich einen im Hut hat.

          Ben Becker ist schon viel rum gekommen. Dabei hat er wohl auch schon mit Udo Lindenberg gemeinsam in der Badewanne gesessen.
          Ben Becker ist schon viel rum gekommen. Dabei hat er wohl auch schon mit Udo Lindenberg gemeinsam in der Badewanne gesessen. : Bild: dpa

          Schönheitschirurg Werner Mang lässt Bunte wissen: „Gerade durchlebe ich mit Schnuppi, meinem jüngsten Enkel, noch mal meine eigene glückliche Kindheit“ – und wir hoffen sehr, dass „Schnuppi“ kein weiterer exzen­trischer Prominentenkindername, sondern wirklich ein Spitzname ist. Mang jedenfalls ist so glückselig, „dass mich sogar das Wort Opa gar nicht mehr stört“. Vielleicht aber denkt sich ja Schnuppi auch einen Spitznamen für den Opa aus, zu dessen Job würde beispielsweise Schnippi-Schnappi passen.

          Als DJ Ötzi bekannt ist Gerry Friedle, der Bunte erzählt, ihm sei ein Engel begegnet. Auf dem Jakobsweg nämlich „klopfte mir wer auf die Schulter und sagte ‚Gerhard, du bist auf dem richtigen Weg!‘ Gerhard? So hatte mich seit Jahrzehnten niemand mehr genannt . . . Ich drehte mich um, aber da war niemand . . .“ Eine ähnliche Erfahrung hat Armin Laschet gemacht, dem in der Union viele auf die Schulter klopften, die nach der Wahl plötzlich alle verschwunden waren. Es will uns allerdings beim besten Willen nicht gelingen, uns Markus Söder als Engel vorzustellen.

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