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Herzblatt-Geschichten : Die toten Augen von Monaco

Ist es Wärme, ist es Kälte? Albert und Charlène, die jetzt Pixie trägt. Bild: AP

Der neue Look von Charlène von Monaco gibt Anlass zu den unterschiedlichsten psychologischen Diagnosen. Auch das Aussehen von Helene Fischer bereitet der Klatschpresse Sorgen. Und für wen soll Jenny Elvers eigentlich noch Werbung machen, wenn sie demnächst ins Dschungelcamp geht?

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          Es ist etwas Unerhörtes geschehen. Etwas, das die Welt, wie wir sie kennen, erschüttert hat – jedenfalls die Welt, von der wir hier berichten, die schrillbunte Klatschheftwelt. Die Nachwirkungen dieses Bebens lassen sich an den Kiosken der Republik studieren. Und dies ist das Ereignis, das im wahrsten Sinne ein einschneidendes war: Charlène von Monaco hat eine neue Frisur.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Und zwar „einen superkurzen Pixie-Haarschnitt, der am Nacken streng ausrasiert ist“, berichtet Bunte und staunt: „Ein ziemlich radikaler Look für eine Fürstin.“ Noch aufgeregter ist Gala, die für die Nachricht ihre Titelseite freiräumt: „Neue Frisur, neues Leben“, schreibt sie über Charlènes „Skandalauftritt beim Nationalfeiertag“. Als Mann blickt man da fast ein wenig neidisch nach Monaco: Unsereins muss immer erst nackt durch Fußballstadien rennen oder auf der Weihnachtsfeier betrunken den Chef verprügeln, damit man uns einen Skandalauftritt bescheinigt; als Frau braucht man sich nur das Haar kurz zu schneiden.

          „Groß, dünn, mit bleichem Gesicht und blutrot geschminkten Lippen wirkt sie wie ein Geist“: Charlène von Monaco

          Angesichts der Tragweite des Geschehens scheut Gala keine Kosten und Mühen, renommierte Experten zu konsultieren. Der „Hamburger Paarpsychologe und Buchautor Friedhelm Schwiderski“ analysiert: „Die Fürstin zeigt so, dass sie nicht in erster Linie gefallen oder mit Schönheit punkten, sondern als Mensch wahrgenommen werden will.“

          Mit dieser Einschätzung konkurriert der „Diplom-Psychologe Rolf Schmiel (42)“, der im Neuen Blatt urteilt: „Diese Frisur wirkt sehr männlich. So, als ob es um Selbstbehauptung ginge. Doch bei diesem inneren Kampf wurde viel Kraft gelassen. Und siegreich war er offenbar auch nicht.“ Arme Charlène, verloren gegen sich selbst. Nach unserem Verständnis müsste sie dann eigentlich zugleich gewonnen haben, aber wir verstehen ja nichts von Psychologie.

          „Ihre Augen sind tot!“

          Auch Die Aktuelle setzt Charlène aufs Cover, blickt aber nicht auf ihr Haar, sondern ein wenig tiefer: „Charlène – Ihre Augen sind tot!“ Hat womöglich der Friseur mit der Schere nicht aufgepasst? Gottlob ist die Ferndiagnose metaphorisch gemeint: „Groß, dünn, mit bleichem Gesicht und blutrot geschminkten Lippen wirkt sie wie ein Geist. Und erst ihre Augen! Weit aufgerissen und starr geht ihr Blick ins Leere“, schaudert Die Aktuelle und behauptet: „Augen sind ein Spiegel der Seele, sagt man. Charlènes Augen sind tot!“ Die Augen der Aktuellen übrigens müssten nach dieser Gleichung tiefe schwarze Abgründe sein.

          Gefröstelt hat auch Gala, auf die Charlène wirkte, „als sei die Eiskönigin höchstpersönlich erschienen, solch eine Kälte strahlt die 37-Jährige aus“. Die Aktuelle sekundiert und bezieht Fürst Albert mit ein: „So viel Kälte, Distanz, ja pure Abneigung strahlen die beiden aus!“ Eine Zweitmeinung steuert Frau im Spiegel bei: „Sie ist locker, gut gelaunt, und mit Ehemann Albert, 57, so innig, dass einem ganz warm ums Herz wird.“ Frau aktuell schließt sich dem an und fügt hinzu: „Viele Beobachter hatten den Eindruck: Weil sie sich so riesig auf das Baby freuen!“

          Jenny Elvers geht wohl demnächst ins Dschungelcamp.

          Neben all den Psychologen und Wärmetechnikern werden wir also auch noch einen Gynäkologen hinzuziehen müssen. Und vielleicht auch noch einen Modefachmann, denn Das neue Blatt („Die Fürstin gibt der Welt Rätsel auf“) stellt irritiert fest: „Ihre Babys tragen Schwarz.“ Das freilich sollte, weil es aus Respekt vor den Terroropfern von Paris geschah, uns kein Experte erklären müssen, sondern der gesunde Menschenverstand. Zu dem aber hat die Klatschpresse bekanntlich nicht den allerbesten Draht.

          „Tiefe Augenringe, blasser Teint, zerzauste Haare“

          Der „Markenspezialist Jon Christoph Berndt“ äußert sich in der Frau im Spiegel – nein, nicht zu Charlène, sondern zu Jenny Elvers, die wohl demnächst ins Dschungelcamp geht, was der Experte für fahrlässig hält: „Frau Elvers kommt für angesehene Firmen, wie Opel oder Gillette, als Testimonial nicht mehr in Frage.“ Doch warum, Herr Markenspezialist, hätte Elvers eigentlich für Rasierer werben sollen? Und kann sie dann künftig noch Testimonial sein für Bier oder Baumärkte?

          Nicht einmal Lidl, glaubt der Experte, werde Elvers noch engagieren, aber die haben ohnehin schon Sophia Thomalla – und die wiederum, wie Bild berichtet, einen neuen Freund. Nach dem auf der Bühne meist furchterregend geschminkten Rammstein-Frontmann Till Lindemann, dessen „Gesicht als Tattoo auf dem linken Unterarm“ Thomallas verewigt ist, sei sie nun mit einem anderen, ebenfalls furchterregend geschminkten Sänger zusammen, der wie „Tills Zwilling“ aussehe, wundert sich Bild. Wir finden das einfach nur pragmatisch: Muss sie wenigstens das Tattoo nicht ändern.

          Muss ihr Tattoo trotz der Trennung von Till Lindemann nicht ändern: Sophia Thomalla

          Nicht minder erschreckend als Eiskönigin Charlène oder Sophia Thomallas Lover sieht angeblich gerade Helene Fischer aus: „Tiefe Augenringe, blasser Teint, zerzauste Haare“, gruselt sich Closer und fragt: „Warum tut er ihr das an?“ Fischers Freund Florian Silbereisen nämlich habe mit zwei Kumpels eine Boygroup gegründet, und da seien „rauschende Partynächte und Groupies vorprogrammiert“. Vorprogrammierte Groupies fürchtet auch In, wo man ebenfalls von Silbereisens Plänen gehört hat: „Sämtliche Alarmglocken schrillen seitdem bei uns!“ Kann sein, dass es tatsächlich die Glocken sind. Vielleicht aber haben Flori und seine Kumpel auch schon angefangen zu singen.

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