https://www.faz.net/-hxl-9seip

Herzblatt-Geschichten : Lippen so weich wie Marshmallows

Eheähnliche Verhältnis: Schöneberger und Meyer-Burckhardt Bild: dpa

Hollywood-Schauspielerinnen geben ihren Kindern kuriose Namen, zwischen Hera Lind und Engelbert Lainer fällt nie ein böses Wort und Linda Thompson erinnert sich an Süßwaren-Küsse von Elvis. Die Herzblatt-Geschichten.

          3 Min.

          Es ist seltsam. Mit zunehmendem Alter vergessen wir immer mehr Dinge von essentieller Wichtigkeit, während wir uns an Abseitiges erinnern. In Bunte zum Beispiel lasen wir diese Woche, dass die Schauspielerin Lauren Conrad einen Sohn bekommen hat, sie und ihr Mann „freuen sich über den kleinen Charlie Wolf“, und irgendwo in unserem Kopf klingelte da ein Glöckchen. Eine Recherche in unserem ausgelagerten Gedächtnis namens Google ergab: Vor gut zwei Jahren, wir erwähnten es in dieser Kolumne, hat Conrads Kollegin Zooey Deschanel ein Kind geboren und es Charlie Wolf getauft. Und nicht nur das: Wir erfuhren sogar die Reaktion von Mutter 1 auf die Namenswahl von Mutter 2. „Ich glaube“, hat Deschanel einer Zeitung gesagt, „sie wusste es nicht.“

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Wirklich Gewissheit erlangen dürfte Zooey Deschanel vermutlich erst, wenn Lauren Conrad auch eine Tochter bekommt. Sollte diese dann auf denselben Namen getauft werden wie die ältere Schwester des Deschanelschen Charlie Wolf, dann wird sich Conrad kaum damit herausreden können, von nichts gewusst zu haben: Deschanels Tochter heißt Elsie Otter.

          Überaus hübsche Vornamen trägt auch ein Paar, von dem Bunte ebenfalls erzählt, nämlich Hera Lind und Engelbert Lainer – die sich, als wäre das nicht entzückend genug, auch noch „Herzerl“ und „Engel“ nennen. Überhaupt ist die Liebe zwischen Herzerl und Engel so überwältigend, dass es normal Liierte beschämen muss: „Ich verstehe nicht, weshalb Paare streiten. Streit ist etwas Entsetzliches und macht so viel kaputt“, sagt Engel, und Herzerl bestätigt: „Wir haben echt noch nie gestritten.“ Wiederum Engel erklärt: „Menschen, die unter Eifersucht leiden, tun mir leid.“ Während Herzerl beteuert: „Ich sage meinem Engel so oft wie möglich, dass ich ihn liebe...“ – „...und ich meinem Herzerl“, sekundiert Engel.

          Gequengel und Herzschmerzerl

          Hach, wir könnten noch Ewigkeiten aus diesem Gespräch zitieren, stutzen allerdings, als Engel sagt: „Finanzen sollten getrennt sein. Wir sind beide kein bisschen materiell eingestellt.“ Schön, aber wenn sie kein bisschen materiell eingestellt sind, könnten sie dann nicht doch ein gemeinsames Konto haben? Oder fürchten sie etwa, dass es dann zu Streit und Eifersucht kommen könnte und es zwischen Engel und Herzerl plötzlich ganz viel Gequengel und Herzschmerzerl gäbe?

          Die Kosenamen von Andy Borg und „seiner Birgit“, wie sie in der Herzpresse stets heißt, kennen wir nicht, doch auch sie führen eine Musterbeziehung: „Nicht einen Tag waren sie getrennt, seit Andy Borg und seine Birgit (48) 1999 geheiratet haben“, weiß Das goldene Blatt. „Wenn man einen Menschen lieb hat, wenn man einfach so Gänsehaut bekommt, völlig ohne Grund, dann kann man schnell selbst auf den Gedanken kommen: Ach, das wäre doch schön, ich bringe ihr eine Blume mit“, sagt Borg, und das hat er so allerliebst formuliert, dass auch wir sofort Gänsehaut kriegen. Könnte aber auch sein, dass es hier im Büro etwas zieht.

