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Herzblatt-Geschichten : Erfolgsgeheimnis Penetranz

Bei einer New Yorker Party im März 2019 hat David Hasselhoff viel zu lachen, seine Frau Hayley Roberts lächelt hingegen einfach nur – ob sie schon einen Plan hat, wie sie ihn von einem gemeinsamen Kind überzeugen kann? Bild: AP

Die Klatschblätter sind unzufrieden: Heidi Klum macht zu viele Anspielungen, Archie wird ohne Skandale getauft und David Hasselhoff wünscht sich derzeit eher kein Baby. Die Herzblatt-Geschichten.

          Das Betrauern von angeblich verschwindenden Tugenden wie Höflichkeit und Fleiß ist allgegenwärtig. Da wollen wir nicht zurückstehen: Heute beklagen wir den Verlust der Bescheidenheit. Gut, im Showbusiness war sie noch nie ein Karrieretreiber, aber sympathisch hat sie die Leute, die dann wegen ihrer Bescheidenheit keine Jobs bekommen haben, schon gemacht!

          Heute hingegen erfahren wir in „Bunte“, wie Laura Karasek, die Tochter des legendären Literaturkritikers, es von der Anwaltskanzlei ins Fernsehen geschafft hat: „Ich habe ans ZDF geschrieben: ,Sie müssen mich kennenlernen! Sie werden es nicht bereuen!‘“ Krass, denken Sie jetzt, so einfach geht das? Nicht doch: „Hat nicht sofort geklappt, aber ich habe es immer wieder geschickt.“ Dass Karasek jetzt im ZDF moderiert, ist also das Ergebnis purer Hartnäckigkeit. Penetranz als Gebot der Stunde. Und falls Sie auch eine Fernsehkarriere planen: Probieren Sie das doch, uns würde interessieren, nach wie vielen Briefen exakt gleichen Wortlauts der Sender kapituliert und zum Casting einlädt. Fünfzig? Hundert?

          Aber nicht alle schätzen Penetranz. „Das Neue Blatt“ beschwert sich bitterlich über Heidi Klum, die jeden Tag Andeutungen zu ihrer Hochzeit mit Tom Kaulitz fallenlässt. „Ziemlich anstrengend“ findet die Zeitschrift das, „peinlich“ und „nervig“. Der ganze Text liest sich wie das Klagelied einer Tante, die nicht zur Hochzeit der Nichte eingeladen wurde. Wirklich empörend, dass „Das Neue Blatt“ nicht beim Blumenschmuck von der Braut zu Rate gezogen wurde.

          Die britischen Spielverderber

          Ebenfalls kurz vor der Hochzeit stehen Prinz Andrew und seine Exfrau Fergie, behauptet „Das Goldene Blatt“. Die beiden sind seit 23 Jahren geschieden, aber nun planen sie die zweite Vermählung, verrät „ein Insider“. Diese Geschichte bringt auch „Gala“ online, legt aber ihre Quelle offen: den Sprecher eines britischen Wettbüros, der kundtut, dass die Quoten derzeit 2:1 für eine Hochzeit stünden und man das deshalb „sicher nicht ausschließen“ könne. Willkommen in der Demokratie, da darf die Wettquote als Volksabstimmung gelten, also wird jetzt eben geheiratet. Wofür zahlen die Briten denn Steuern, wenn nicht für das konstante Entertainment durch ihre Königsfamilie?

          Sarah Ferguson (mitte) und Prinz Andrew (rechts) bringen sich laut der Boulevardpresse für ihre zweite Hochzeit in Stellung. Hier sind sie im Juni bei der Royal Ascot-Rennwoche zu sehen.

          Schließlich entziehen sich Harry und Meghan schon dem öffentlichen Spektakel und haben Baby Archie im engsten Familienkreis taufen lassen. Nicht mal die Namen seiner Paten wurden bekannt. „Wie bitte?“, fragt „Gala“ indigniert. „Kein öffentlicher Gang zur Kapelle?“ Ein Spielverderber sei Prinz Harry. Als „Skandal-Taufe“ bezeichnet „Echo der Frau“ die Angelegenheit sogar – ein Skandal ist also neuerdings die Abwesenheit von Skandalen. Damit gelingt dem „Echo der Frau“ ein epochaler Beitrag zum Forschungszweig der Aufmerksamkeitsökonomie.

          Apropos Aufmerksamkeit: David Hasselhoff wünscht sich derzeit eher kein Baby von seiner Frau Hayley, wie er „Bunte“ im Interview gesteht. „Denn dann ist sie mit dem Baby 24 Stunden beschäftigt, und vielleicht bekomme ich mal eine Minute davon ab.“ Gut, da könnte man jetzt einwenden, dass Hasselhoff sich auch mal selbst mit dem Kind beschäftigen könnte, statt daneben zu stehen und zu warten, bis er an der Reihe ist, von Mutti abgeknutscht zu werden. Andererseits wäre es doch sicher schön für das Baby, direkt ein Geschwisterchen zu haben. Auch wenn es 66 Jahre älter ist.

          Kloster, Pools und George Clooney als Präsident

          Die Existenz von Kindern einfach wegzuignorieren, das beherrscht auch „In“. Dort wähnt man Maite Kelly nämlich schon auf halbem Weg ins Kloster und hat sie mittels Photoshop bereits in eine Nonnenkutte gesteckt. Schließlich ist sie sehr gläubig und frisch geschieden – weiß man etwa von irgendeiner Frau, für die das nicht zwangsläufig Kloster bedeutet hätte? Maite Kelly selbst wird mit einem ausweichenden „Diese Option habe ich immer noch“ zitiert, aber da war die Fotomontage wohl schon fertig. Und dass die Sängerin drei Kinder zwischen 13 und vier Jahren hat, scheint für „In“ auch kein Problem darzustellen. Die können dann ja im Klostergarten Unkraut jäten, das ist gut für Kinder, frische Luft und so. Eine bessere Umgebung könnte man sich kaum vorstellen.

          Außer vielleicht die Villa der schwedischen Prinzessin Madeleine in Miami, die jetzt verkauft wird, weswegen sie sich mit ihrer Familie womöglich woanders einmieten muss. Schade, findet „Frau im Spiegel“ und zeigt Fotos des weitläufigen Anwesens: „Der Pool ist vor allem für Madeleines drei Kinder ein Highlight an heißen Tagen.“ Der Pool ist riesig und nicht eingezäunt, das älteste Kind ist fünf, das jüngste ein Jahr alt. Die Vorstellung, ihre Kleinkinder an einem ungesicherten Schwimmbecken toben zu lassen, ist ja auch für Eltern an heißen Tagen echt erfrischend.

          Aber laut dem Boulevard ist Madeleine sowieso noch nirgends so richtig angekommen. Ähnlich wie George Clooney, dem Schauspielerei und Regie angeblich nicht mehr reichen: Er soll konkrete Pläne haben, sich als Präsidentschaftskandidat aufstellen zu lassen, berichtet „In“. Seine Frau Amal will angeblich unbedingt First Lady werden. Das ergibt Sinn, wir haben es uns schon lange gedacht: So eine internationale Karriere als Anwältin für Menschenrechte ist sicher sehr langweilig.

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