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Herzblatt-Geschichten : Liederlich gekleidet

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Der 72 Jahre alte Schauspieler Morgan Freeman plant seine 27 Jahre alte Stiefenkelin zu heiraten Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Diskretion ist wichtig. Bei uns Normalmenschen sprechen sich die unangenehmen Nachrichten nur im Bekanntenkreis herum. Ärgerlich genug. Prominente trifft es bei schlechten Neuigkeiten schlimmer. Die neuen Herzblatt-Geschichten.

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          Auch früher waren die Menschen ja nicht immer diskret. Doch ehe man einen Liebesbrief einem Dritten zeigte, überlegte man sich das. Heute werden Mails bedenkenlos weitergeleitet, selbst wenn sie so intim sind wie die der Naomi L. (24), die an Echo der Frau schreibt: „Ich war in einen Kollegen (38) verliebt und dachte, er fühlt wie ich.“ Ja, schade, der Blödmann hat aber Naomis Liebesmails unter den Kollegen verschickt, und die arme Naomi „könnte sterben vor Scham“. Was würden Sie, Leser, Naomi jetzt empfehlen? Kündigen?

          Ja, die Diskretion ist schon etwas ganz Wichtiges im Leben. Während bei uns Normalmenschen sich aber die unangenehmen Nachrichten nur im Kollegen- und Bekanntenkreis herumsprechen, stehen die schlechten Neuigkeiten über die Prominenten immer gleich in der Zeitung. Ist es zum Beispiel nicht unendlich peinlich, dass Hollywoodstar Morgan Freeman (72) etwas mit einer Siebenundzwanzigjährigen hat? Die noch dazu seine Stiefenkelin ist? Oder denken Sie an Boris Becker. Kaum ärgert er sich über seine frisch angetraute Gattin, schon ist Bild dabei und berichtet mit drei Fotos von einem handfesten Krach: „Hier zoffen sich Boris und seine Lilly.“ Was war geschehen? Sie hatte ihn warten lassen: „Vor allen Gästen schrie er sie an.“

          „Da kommt der Opa“

          Du liebe Güte, wenn wir einmal die Zeiten addieren müssten, die wir schon (“Schatzi, ich mach' mir nur schnell noch die Nägel“) auf Frauen warten mussten, da käme sicherlich ein ganzes Jahr zusammen, doch lamentieren wir darob? Null. Aber wir haben auch nicht so ein Egoproblem wie der Extennisspieler, über dessen Solipsismus die Psychologen von Bild eiskalt schreiben: „Seine Körpersprache signalisierte: Einen Herrn Becker lässt man nicht warten!“

          Wartet nicht gerne: Boris Becker und seine Frau Lilly

          Wir wollen aber jetzt schnell noch drei Herren loben, die uns in Bunte durch kluge Zitate aufgefallen sind. Der erste ist Niki Lauda (60), dessen junge Frau (30) ihm bald Zwillingssöhne schenken wird. Dass er bei der Geburt nicht dabei sein will und seine Begründung etwas schwach ist, gibt zwar einen leichten Punktabzug: „Wenn ich mir den Fuß breche, sitzt meine Frau ja auch nicht daneben, wenn sie ihn mir eingipsen.“ Aber wie er dann die etwas seelenbrutale Einlassung von Bunte pariert: „Niki, wenn Sie Ihre Kinder von der Schule abholen werden, sind Sie 66. Keine Angst vor ironischen Bemerkungen wie ,Da kommt der Opa'?“, das ist schon vom Feinsten. Lauda: „Menschen, die eigene Probleme auf das Leben anderer abwälzen, interessieren mich einen feuchten Kehricht.“

          Eine prima Idee

          Um das ähnliche Thema kreist Münte (69), der angibt, auf seine junge Freundin Michelle (29) gar nicht angesprochen zu werden: „Erst recht nicht in der SPD. Wenn ja, müsste man es ändern.“ Na, das ist doch eine prima Idee, Münte, lass das doch ins Grundwerteprogramm aufnehmen: „Der ältere Sozialdemokrat hat das unantastbare Grundrecht auf eine junge Partnerin.“ Unser drittes Lob aber geht an dich, ehemaliger Fußballmanager Rudi Assauer, der du nun getrennt lebst von deiner Ex Simone Thomalla (69) und der du die Bunte-Frage „Wie lebt es sich als einsamer Cowboy?“ souverän beantwortest: „Einsame Cowboys sind einerseits Genießer, andererseits halten sie die Klappe.“

          Und was gibt es sonst noch Neues? Gloria Vanderbilt hat trotz ihres zarten Alters von 85 einen Sadomasoroman geschrieben, der bestimmt „fesselnd“ ist. Karl Lagerfeld hat einen neuen bildhübschen Lover (19), der aber von Bunte als „Muse“ bezeichnet wird. Sabine Christiansen (74) und Stefan Aust (90) planen eine neue Talkshow. Und dann haben die Schauspieler Harald Krassnitzer und Ann-Kathrin Kramer so heimlich geheiratet, dass Bunte dennoch ein paar Glanzfotos von diesem Event abdrucken konnte. Doch falls Sie annehmen sollten, Frau Kramer sei ganz doll aufgeregt gewesen, irren Sie: „Ich war keine von diesen hyperventilierenden Bräuten, die den ganzen Tag mit Schnappatmung verbringen und nur damit beschäftigt sind, dass alle glücklich sind.“

          Ein Wort des Trostes

          Ja, das ist schön, und sollten Sie, Leser, noch das Bedürfnis haben, Kluges und Aufbauendes zu lesen, so zitieren wir gern den dicken Schauspieler Dieter Pfaff, der in Das Goldene Blatt einen geldwerten Partnerschaftstipp parat hat: „Ich glaube, dass es wichtig ist, dass man seinen Partner so liebt, wie er ist, und nicht so, wie man ihn sich wünscht.“

          Zum Schluss ein Wort des Trostes an dich, Goldenes-Blatt-Leserin Margot Tewes (74). Du klagst, deine Enkelin Mona (17) sei liederlich gekleidet: „Mal geht ihr der Rock nur bis knapp unter den Po, dann trägt sie Oberteile, die entweder bauchfrei oder so tief ausgeschnitten sind, dass sie mehr zeigen, als sie verdecken. Schrecklich!“ Ja, wirklich furchtbar. Aber hören Sie, wenn Ihre Enkelin ein paar Jahre älter ist und einen Assistentinnen-Job sucht, dann soll sie uns mal schreiben, wir hätten da vielleicht etwas Interessantes für sie. Vorausgesetzt, sie hat ihren Kleidungsstil nicht geändert.

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