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Herzblatt-Geschichten : Joghurts für Ariadne

Lothar Matthäus hält Ordnung im Kühlschrank Bild: dpa

Ordnung mit System gehört für den Ex-Fußballer Lothar Matthäus einfach dazu - auch im Kühlschrank, klagt Ariadne. Beim Volksmusikpärchen Hertel/Mross geht es weitaus chaotischer zu. DSDS-Pietro rast derweil ungebremst durch erogene Zonen.

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          Die ganze Männer-Frauen-Macht-und-Sex-Geschichte ist auch diese Woche keinen Deut klarer geworden, erst recht nicht durch die rasant steigende Zahl von Experten. Dass der von Gala konsultierte „Diplom-Psychologe Michael Thiel“ über die vom steirischen Stier gehörnte Maria Shriver mitteilt, sie müsse nun „regelrechte Trauerarbeit leisten“, dürfte so wahr sein, wie es banal ist; seltsam jedoch finden wir, was er über ihren Noch-Gatten zu sagen hat: Männer vom Schlage Arnold Schwarzeneggers kämen sich vor „wie eine riesengroße Sahnetorte, von der alle naschen können und satt werden“. Von Schwarzenegger naschen, das käme uns nicht mal in größter Hungersnot in den Sinn, allein die ganzen Anabolika, pfui Teufel.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Wenn wir übrigens dessen frühere Haushälterin wären, so würde uns nicht nur nerven, dass jedes Käseblatt auf der Welt nun unseren Sohn zeigt (bei dem man in der Tat sofort ahnt, wer hier geeggt und gesät hat), sondern auch, wie unverhohlen unser Äußeres debattiert wird. „Attraktiven Frauen, heißt es, habe er sich nicht gewachsen gefühlt“, schreibt Gala über Schwarzenegger, und Bild wirft gar die Frage auf: „Sind hässliche Frauen besser im Bett?“ Auch hierfür steht ein Experte parat, der „Psychologe und Paartherapeut Dr. Elmar Basse“: Unattraktive Frauen erhielten „seltener Bestätigung als hübsche und können daher manchmal, sagen wir: sehr erfreut sein, wenn man(n) ihnen Aufmerksamkeit schenkt“. Wenn Männer auf hässliche Frauen stünden, könne „ein geringes Selbstwertgefühl“ dahinterstecken, „ein sexueller Fetisch“ oder „eine Rebellion“. Der Republikaner Schwarzenegger, im Privaten ein Rebell: Das ist wirklich mal eine neue Erklärung, wenn auch eine blöde.

          Und dann ist da noch Patricia Riekel. Die Bunte-Chefredakteurin schreibt im Editorial über Schwarzenegger und Strauss-Kahn, landet dann aber irgendwie woanders: Männer, fordert sie, „sollten Sensibilität dafür entwickeln, dass Frauen an manchen Tagen Zweideutigkeiten lässig hinnehmen und am nächsten Tag schockiert sind. Das setzt aber voraus, dass Frauen präziser in ihrer verbalen Kommunikation und Körpersprache sind.“ Was hat das mit den genannten Männern zu tun? Hat sich das Zimmermädchen, wenn ihm tatsächlich widerfahren ist, was der Staatsanwalt sagt, einfach zu unpräzise verhalten? Ist es nicht eher so, dass jede noch so klare Ansage nichts bringt, weil der Mann frauentechnisch Analphabet ist? Was auch immer die Bunte-Chefin verbal ausdrücken wollte - verstanden haben wir es nicht. Vielleicht wäre es mit Körpersprache klarer geworden.

          Arnold Schwarzenegger fühlt sich wie eine Sahnetorte - wer naschen will, ist herzlich eingeladen

          Promifrauen versus Krankenschwestern

          Auch Dylan, 20, die Tochter von Sean Penn, 50, trifft nicht ganz den Punkt; vom Vater, der sich mit Scarlett Johansson, 26, vergnügt, verlangt sie laut Frau im Spiegel, „dass er sich seinem Alter entsprechend benehmen soll“: Genau das tut er doch. Gruselsänger James Blunt wiederum rät, entnehmen wir Bunte, statt Promi-Frauen lieber Lehrerinnen oder Krankenschwestern zu verführen, als „Belohnung für das, was sie für die Welt tun“. Sind Sie sich sicher, Blunt, dass diese ohnehin hart geprüften Frauen das in Ihrem Fall nicht eher als Strafe empfänden?

          Lothar Matthäus andererseits muss man immerhin zugutehalten, dass er auch seine Verflossenen gut versorgt hat - jedenfalls mit Gesprächsstoff, der ihnen noch ein paar Minuten Ruhm garantiert. Matthäus, berichtet seine Ex Ariadne der Zeitschrift In, sei ein „totaler Kontrollfreak“, der Joghurts nach Ablaufdatum sortiere: „Wenn ich mir einen nahm, der mir schmeckte, aber eine Woche später ablief, flippte er total aus.“ Hoch her geht es offenbar auch beim Ehepaar Stefan Mross und Stefanie Hertel, die im Neuen Blatt mit den Sätzen zitiert wird: „Es fliegt auch mal eine Blumenvase oder eine Tür. Das gehört doch zu jeder normalen Beziehung dazu.“ Also, in unserer gehört das nicht dazu: Wir bekämen die Tür nicht einmal aus den Angeln.

          Mit 60 km/h durch die erogene Zone

          Ein neues Frauenleiden stellt uns Gala vor: Weil viele Damen ständig auf den winzigen Bildschirm ihres Smartphones starrten, litten sie vermehrt unter Faltenbildung zwischen den Augenbrauen. Je jünger und schöner also ein Mensch aussieht, desto älter und doofer ist sein Telefon. Als nicht der Hellste gilt auch „DSDS“-Sieger Pietro Lombardi, 18, der auf die Frage eines Radiosenders, wie schnell man durch eine „erogene Zone“ fahren dürfe, antwortete: „Ich sag' mal 60 km/h.“ Als Bild der Sache nachgeht, erklärt er, er habe dabei „an verkehrsberuhigt gedacht - dabei ist das ja das Gegenteil“. Das halten wir für eine kluge Antwort. Wer mag sie für ihn geschrieben haben?

          „Sie sind sinnlich und schön, humorvoll und lustig“: Das ist keine Beschreibung Pietro Lombardis, sondern unser Bunte-Horoskop für diese Woche. Es folgt der Satz: „Trotzdem gibt es irgendetwas, das ab Mittwoch Ihre Laune trübt.“ Mit mulmigem Gefühl warten wir nun auf Mittwoch, denn dass die Vorhersage eintrifft, glauben wir sofort: Die anderen Sachen stimmen ja auch alle.

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