https://www.faz.net/-hxl-113y3

Herzblatt-Geschichten : Jetzt hilft nur noch Esoterik

Die Amy Winehouse Diät: Sind Drogenexzesse das Geheimnis hinter ihrer schlanken Figur? Bild: picture-alliance/ dpa

Der schottische Hausgeist Brownie kann da auch nichts mehr machen: Queen Elizabeth II. soll durch die Finanzkrise schon 48 Millionen Euro verloren haben und Prinz Philip fällt in Slowenien durch böse Bemerkungen auf. Zeit für ein Gebet am Hausaltar.

          3 Min.

          Was ist niederländisch, nachtaktiv und fast durchsichtig? Linda de Mol, nachdem sie die neue Amy-Winehouse-Diät probiert hat? Falsch. Wie wir auf der Esoterik-Seite in Echo der Frau erfahren, trifft die eingangs zitierte Beschreibung auf Alven zu, einen besonderen Typus von Feen, der nur in unserem Nachbarland anzutreffen ist. "Sie leben in Seen und sorgen für immer genügend Wasser", heißt es dort in irgendwie holländisch anmutender Diktion.

          Sascha Zoske

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Ähnlich nützlich ist nach Angaben des Echo-Autors der Brownie, womit in diesem Fall kein klebriger Schokokuchen gemeint ist, sondern ein schottischer Hausgeist, der sich Familien anschließt, die ihm täglich Sahne hinstellen. "Er hilft mit seiner Energie, Hausarbeiten fix zu erledigen." Alven, Brownies und andere sympathische Geister kann sich der Herzblatt-Leser dienstbar machen, wenn er an Teichen oder auf Waldlichtungen meditiert. "Doch erwarten Sie keine Visionen", mahnt der Echo-Sachverständige. "Die Naturgeister bleiben unsichtbar, aber sie freuen sich, dass sie helfen können. Sie spüren Ihre Sorgen und geben Ihnen neue Kraft."

          Auch die Royals haben an der Finanzkrise zu knabbern

          Unterstützung durch wohlgesinnte Wesenheiten könnte in diesen Tagen auch Elizabeth II. gut gebrauchen. Die dunklen Mächte des Finanzmarkts haben der Monarchin laut Echo der Frau schon 48 Millionen Euro geraubt. Eine Folge des Desasters war bei der jüngsten Visite der Royals in Slowenien zu besichtigen: Ihre Majestät zeigte sich in einem umgeschneiderten alten Kleid.

          Wer Fee werden will, darf keine Torten naschen: Linda De Mol ist nicht durchsichtig genug für eine Alven

          Sollte das königliche Aktien-Portfolio weiter an Wert verlieren, könnte die Queen ihr Budget durch Erwerbsarbeit aufbessern. Wie Frau im Spiegel fotografisch dokumentiert, hat sie 1945 beim Hilfsdienst des britischen Militärs das Kraftfahrzeugmechanikerhandwerk erlernt.

          Der „König des Fauxpas“

          Höchstwahrscheinlich wäre die rüstige Elizabeth (82) den körperlichen Anforderungen einer solchen Tätigkeit noch gewachsen. Ihr Gatte (87) zeigt dagegen deutliche Anzeichen von Altersschwäche: Prinz Philip habe entschieden, keine weiteren Staatsbesuche mehr zu absolvieren, heißt es in 7 Tage. Das sei äußerst bedauerlich, denn mit seinem "unvergleichlichen Humor" habe er auf Auslandsreisen dazu beigetragen, "dass auch Pflicht zum Vergnügen wurde".

          Eine letzte Probe seiner Scherzlust gab der Prinzgemahl laut dpa im Gespräch mit einer slowenischen Fremdenverkehrs-Expertin, bei dem er Tourismus als "nationale Prostitution" bezeichnete und die Auffassung vertrat, auswärtige Gäste "ruinieren die Städte". Das reicht allerdings nur für einen Platz im Mittelfeld unserer Hitliste der besten Philip-Bonmots. Auf Rang eins steht nach wie vor seine Erwiderung auf die Auskunft eines australischen Ureinwohners, er habe das Didgeridoo-Spielen auf dem Rohr eines Staubsaugers gelernt: "Hoffentlich war er nicht eingeschaltet."

