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Herzblatt-Geschichten : Eine dämonenhafte Schönheit

Dämonenhafte Schönheit: So beschreibt der Lebensgefährte von Frauke Petry, Marcus Pretzell, den zauberhaften Charme der AfD-Vorsitzenden. Bild: dpa

Von Grenzzäunen, Zauberwesen und Karriereknicks: Die Klatschzeitschriften decken das volle Programm ab. Während Frauke Petry und Partner das Geheimnis ihrer Rechtsaußen-Liebe erklären, erläutert Sabine Lisicki ihr Pocher-Trauma.

          Wir alle wollen doch geliebt werden. Das gilt auch, ja gerade für Populisten. Nehmen wir Frauke Petry, die AfD-Chefin: Sicher ist es für sie irgendwie befriedigend, in Talkshows mit kühl-belustigter Miene die Empörung der Mitdiskutanten an sich abperlen zu lassen oder auf Facebook beißende Kommentare zu posten. Auf Dauer aber reicht das nicht. Auch eine Frauke Petry sehnt sich nach Liebe und möchte nicht immer nur als Eiskönigin wahrgenommen werden, sondern als Mensch. Deshalb haben wir uns nur ganz kurz erschreckt, als wir nun Petry und ihrem Partner und Parteifreund Marcus Pretzell dort begegneten, wo am eifrigsten gemenschelt wird: in der „Bunten“, wo sich „das umstrittene Power-Paar der AfD“ über seine Beziehung äußert.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Anfangs, erinnert sich Petry, „konnten wir uns nicht ausstehen“, dann aber, ergänzt Pretzell, habe man sich in der Opposition gegen Bernd Lucke „die Bälle zugespielt – und bamm...“. Über den Kampf zur Liebe, wie schön! „Sie hat so etwas dämonenhaft Schönes“, sagt Pretzell dann noch, und wir mussten das zweimal lesen: Meinte er „damenhaft“? Nein, da steht „dämonenhaft“. Für Petry dürfte dies das zweifelhafteste Kompliment sein seit Günther Oettingers Versprechen, er würde sich als ihr Ehemann – und bamm! – erschießen. Politische Gegner oder Flüchtlinge, denen Frauke Petry als kleiner Teufel erschien, dürfen sich durch Pretzell bestätigt fühlen.

          Mandy Kelly und Grace Capristo

          Bis ihn seine Desdämona erstmals küsste, führt Pretzell aus, dauerte es indes noch „eine ganze Weile“. Petry wiederum preist Pretzells „männliche Stärke“ und, bei AfD-Politikern eher selten verbreitet, „die Fähigkeit, Gleichberechtigung zu leben. Bei Marcus kann ich mich anlehnen“. Stark wie ein Grenzzaun, schön wie eine Dämonin: Die Power-Ergreifung des Paars auf dem Boulevard scheint unaufhaltsam, und nach dem schmählichen Abgang der Guttenbergs haben wir endlich wieder Glamour-Personal, das mithalten kann mit Amal und George, Hillary und Bill, Kim und Kanye. Ob des leicht biederen Klangs von „Frauke und Marcus“ würden wir nur ein starkes Branding empfehlen, wie es Brad Pitt und Angelina Jolie vormachten, als sie ihre Namen zu „Brangelina“ verschmolzen. Bei Frauke Petry und Marcus Pretzell würde sich etwa „Mauke“ anbieten oder auch „Fratzell“.

          Unter neuem Namen tritt auch The Artist Formerly Known As Mandy Capristo auf. „Warum Mandy nicht mehr Mandy heißen will“, erzählt die Sängerin uns in „Bild“: „Ich wollte unabhängig werden. Dafür musste ich mich von allem lösen.“ Nun heißt sie Grace Capristo, denn „Grace ist mein Zweitname. Bisher hat mich nur meine Familie so genannt“. Ein kluger Schritt; auch die Schauspielerin Mandy Kelly ist ja erst so richtig durchgestartet, nachdem sie sich in Grace umbenannte. Jetzt muss sich Capristo nur bemühen, ihre bisher doch ziemlich Mandy-hafte Musik etwas graciger klingen zu lassen.

          Macht künftig auf Prince: The Artist formerly known as Mandy Capristo

          Frauen, die mal mit Oliver Pocher zusammen waren, ändern ja hinterher auch gern ihre Identität, Sandy Meyer-Wölden etwa nennt sich jetzt Alessandra. Mal schauen also, ob sich auch Sabine Lisicki umbenennt, die in Gala „das große Trennungsinterview“ gibt, nachdem sie Pocher „wegen der anhaltenden Gerüchte um seine Affäre“ verabschiedet hat: „Ich bin sehr erleichtert, dass es vorbei ist!“ Etwas fies, dass Gala Pocher auch für Lisickis Karriereknick die Schuld gibt: „In der Weltrangliste rutschte sie bis Ende 2015 von Platz 15 auf 32 ab. Böse Zungen sagten, Pocher habe sie abgelenkt.“ Keiner aber kreidet Lisicki an, dass Pocher in der Komiker-Rangliste auf Platz 889 abgestürzt ist. Im Training, so die Tennisspielerin, versuche sie nun, „die Wut in positive Energie umzuwandeln. Das gelingt mir schon recht gut.“ Noch besser gelänge es ihr vermutlich, wenn ihr Ex als Trainingspartner bereitstünde.

          Sufi statt Suff

          Skeptisch stimmt „Bunte“, wie der von Gwyneth Paltrow verlassene Sänger Chris Martin den Schmerz verarbeitet: Statt sich auszutoben, zog er sich „mit alten Sufi-Gedichten zurück“. Das kann ja nicht gutgehen: Sufi statt Suff. Und immerhin wieder Sushi: „Die Jahre als Vegetarier sind passé – Martin isst wieder Fisch-Tacos.“

          Emanzipiert: Andreas Gabalier ist großzügig gegenüber den Karrierewünschen von Frauen. Solange es nicht seine eigene ist.

          Eher kein Typ für Sufi-Gedichte ist der sogenannte Alpen-Rock’n’Roller Andreas Gabalier, der „Gala“ erzählt: Eine Hochzeit „habe ich noch nicht geplant. Gott sei Dank darf das ja der Mann bestimmen.“ Generöser zeigt sich Gabalier bei der Frage, ob Mütter nach der Geburt wieder arbeiten sollten: „Ich finde, das sollte den Frauen freigestellt sein.“ Zumindest den anderen Frauen, denn bei ihm und seiner Silvia „steht das einfach nicht zur Diskussion, natürlich wird sie als Mutter zu Hause bleiben. Sie freut sich vermutlich auch drauf“, so Gabalier. Vermutlich? Vielleicht sollte er sie mal fragen. Mit seiner Bemerkung, seine Freundin sei „sehr tapfer“, könnte Gabalier jedenfalls recht haben.

          Erfolgreiches Duo: Oliver Pocher und Sabine Lisicki haben es geschafft die Karriereleiter gemeinsam hinabzusteigen.

          Tapfer sein muss auch Frauke Petry, denn in der AfD ist, wie man hört, ihr Bunte-Interview nicht allzu gut angekommen. Falls sie sich eines Tages von allem lösen möchte, hätten wir einen Tipp für sie: Mandy Petry, das klingt doch eigentlich gar nicht schlecht.

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