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Herzblatt-Geschichten : Der Flügelschlag der Liebe

Frisch verliebt: Dieter Hallervorden und Christiane Zander Bild: dpa

Kann man im Kopf dick sein? Sind Werbevideos mit Hansi Hinterseer lebensgefährlich? Und was hat Dieter Hallervorden mit einem alten Hund gemeinsam?

          Das hätten wir nie gedacht, dass wir mit der oft quälenden Klatschheft-Lektüre etwas für unser Wohlbefinden tun. Ist aber so, denn wenn wir dem Neuen Blatt glauben, ist es gesund, zu seufzen: „Instinktiv geben wir unserem Körper mit einem Seufzer genau das, was er gerade am nötigsten braucht: Sauerstoff.“

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die Vielzahl von Seufzern, die wir während des Lesens ausstoßen, käme demnach einer wahren Sauerstoffdusche gleich. Wenn sich nun noch herausstellen würde, dass es auch gesund ist, die Augen zu verdrehen und den Kopf auf die Tischplatte zu schlagen, dann könnten wir uns das Geld für die Blätter von der Krankenkasse erstatten lassen.

          Hier mit gewohnter Frisur: Hansi Hinterseer

          Der Gesundheit eher abträglich könnte das Betrachten von Werbefilmchen mit Hansi Hinterseer sein. „Welch lebensgefährlicher Leichtsinn!“, echauffiert sich Die neue Frau, und Woche der Frau sekundiert: „Haarsträubender Leichtsinn!“ Mit tatsächlich gesträubten Haaren und überdies angekokeltem Gesicht nämlich präsentiert sich Hinterseer im Werbespot für einen Heizölhersteller, nachdem er in eine Steckdose gefasst hat.

          Wie, bangt nun Woche der Frau, „sollen pflichtbewusste Eltern und Großeltern ihren Kleinen nur erklären, dass so ein Griff in die Steckdose lebensgefährlich ist, wenn es ein Promi tut?“ Naja, sie könnten darauf hinweisen, dass der Herr auf dem Bildschirm ein Volksmusikant ist, und die sind nun mal ziemlich eigen.

          Ein wenig dünnköpfig

          Nicht ganz alltäglich scheint auch der Lebensweg von Roberto Blancos Tochter Patricia zu sein: Sie hat binnen zwei Jahren 55 Kilo abgenommen und sucht nun über die Bild-Zeitung einen Lebenspartner. OK! fragt sich nun: „Ist sie im Kopf noch dick?“ Ja, sollte sie beim Abspecken diesen Körperteil ganz vergessen haben – Problemzone Kopf?

          „Die eigene Wahrnehmung „von dick auf schlank zu ändern, dauert unglaublich lange“, erklärt die Klatschblattpsychologin Elke Eyckmanns und sagt: „Wichtig ist, dass man lernt, sich selbst zu lieben, indem man die Bewunderung von außen als Antrieb nimmt.“ Seht zu, dass alle euch bewundern, dann klappt’s auch mit der Eigenliebe? Ein, mit Verlaub, ein wenig dünnköpfig wirkender Rat.

          Bald wieder zunehmen wird Sarah Connor. Die Sängerin erwartet, auch für sie selbst überraschend, ihr viertes Kind und hat laut Bild ihren Fans erklärt: „Wir haben uns nun mal wahnsinnig lieb und so kommt es manchmal anders, als man denkt.“ Liebe Frau Connor: Wie jung sind eigentlich Ihre Fans? Und wollen Sie sie wirklich erschrecken mit der Aussage, eine Schwangerschaft könne durchs „Liebhaben“ ausgelöst werden?

          Hübscher als „Schweinovic“

          Ganz doll lieb haben sich auch Bastian Schweinsteiger und Ana Ivanovic, weshalb mit ihrer Trauung zugleich eine Niederkunft zu zelebrieren ist. Der neue Bunte-Chef Robert Pölzer jedenfalls schreibt: „Doch die Feier am Canal Grande war nicht nur eine Hochzeit. Es war die Geburtsstunde von ,BastiAna‘. Die Geburt einer neuen Marke.“

          Ana Ivanovic und Bastian Schweinsteiger: „Die Geburtsstunde von BastiAna“

          BastiAna klingt auch wirklich hübsch, hübscher jedenfalls als etwa „Schweinovic“. Pölzer nun blickt, warum auch immer, „auch ein wenig mit Stolz“ auf das Hochzeitspaar und dichtet: „Der Flügelschlag der Liebe hebt jeden in die Schwerelosigkeit.“

          Indem beide bei der Trauung teure Uhren trugen, diagnostiziert er weiterhin, sorgten sie „für den Tag nach der aktiven Karriere vor. Werbeträger für Luxusartikel.“ Was die Frage aufwirft: Wie macht man eigentlich eine passive Karriere? Da träumen wir schon seit Jahren von, aber leider müssen wir immer arbeiten.

          „Der Panda-Bär der Kunstwelt“

          Ganz nach oben geht es gewiss für denjenigen, der in die Fußstapfen Daniel Craigs tritt. „Wer wird der nächste James Bond?“, fragt Bunte und wagt eine Prognose, derzufolge die Chancen von Idris Elba bei 60 Prozent liegen, die von Tom Hiddleston bei 75, die von Tom Hardy bei 80, die von Damian Lewis bei 70... Moment mal. Wir haben zwar von Mathe nicht viel Ahnung, aber kann es sein, dass nach den Bunte-Berechnungen demnächst nicht nur einer, sondern ganz viele Bonds herumlaufen müssten?

          Auch aufs Feld der Biologie wagt sich Bunte vor. „Er ist der Panda-Bär der Kunstwelt“, behauptet sie über den Künstler Ai Weiwei, „selten, allseits geliebt, aus China, stämmig, dazu gütige Augen.“

          „Selten, allseits geliebt, aus China, stämmig, dazu gütige Augen“: Ai Weiwei

          Allseits geliebt finden wir schon gewagt, ganz bestimmt aber ist der omnipräsente Ai Weiwei nicht selten. Und außerdem: Hat er ein dickes Fell? Frisst er Bambus? Aber, Bunte, unter uns Tierforschern: Georg Baselitz ist ohne Zweifel die Breitflügelfledermaus der Kunstwelt. Die ist in Sachsen heimisch, ebenfalls recht selten und hängt, wie Baselitz’ Bilder, gern mit dem Kopf nach unten.

          Da war ja noch was!

          Einen Ausflug ins Tierreich macht, als Synchronsprecher, auch Dieter Hallervorden: „Ich spreche einen alten Hund, der immer noch scharf auf Weiberbekanntschaften ist“, sagt er Bunte. Mit der Rolle scheint er nicht gerade gegen den Strich besetzt, denn seit einiger Zeit hat Hallervorden, 80, eine neue, 46 Jahre junge Freundin.

          „Eine Welle der Sympathie ist über uns geschwappt“, erklärt er, was mit Vorsicht zu genießen ist, da das Interview auf einem Schiff stattfindet – es könnte auch einfach Wasser gewesen sein. „Ist Hochzeit ein Thema?“, fragt Bunte, und Hallervorden antwortet: „Mal sehen, noch ist es zu früh.“ Worauf seine Freundin hinzufügt: „Er ist ja noch verheiratet.“ Richtig, da war ja noch was! Aber mit 80 Jahren darf man so was schon mal vergessen.

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