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Herzblatt-Geschichten : Man muss teilen können

„Sie teilen sich Bett und Partei“: Sahra Wagenkecht und Oskar Lafontaine Bild: dapd

Das neue Traumpaar Lafo und Sahra lassen neue Formen der Liebe entstehen. Auch Miriam Pielhau zeigt ungekannte Toleranz. Demi Moore und Christine Neubauer hingegen haben genug.

          3 Min.

          Lieben kommen, Lieben gehen. Nur wenige Monate haben wir warten müssen, bis nach dem Guttenbergschen Gang ins Exil ein neues Traumpaar die Politbühne betrat: Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht sind nunmehr offiziell „eng befreundet“, wie Lafontaine verlauten ließ. Zwar war er auch mal mit Gerhard Schröder so eng befreundet, dass zwischen beide laut Schröder kein Stück Papier passte - getrennt haben sie sich später trotzdem -, doch die Sache mit Sahra scheint noch enger zu sein.

          Jörg Thomann
          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Sahra und Lafo, das klingt schillernd wie Carla und Sarko. Das Bündnis zwischen dem Saar-Napoleon und der Jeanne d’Arc der Linken ruft aber auch schon Mahner auf den Plan: „Käme es zu einer rot-rot-grünen Regierung, hat diese Verbindung für uns alle Folgen“, raunt Bunte-Chefin Patricia Riekel in ihrem Editorial unter dem Titel „Sie teilen sich Bett und Partei“. Wenigstens Letztere teilen sie sich freilich noch mit ein paar anderen.

          Selbstloser Otto: „Ich bin wahnsinnig happy, wenn ich höre, dass Eva glücklich ist.“ Bilderstrecke
          Selbstloser Otto: „Ich bin wahnsinnig happy, wenn ich höre, dass Eva glücklich ist.“ :

          Und während wir überlegen, ob Oskar seine Sahra wohl mit demselben süßen Spitznamen bedenkt, den er laut Bild seiner Noch-Gattin Christa gab („Püppi“), teilt Wagenknechts Noch-Gatte Ralph-Thomas Niemeyer laut Bunte übers Internet mit: „Unsere Solidarität und Verbundenheit ist nicht gebrochen, denn wir haben eine andere Form der Liebe gefunden, die einschließt, dass ich mich auch Oskar verbunden fühle.“ Tatsächlich scheinen wir in einem Zeitalter ungekannter Toleranz zu leben.

          Adalbert Plica (73), der Mann von Gaby Dohm (68), die zusammenlebt mit Peter Deutsch (71), ist keineswegs eifersüchtig, wie er das Echo der Frau wissen lässt, und nimmt auch die Besuche des Rivalen in Kauf: „Ja, der kommt auch hin und wieder. Wir haben uns mit der Zeit aneinander gewöhnt.“ Otto Waalkes (63), von Bunte befragt nach dem neuen Begleiter seiner Frau Eva Hassmann (38), erklärt ganz ohne Witz: „Ich bin wahnsinnig happy, wenn ich höre, dass Eva glücklich ist. Sie ist eine tolle Frau.“ Nicht minder selbstlos zeigt sich Miriam Pielhau: „Wenn man einen Rockstar liebt, muss man teilen können“, sagt die Moderatorin dem Magazin In über ihre Ehe mit einem Musiker. „Bin ich dabei, wenn jemand Thomas angräbt, lasse ich der Frau ihre Zeit mit ihm.“

          Autobahnen, Serpentinen und Trampelpfade

          Davon eine Scheibe abschneiden sollten sich Christine Neubauer und ihr Gatte, die sich nun angeblich eine hässliche Scheidungsschlacht liefern. Neubauer hat seit der Trennung laut Frau im Spiegel „gut zehn Kilo“ abgenommen, sieht sich aber nach wie vor als Vollweib: „Und meine Kurven sind immer noch da. Früher war ich eine vierspurige Autobahn und jetzt bin ich eine schlanke Serpentine.“ Und keineswegs eine verkehrsberuhigte Zone, sie soll ja jetzt mit einem Chilenen zusammen sein.

          Demi Moore (49) scheint die Tatsache, dass ihr Mann Ashton Kutcher (33) noch weitere Pferdchen gesattelt hatte, weit weniger gut zu verkraften als Serpentine Neubauer; auf jüngeren Fotos erinnert Moore jedenfalls an einen ziemlich schmalen Trampelpfad. Ihr Ehe-Aus lässt sogar die Bild-Zeitung moralisch werden: „Haben sie ihre Liebe kaputtgetwittert?“, fragt das Blatt und konstatiert: „Eine Liebe kann nicht mehr wachsen, wenn jeder zu ihr ins Schlafzimmer schaut, das Gesehene kommentiert.“ Moores Twitter-Account („mrskutcher“) dürfte auf jeden Fall bald frei werden.

          „Wetten, dass...?“ in der Staatskrise

          Frei ist auch noch die Position des neuen „Wetten, dass...?“-Moderators, nachdem via Bunte sogar Johannes B. Kerner sie abgelehnt hat: „Nein, ich will es nicht machen, ich bin doch nicht verrückt.“ Das ZDF übrigens auch nicht, weshalb es ihn gar nicht gefragt hat. Wenn auch noch Mario Barth („Ich bin doch nicht blöd“), Verona Pooth („Da kann ich Sie nicht helfen“) und Jopie Heesters („Frühestens in zehn Jahren“) absagen, droht das Ganze Züge einer Staatskrise anzunehmen; dann muss als letzter Ausweg ein Team aus Technokraten die Show übernehmen.

          Oder man nimmt jemanden in die Pflicht, der bei „Wetten, dass...?“ demonstrieren könnte, wie integriert er wirklich ist: Rapper Bushido, in dessen Obhut der Burda-Verlag schon ein zartes Rehkitz gegeben hat, könnte sich auch der deutschesten aller Fernsehshows annehmen. Deren Regeln müssten für den neuen Moderator natürlich modifiziert werden: Bushido wettet gegen die Kandidaten, dass er härter ist/cooler ist/den Längsten hat. Gewinnt der Kandidat, gibt’s eins aufs Maul; gewinnt Bushido, auch. Anschließend entschuldigt sich der Moderator und bekommt wieder einen Bambi. Burdas Bunte schreibt über ihren neuen Liebling: „In Potsdam baut er gerade auf 15.000 Quadratmetern ein Seemannsheim für sich, seine Familie und seine Mutter um. Bitte weiter für Integration kämpfen!“ Tut er doch, indem er seine Mutter in seine Familie integriert. Wobei: Armen Seeleuten das Heim wegzunehmen, scheint uns jetzt nicht besonders integrativ zu sein.

          Verwirrt hat uns übrigens die Antwort, die auf die „Wetten, dass...?“-Frage der Bunten Kai Pflaume gibt: „Michelle Hunziker auszubauen wäre gut.“ Wenn wir uns die Dame so ansehen: Ist sie nicht schon ausgebaut genug?

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