          Auf die Bühne lässt „seine Birgit“ ihn dann aber doch alleine: Schlagersänger Andy Borg

          „Wir verbrachten das erste Jahr 24 Stunden am Tag gemeinsam“, erinnert sich wiederum Linda Thompson in Bunte an die fünf Jahre, die sie an der Seite Elvis Presleys verbrachte. „Doch nach einem Jahr meinte er, ich kann doch ruhig mal meine Familie besuchen. Diese Chance nahm er wahr.“ Heißt: Er hat sie betrogen – und insofern tun seine Birgit und Andy Borg gut daran, den anderen auch nach zwanzig Jahren keine Minute aus den Augen zu lassen. Bei einem weiteren Vorfall überraschte Thompson ihren Liebsten mit der hauseigenen Krankenschwester: „Elvis sagte, er sei eingeschlafen und hätte das gar nicht richtig mitbekommen. Alle Frauen seien hinter ihm her.“ Ich war mit einer anderen im Bett, hab’ aber die ganze Zeit geschlafen: Diese Argumentation würde man uns Nicht-Elvissen kaum durchgehen lassen. Aber hinter uns sind ja auch nicht alle Frauen her.

          Verstanden sich auch ohne Worte – zumindest zeitweise: Linda Thompson und Elvis Presley

          Anders sieht es womöglich bei Hubertus Meyer-Burckhardt aus, denn kein anderer als der Talkmaster ist die „Versuchung“ in der Freizeitrevue-Schlagzeile „Barbara Schöneberger – Pikantes Doppelleben – Die Versuchung wartet schon in Hamburg“. Das Heft enthüllt: „Alle zwei Wochen steht das Paar gemeinsam vor der Kamera, schon Tage vorher reist Barbara aus Berlin an, um sich mit Hubertus – sagen wir: auf die Sendung vorzubereiten.“ Sehr lässig gesetzt, dieses „sagen wir“, ebenso wie das „Soso“, welches das Blatt nach Meyer-Burckhardts Zitat druckt, Schöneberger und er kommunizierten „auch ohne Worte“. Leider lässt Schöneberger in Bunte alle pikanten Vorstellungen verpuffen: „Das Geheimnis unseres eheähnlichen Verhältnisses: Wir sehen uns nur alle zwei Wochen und haben dann keinen Sex.“ Tatsächlich also wie in einer Ehe, nur dass man sich dort häufiger sieht.

          Ohne Worte verständigen konnten sich übrigens auch Elvis und Linda Thompson: „Seine Lippen waren wie zwei Marshmallows. Seine Küsse waren weich und süß“, sagt sie. Während Küsse mit Schlauchbootlippen ja meist nach Gummi schmecken und welche mit Wurstlippen deftig und nach Senf.

          Apropos: Koch Tim Raue schmäht einen Fast-Food-Klassiker. „So eine Currywurst hat doch nahezu kein Fleisch mehr in sich. Das grenzt an Körperverletzung“, klagt er in Bild. Eine gute Nachricht ist dies freilich für Vegetarier: Sie können jetzt wieder guten Gewissens eine Currywurst essen.

          Weitere Themen

          Panda in der Röhre Video-Seite öffnen

          Ungewöhnliches Bild : Panda in der Röhre

          Ungewöhnliche Bilder aus dem Zoo Berlin: Der Panda Jiao Qing musste zum Nierencheck ins CT. Ergebnis: Eine Niere ist verkleinert, der Bär wird nun weiter untersucht. Seine kleinen Zwillingsbabys entwickeln sich unterdessen prächtig. Sie wiegen mittlerweile schon vier Kilogramm.

          Topmeldungen

          Bevölkerungswachstum : „Ein politisch heikles Thema“

          Die Demographie-Forscherin Alisa Kaps über die Weltbevölkerungskonferenz, schwierige Gespräche mit afrikanischen Regierungschefs, Gegenwind von Abtreibungsgegnern und darüber, wie Rechtspopulisten das Thema Bevölkerungswachstum besetzen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.