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Herzblatt-Geschichten : Liebe und Leichtigkeit

Dieses Team ist längst Weltmeister der Herzblätter: Christian Wulff und seine Bettina Bild: dpa

Christian und Bettina Wulff, Harald Krassnitzer, Roberto Blanco - sie alle sprechen die Sprache der Liebe. Amy Winehouse hat sie sich sogar in die Brüste tätowiert. Nur in der Ehehölle von Prinz Charles und Camilla herrscht Liebesentzug.

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          Die kommenden Wochen werden hart. Die Sommerpause trifft uns mit voller Wucht, und die Auftritte der jungen, multikulturellen Mannschaft, die uns so sehr in Atem gehalten haben, sind Vergangenheit. Was ersetzt, so fragen wir uns, die mutigen, wenn auch selten glücklichen Vorstöße eines Philipp Rösler? Wie sollen wir auskommen ohne die geschmeidige Verteidigungsarbeit zu Guttenbergs, wie ohne die – für Gegner wie fürs eigene Team – stets brandgefährlichen Soli eines Westerwelle? Hoffen wir, dass der Sommer rasch vorübergeht und die Berliner Truppe uns mit neuen spektakulären Aktionen unterhält.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Gottlob aber haben wir wenigstens ihn, genauer gesagt sie: Christian Wulff und seine Bettina. Dieses Team ist längst Weltmeister der Herzblätter. Wer war noch mal Gauck? Nur ein Sommermärchenonkel, der im Glanz des Paars verblasst. „Schon jetzt“, schwärmt Neue Welt von Wulff, „reicht sein Leben für einen ganzen Roman“, und wer das bezweifelt, der sei an den 2000-Seiten-Wälzer erinnert, den Musil über einen „Mann ohne Eigenschaften“ schrieb. Literarisches Potential offenbart auch die Sprache, die die Wulffs laut Frau im Spiegel sprechen: „Es ist die Sprache der Liebe, der Lebensfreude und einer neuen Leichtigkeit.“ Bunte wiederum behauptet, dass „uns die Welt um unseren neuen Bundespräsidenten und seine Frau Bettina beneiden wird“, und ist gespannt, „wie viel Zauber und Optimismus sie verbreiten werden“.

          Hans, Franz, Blake und Fielder

          Nach Mahnern und Moralisten nun also als Staatsoberhaupt ein Zauberkünstler, der beim Sommerfest indes noch keine Tricks gezeigt hat. Bunte hat dort gut zugehört: „Das sind die neuen Kennedys, flüstert eine Society-Lady.“ Die Guttenbergs, die den Titel auch schon mal trugen, wären damit nur noch die alten neuen Kennedys. Wir halten den Vergleich mit John F. Kennedy aber für verfrüht. So verfügt Wulff unseres Wissens über keinerlei Mafiakontakte, was auch seine Zeit im VW-Aufsichtsrat nicht wettmachen kann. Auch eine Affäre mit einem Filmstar wie Marilyn Monroe hat er nicht vorzuweisen, aber das kann ja noch kommen. Wir setzen da auf Veronica Ferres.

          Probleme mit Brusttattoos: Amy Winehouses neuer Freund will den Namen des alten weglasern lassen

          Nur das Echo der Frau kann sich nicht so recht freuen und nölt, dass Bettina Wulffs Oberarm-Tattoo „prollig“ wirke, „besonders, wenn sie ein Abendkleid trägt“. Gatte Christian aber finde die Tätowierung cool. Er demonstriert auch hierin mehr Liebe und Leichtigkeit als Reg Traviss, der Freund von Amy Winehouse. Traviss hat Amy gebeten, „sich den direkt über der Brust tätowierten Namen ihres Ex-Mannes Blake Fielder-Civil weglasern zu lassen“, was, wie Bunte warnt, zu „Schäden an den Brustimplantaten“ führen kann. Wir mahnen zur Toleranz und verweisen auf Heidi Klum, die ihre Brüste, wie sie mitteilte, Hans und Franz nennt. Traviss sollte die von Winehouse einfach Blake, Fielder und, äh, durch den Doppelnamen wird das Ganze natürlich komplizierter.

          Die Sprache der Liebe beherrscht auch Harald Krassnitzer. „Nach der Hochzeit wird es schon noch einmal intensiver – auch wenn ich vorher nicht geglaubt habe, dass es dadurch eine solche Verdichtung einer Emotion und des Bewusstseins gibt“, erzählt der Schauspieler dem Echo der Frau über seine Ehe mit Ann-Kathrin Kramer. Im Goldenen Blatt fügt er hinzu: „Ja, unsere Gefühle füreinander sind noch intensiver, noch klarer und tiefer, liebevoller und ehrlicher geworden und auch sehnsüchtiger und leidenschaftlicher und sicherer.“ Und wahrer und schöner, frischer und fröhlicher, herrlicher und herzlicher? Lassen Sie sich was einfallen, Krassnitzer, das können Sie bestimmt noch besser!

          „Liebesentzug als Ehetherapie“

          Hochbrisante Insider-Infos liefern die Blätter wie gewohnt über den Adel. Prinz Charles „flieht aus der Ehe-Hölle“ mit Camilla, haben „Palast-Angestellte“ dem Neuen Blatt verraten, während im Echo der Frau „ein Palastinsider munter ausgeplaudert hat“, dass Camilla ihrem Gatten „Liebesentzug als Ehetherapie“ verordnete. Derweil wollen „aufmerksame Dänen“ laut Goldenem Blatt Kronprinzessin Marys Wagen vor einer Frauenarztpraxis gesichtet haben; da wäre es kaum mehr nötig gewesen, dass „ihre beste Freundin“ bestätigt, dass Mary schwanger sei. Vergleichsweise läppisch fällt das „Familien-Geheimnis“ aus, das ein „Hofangestellter“ im Goldenen Blatt über Prinzessin Maxima lüftet: „Maximas Frohsinn ist die Kraftquelle der Royals.“

          Die Bildunterschrift der Woche liefert Das Goldene Blatt in einem Text über die Beatles. Unter einem Foto, auf dem George Harrison John Lennon scheinbar ein paar Nägel in den Kopf schlägt, steht: „Tragischer Tod – John Lennon (u.) wurde 1980 ermordet.“ Und zwar mit Nägeln? Bester Gesundheit hingegen ist Roberto Blanco (73), der im selben Blatt neben seiner Freundin Luzandra (29) und der Schlagzeile posiert: „Mit dieser Frau möchte ich alt werden.“ Selten ist ein Wunsch schneller in Erfüllung gegangen. Im Artikel spricht Blanco von „mindestens 30 Jahren, die wir gemeinsam durchs Leben gehen werden“. Falls Sie, liebe Luzandra, nicht glauben, dass das möglich ist: Fragen Sie besser mal bei Frau Heesters nach.

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