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Herzblatt-Geschichten : Kohl isst rohe Butter

  • -Aktualisiert am

Einen Bentley für die Nachbarn als Entschuldigung: Robbie Williams Bild: ddp

Wer plaudert über das Essverhalten von Helmut Kohl? Warum fliegt Oliver Kahn nur so auf Disco-Girls? Und wer hat das Wort Treue nicht in seinem Lexikon? Diese und andere Fragen beantworten die neuen Herzblatt-Geschichten.

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          Soeben serviert uns unsere bulgarische Redaktionsassistentin Snejanka eine Packung Butter, und wir beginnen mit einem Geständnis. Die Sache ist uns so peinlich, dass wir uns nie geoutet hätten, würde uns nicht ein Größerer den Mut dazu verleihen. Also, es ist so: In Stress-Situationen essen wir Butter. Schmeckt total gut und beruhigt die Seele. Das Gleiche tut offenbar auch Helmut Kohl. Jedenfalls, wenn man dem ehemaligen schwedischen Premier Göran Persson Glauben schenkt.

          Im Fernsehen seines Heimatlandes hat er über das Essverhalten des damaligen Bundeskanzlers bei einer erregten Debatte über den Euro berichtet: „Dann setzte er sich hin und begann, Butter zu essen. Massenweise Butter. Erst einen Teller, auf dem wohl zehn Stückchen zu je zehn Gramm lagen. Der war schnell weg. Dann noch einen. Erst danach beruhigte er sich langsam.“

          „Elektronisch angeregte Zustände großer Moleküle“

          Echt interessant. Wenn Sie uns jetzt bitte noch, sehr geehrter Helmut Kohl, verraten könnten, ob Sie die Butter zu lutschen oder zu kauen pflegen, dann wäre alles in Butter und wir könnten uns einem weniger fetten Thema zuwenden, den Frauen. Nur 59 Prozent der deutschen Frauen sind zu dick, aber 75 Prozent der Männer, hat Vanity Fair ermittelt, was sich ja furchtbar anhört und sicherlich viel an dieser Butteresserei liegt. Gottlob nicht übergewichtig sind die beiden Freundinnen, die sich derzeit Oliver Kahn (37) hält, der Fußballtorwart.

          „Dann setzte er sich hin und begann, Butter zu essen”

          Seine Neue sieht auf ihre dunkle Art ziemlich gut aus und war mal Miss Tirol. Revue stellt die Frage: „Warum fliegt er nur auf Disco-Girls?“ Wir aber antworten: Doofe Frage, alle Männer jenseits der 37 fliegen auf Disco-Girls, auf wen denn sonst? Meinst Du, Revue, wir hätten unsere Snejanka bei der Vorlesung „Elektronisch angeregte Zustände großer Moleküle“ kennengelernt? Oder Jack Nicholson (70) hätte seine 2000 Frauen mit heiteren Vorträgen über Laserstrahlauftragsschweißen von Gitterstrukturen verführt?

          „Das Wort Treue gibt es in meinem Lexikon nicht“

          Nichts da: Männer wollen Disco-Girls, und Disco-Girls wollen Männer, die ihnen etwas bieten können. Wie der jetzt wieder freie Prinz William von England. Der junge Mann ist 24, er sieht ganz nett aus, er hat Geld und kann eine Frau zur Königin machen. Alles also spricht dafür, dass er in seinem Herzen denkt, was der Sänger Abi Ofarim heute in Neue Welt offen ausspricht: „Das Wort Treue gibt es in meinem Lebenslexikon nicht. Ich habe zu allen Frauen immer gesagt: ,Genießt jede Sekunde mit mir. Wer weiß, was morgen ist.'“

          Übrigens war Abi Ofarim in seinen reichen Tagen sehr unreif. Einmal verschenkte er seinen Jaguar, nur weil der zwei Pannen hatte. Als sehr viel anmutiger muss dagegen Robbie Williams' Verhalten gelten. Weil seine Freunde die Zufahrt seines Nachbarn in Los Angeles zugeparkt hatten, stellt er ihm am nächsten Tag als Entschuldigung einen neuen Bentley (250.000 Euro) vor die Tür.

          „Wer will schon ein Auslaufmodell fürs Leben?“

          Aber während Sie, Leser, jetzt primitiv neidisch sind, stellen wir warmherzig und sensibel die Frage: Wie mag es wohl Kate Middleton gehen, der sitzengelassenen Ex des Prinzen William. Bunte urteilt hart und glaubt nicht, dass die hübsche, jetzt so gedemütigte junge Frau wieder einen adäquaten Partner finden wird: „Wer hat das Selbstbewusstsein, mit einem - brutal gesagt - Auslaufmodell durchs Leben gehen zu wollen?“

          Also, liebe Bunte, das ist dann doch ein wenig weit gegangen, Auslaufmodell. Das kannst Du nur büßen, indem Du möglichst rasch recherchierst, wer der deutsche Politiker war, mit dem das Ex-Pornomodell Cicciolina in deinem Blatt andeutet, eine Affäre gehabt zu haben. Und ein paar pikante Details zur Seehofer-Affäre wären ja auch mal wieder dringend nötig.

          „Oh, Papa, das ist aber im Moment ganz schlecht

          Auch mit Dir, Neue Welt, müssen wir ein ernsteres Wörtchen sprechen: In Deiner Geschichte über Peter Alexander „Er hat die Liebe neu entdeckt“ raunst Du etwas von „viel jüngeren Frauen“, die den beliebten alten Lausbub (80) verehren und begehren. Leider gebe es aber „Nachbarn, die schauen, wer in sein Haus geht. Leute, die spitze Bemerkungen machen, wenn ein älterer Herr rote Rosen oder Champagner kauft“. Beim nächsten Mal, Neue Welt, berichtest Du aber bitte schön haarklein, wer da bei Peter Hausbesuche macht, für wen er rote Rosen ersteht, um wie viele Jahre die Damen jünger sind und ob sie in ihrer Schönheit den Redaktionsassistentinnenstandard erreichen.

          Auch in schöne Töchter kann man auf wohlwollende Art ja ganz vernarrt sein, muss aber auch damit leben, dass sie sich von einem lösen. Des Schauspielers Dominik Raackes Töchterlein (15) sagt zu ihm, wenn er sie anruft: „Oh, Papa, das ist aber im Moment ganz schlecht.“ Aber das geschieht ihm recht, denn 1998 sagte er etwas Ungeheures: „Wenn ich in die U-Bahn oder ein Lokal komme, checke ich innerhalb von Sekunden die Frauen ab. Das sind alles potentielle Sexualpartnerinnen. So sind alle Männer.“ Eine Frechheit. Wir würden nie so denken. Wir fahren allerdings auch nie U-Bahn.

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