          Bau dir einen Hausaltar

          Gar nicht lustig ist dagegen, was die Neue Welt über eine bedrohliche Veterinärseuche schreibt. Auf die Frage "Warum bekommen Meerschweinchen kreisrunden Haarausfall?" antwortet Tierarzt Dr. Wolf, es handele sich um Trichophytie, eine durch Pilze verursachte Krankheit, die auch auf Menschen übertragbar sei. Während wir noch angestrengt überlegen, wann ein Meerschweinchen auf unserem Hinterkopf gesessen hat, fällt unser Blick auf die Anzeige des Heilpraktikers Uwe Karstädt im Neuen Blatt: Sein Ratgeber "Die 7 Revolutionen der Medizin" sei "wohl das wichtigste Medizinbuch der letzten 20 Jahre, das Pharmalobbyisten verboten und aus dem Buchhandel verbannt haben".

          Würden alle Menschen Herrn Karstädts Ratschläge beherzigen, wären Übel wie Krebs, Aids, Demenz, Herzinfarkt und kreisrunder Haarausfall binnen kurzem ausgemerzt, und in Millionen Wohnzimmern würden kleine Dankes-Altäre errichtet, wie es der herbstlich gestimmte Jürgen Fliege im Goldenen Blatt vorschlägt: Neben Fotos der Liebsten und Früchten aus dem heimischen Garten dürfen dort nach den Worten des Pastors auch leere Medikamentendöschen als Erinnerung an überstandenes Leid ihren Platz finden.

          Schlechte Energie durch Bohlen

          Was Daliah Lavi ("Ohohohoh, wann kommst du?") so alles auf ihrem Hausaltar drapiert hat, wollen wir lieber gar nicht wissen. Uns reicht die Feststellung ihrer Interviewerin in der Bunten: "Männerherzen lagen Ihnen schon immer zu Füßen." Als sei diese Vorstellung nicht schon ekelerregend genug, schiebt die Reporterin noch eine schockierende Mutmaßung nach: "Sie sollen sogar mal eine Affäre mit Dieter Bohlen gehabt haben." Antwort von Frau Lavi: "Bei dem Gedanken macht sich schlechte Energie breit."

          Wir empfehlen der Sängerin zur spirituellen Regeneration den Aufenthalt in einem schottischen Spukschloss. Dort kann sie jede Menge Brownies vernaschen.

          Weitere Themen

          Hirnlose Raserei – aber kein Mord

          Prozess in Stuttgart : Hirnlose Raserei – aber kein Mord

          Ein junger Mann rast mit einem geliehenen Wagen, um tolle Geschichten auf Instagram posten zu können. Dabei verursacht er einen Unfall mit zwei Toten. Nun wurde er zu fünf Jahren Jugendhaft verurteilt.

          Topmeldungen

          Bahn-Chef Richard Lutz (rechts) und der bisherige Finanzvorstand Alexander Doll

          Führungschaos bei der Bahn : Höchste Eisenbahn

          Zuletzt hatte es noch Hoffnung geben, die Bahn könnte ihre Probleme hinter sich lassen. Doch nun tobt ein Führungschaos in der Chefetage. Das erste Opfer: Finanzvorstand Alexander Doll. Aber der eigentliche Skandal liegt woanders.

          Parteitag der Grünen : Alles scheint möglich

          Die Grünen profitieren enorm von der Debatte über den Klimaschutz. Auf ihrem Parteitag in Bielefeld wollen sie sich inhaltlich trotzdem weiter öffnen. Und eine Frage schwebt über allem: Wird es einen grünen Kanzlerkandidaten geben?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.