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Herzblatt-Geschichten : Da lachen ja die Welpen

Schön war’s mit den Guttenbergs: Frau im Spiegel sehnt sich nach 2009. Bild: dpa

Was bewegt unsere nach Sinn und Sicherheit suchende Nation? Na klar: die Guttenbergs. Ein Blick in die Klatschzeitschriften.

          Zu den wichtigsten Aufgaben der Medien zählt es, die brennenden Fragen der Zeit zu erkennen. In dieser Woche gelingt es Frau im Spiegel, das Thema zu setzen, das unsere nach Sinn und Sicherheit suchende Nation bewegt: Wann eigentlich kehren die Guttenbergs zurück?

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Vor allem Frau im Spiegel kann das kaum erwarten. Das Blatt, das das Paar einst als „Lord Perfect und seine Lady“ feierte, schrieb schon zwei Monate nach dem Abgang des doch nicht ganz so perfekten Freiherrn: „Alles über ein Comeback und neue Aufgaben“. Es folgten Schlagzeilen wie „Sie kommen zurück! Jetzt ist er in Deutschland so gefragt wie nie“ (2012), „Zurück in die Heimat“ (2015) und „Ihr geheimer Plan – Welche Rolle die Familie Guttenberg künftig in Deutschland spielen wird“ (2016). Weil aber die adligen Amerika-Auswanderer ihre Lockrufe bislang nicht erhört haben, greift Frau im Spiegel zu einem neuen Kniff: Sie hat eine Umfrage initiiert. „Ihr Weg zurück – Wer sich ihre Rückkehr nach Deutschland wünscht“ titelt das Heft.

          Tatsächlich wünschen sich nicht nur 100 Prozent aller Frau-im-Spiegel-Chefredakteurinnen, sondern 48 Prozent der befragten Deutschen, dass Guttenberg zurückkehrt in die Politik (38 Prozent sind dagegen). Die Publizistin Gertrud Höhler erklärt: „Die meisten Volksvertreter sorgen sich darum, was aus ihnen wird, wenn sie ihr Amt verlieren. Diese Sorgen muss sich Guttenberg durch sein Vermögen nicht machen.“ Ein mutiges Plädoyer dafür, nur begüterte Menschen Politik machen zu lassen, Amerika ist mit Donald Trump ja schon auf dem richtigen Weg.

          Guttenberg selbst meldet sich auch zu Wort, allerdings in Bunte, und äußert sich zu seiner Person so, wie es in der Frau im Spiegel undenkbar wäre: kritisch. Bei einem Wirtschaftsdinner in New York – schon wieder nicht Deutschland! – sagte er: „Ich hatte auch zu viel Gel in meinen Haaren. Auch mein Gesichtsausdruck machte einen sehr eitlen Eindruck. Aber das ist Teil meiner Vergangenheit.“ Dumm nur, dass ebenjene von Frau im Spiegel konserviert wird, die lauter Guttenberg-Fotos aus den Jahren 2009 bis 2011 druckt, mit Gel und eindrücklichem Ausdruck. So, fürchten wir, wird das nichts mit dem Comeback.

          Bilder aus dem Tierreich

          Immergleich bleiben auch Norbert Körzdörfers Bild-Interviews mit Prominenten, zu denen ihm stets Bilder aus dem Tierreich einfallen. Nachdem er Robert DeNiro lächeln ließ wie eine Eule und James Franco schmunzeln wie einen Bären, trifft er nun Iris Berben und Hugh Jackman und behauptet: „Er lacht wie ein Adler.“ Nicht ganz unpassend, da beide ihren Film „Eddie the Eagle“ vorstellen, zoologisch aber zweifelhaft. Aber auch in anderen Fächern hapert es: „Die Chemie zwischen Iris und Hugh knistert“, lesen wir, obschon gemeinhin eher „es“ knistert und die Chemie stimmt. „Angeblich ist sie 65“, schreibt Körzdörfer über Berben: „Aber gefühlt und mit Männeraugen gestreichelt ist sie 49plusSEX.“ Sie hingegen, Körzdörfer, wenn wir Sie mit unseren Augen streicheln oder mit unseren Händen anstarren, wirken wie ein hechelnder SEXtaner. Am Ende heißt es dann: „Sie lachen sich an wie junge Welpen.“ Ja, da lachen die Welpen und die Hühner, da pfeifen die Schweine, da steppen die Bären und fliegen die Löcher aus dem Käse, den Körzdörfer schreibt.

          Sie lachen sich an wie Welpen: Hugh Jackman (47), der walisische Schauspieler Taron Egerton (26) und Iris Berben („gefühlt und mit Männeraugen gestreichelt 49plusSEX“).

          Herzliches Welpenlachen meinen wir auch beim Anblick der Fotos zu hören, die Closer druckt: „Lena Gercke – Neue Liebe?“ Zu sehen ist die Moderatorin mit dem Fotografen Paul Ripke, der bei Gerckes Show „Prankenstein“ mitmacht. Nichts auf den Bildern deutet darauf hin, dass beide ineinander verliebt wären, und trotzdem mutmaßt Closer, es könne „ein gezielter Racheflirt“ sein, um Gerckes Exfreund Sami Khedira eins auszuwischen. Verwirrend nur, dass Gercke persönlich im Interview mit Gala erklärt, sie sei „sehr glücklich“ in einer Beziehung mit dem Sportarzt Kilian Müller-Wohlfahrt. Ist das, Closer, dann auch noch ein Racheflirt oder schon eine ausgewachsene Racheliebe?

          Neue Liebe oder „Racheflirt“? Lena Gercke und Paul Ripke.

          Der ewige Stenz

          Hoffentlich auch sehr glücklich sind Daniela Katzenberger und Lucas Cordalis, die am 4.Juni heiraten werden und die Vorbereitungen in einer Doku-Soap festhalten. „Mein Wunsch wäre“, sagt Cordalis Intouch, „dass trotz diesem ganzen Schnickschnack, das drumherum passiert, das Wichtigste, also die Emotionen, stattfinden können.“ – „Aber die finden doch sowieso statt“, versichert Katzenberger. Sie äußert ebenfalls einen Wunsch, nämlich an Töchterchen Sophia (sieben Monate): „Ich möchte keinen Druck aufbauen, aber es wäre schön, wenn sie bis dahin laufen lernen würde. Dann könnte sie uns zusammen mit Oma die Ringe bringen.“ Liebe Sophia, falls du das hier liest: Lass dich bloß nicht stressen. Die Mami dreht sicher noch viele weitere Doku-Soaps, in denen du dann durchs Bild laufen kannst.

          Daniela Katzenberg mit ihrem Lucas im Hochzeitsfieber.  Die Vorbereitungen werden für die Nachwelt in einer Doku-Soap festghalten.

          Noch unverheiratet ist Prinz Harry, der ewige Stenz, der gerade Nepal bereist hat: „Nachdem ihm unzählige Blumenkränze und Schals um den Hals gelegt worden waren, hießen ihn auch noch fünf Jungfrauen willkommen“, berichtet Woche der Frau. So wie wir Harry kennen, ist er kurze Zeit später von fünf sehr erfahrenen jungen Damen verabschiedet worden.

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