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Herzblatt-Geschichten : Master Guttenberg

Eine Krise steht vielleicht auch Helene Fischer und Florian Silbereisen bevor Bild: dapd

Gérard Depardieu offenbart eine peinliche Schwäche. Franz Josef Wagner kann ihn dabei absolut verstehen und für Ernst August von Hannover bringt die ganze Aktion auch noch einen Vorteil. Das käme Nadja Abd El Farrag gerade recht.

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          Seit dieser Woche dürfte es bewiesen sein, dass Flugreisen eben doch gefährlicher sind als Autofahrten. Jedenfalls dann, wenn man sehr bekannt ist und sich in einer Maschine befindet, deren Bordtoiletten noch geschlossen sind, während man selbst - hier differieren die Versionen - aufgrund von Prostataproblemen, wie es ein Freund des Betroffenen versichert, oder auch erhöhtem Alkoholkonsum (so mehrere ungenannte Zeugen) ein dringendes Bedürfnis verspürt, dem man schließlich nachgibt, indem man (Version des Freundes) sich in eine hastig gereichte Flasche erleichtert oder (die andere Version) direkt im Gang.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Hätte Gérard Depardieu den eigenen Wagen genommen oder die Bahn, so wüsste nun nicht die halbe Welt, dass der große Filmstar seine allzu menschlichen Schwächen hat. Es wären uns auch Wortspiele erspart geblieben wie „Klobenix“ (Bild) oder „Operation Pinkelstein“ (stern.de) sowie die Solidaritätsadresse des Bild-Unterleibsexperten Franz Josef Wagner, der behauptet, das Unterdrücken des Harndrangs (Wagner wählt ein anderes Wort) sei „das Schlimmste auf der Welt“. Der Einzige, für den das Malheur ein Gutes hat, dürfte Ernst August von Hannover sein: Er, der vor Jahren angeblich einen Expo-Pavillon markiert haben soll, steht nun endlich nicht mehr ganz oben auf der Liste jener Prominenten, die derart peinlich fehl- oder besser ausgetreten sind.

          Nicht mehr peinlich sein möchte Nadja Abd El Farrag. „Ich bereue so vieles“, beichtet „Naddel“ in Bild, vor allem das „Busen-Wiegen im TV - und Herrn Bohlen“. Nun aber hat sie einen „Befreiungsschlag“ gewagt: Sie trennte sich nach 15 Jahren von der mit ihrem echten Haar vernähten Langhaarperücke. Wenn sie sich nun auch noch von dem fest mit ihr vernähten doofen Spitznamen sowie von den Bild-Reportern befreit, könnte sie ihr Ziel sogar erreichen.

          Hätte Gérard Depardieu einfach den Wagen genommen, dann wüsste nun nicht die halbe Welt, über seine Schwäche Bescheid
          Hätte Gérard Depardieu einfach den Wagen genommen, dann wüsste nun nicht die halbe Welt, über seine Schwäche Bescheid : Bild: Daniel Pilar

          Lieber nur einen Master machen?

          Auch nicht gefeit vorm Pech in der Liebe sind die Kessler-Zwillinge, die gerade 75 geworden sind. So erwischte Ellen, als sie 46 war, ihren langjährigen Freund mit einer Zwanzigjährigen, was von ihr inzwischen mit altersweiser Gelassenheit betrachtet wird: „Heute würde ich zu dem Mädchen sagen: 'Danke schön, dass du ihn mir abgenommen hast.‘“ Dann aber sagt Ellen im Bunte-Gespräch folgenden Satz: „Nur langweilige Männer sind treu, es liegt nicht in der Natur des Mannes, monogam zu sein.“ Im Namen aller langweiligen, Unsinn, aller treuen Männer müssen wir energisch gegen eine solche Diffamierung protestieren.

          Unterschiedliche Vorlieben offenbaren die Schwestern auf die Bunte-Frage, welchen Mann sie „beim Tanzen gern im Arm halten“ würden: „Papst Benedikt XVI., den würde ich gern mal kennenlernen“, sagt Alice, wobei wir bezweifeln, dass sie den an den Lido locken kann. Ellen entscheidet sich für zu Guttenberg: „Er sieht gut aus. Ob er als Mann gut ist, kann ich beim Tanz feststellen.“ Besagter Guttenberg übrigens will laut Gala in Amerika einen „Masterplan fürs Comeback“ erarbeiten. Soll heißen: Er will keinen neuen Doktor, sondern lieber nur einen Master machen?

          Ein Mann mit Stil ist auch Lederhosenfabrikant Markus Meindl, der Bunte in sein Anwesen im Voralpenland lädt. Dort findet sich ein Indoor-Pool, der exakt 16,83 Meter misst - „dem Gründungsjahr von Meindl entsprechend“. Auch die Gegenwart fließt in die Gestaltung ein, diente doch „das rehbraune Fell von Jagdhund Romeo“ als „Inspiration für die Farbgebung“ des Hauses. Was Meindl kann, können wir übrigens schon lange: Unser Wohnzimmer wollen wir in den Farben unserer Guppys streichen, und unsere Duschkabine ist Pi mal Daumen 90 Zentimeter breit, was natürlich als Reverenz ans Jahr der deutschen Einheit zu verstehen ist.

          Einen gemeinsamen Urlaub gegönnt hat sich die junge Union der Volksmusik: Helene Fischer und Florian Silbereisen waren in Afrika. Ein Foto in Frau aktuell zeigt beide vor einer Wasserstelle mit Giraffen. Dass er dabei einen Anzug trägt und sie ein Weißweinglas, deutet entweder auf eine arg dürftige Montage hin oder darauf, dass die beiden nur vor einer Fototapete standen, also in Wahrheit gar nicht im Liebesurlaub waren. Gibt es da etwa eine Krise? Recherchieren, Kollegen! Sangeskamerad Al Bano empfängt derweil laut Neuem Blatt Zeichen aus dem Jenseits: „Es ist, als hätte ich Spezialantennen, die mir die Möglichkeit geben, mysteriöse Energien zu empfangen.“ Das geht uns ganz ähnlich; seit wir den Namen Al Bano lasen, spukt uns die Melodie von „Felicità“ im Kopf herum, wir sollten mal die Antenne abmontieren.

          Abraten müssen wir schließlich von der Diät, die 7 Tage zufolge Schauspielerin Joan Collins befolgt: „In Restaurants bestellt Joan immer nur von der Kinderkarte. Bei den kleinen Portionen kann sie so nie zu viel essen.“ Wir haben das mal ausprobiert; nach einer Woche „Fischstäbchen Käpt'n Blaubär“ und „Eisbecher Pinocchio“ hatten wir fünf Kilo zugelegt.

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