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Herzblatt-Geschichten : Im Bett mit einem Alien

Geht auch im Alter seinem Hobby nach: Jean Pütz wird mit 74 noch einmal Vater Bild: dpa

Während manche Männer Spaß neben außerirdischen Gesellen haben, regt sich bei anderen angesichts der Managerin im Schlafgemach nicht viel. Klingt vertraut? Überprüfen Sie Ihre Gurkenmaske!

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          Es ist ein bisschen gewagt, liebes Goldene Blatt, wenn ausgerechnet du den Fischen unter deinen Lesern im Horoskop empfiehlst: „Verlassen Sie endlich Ihre Traumwelt und fliehen Sie nicht ständig vor der Realität.“ Da könnten wir ja glatt auf die Idee kommen, dich schleunigst zuzuklappen und das Abo zu kündigen. Andererseits ist es an der Zeit, mal mit dem Klischee aufzuräumen, die Herzblätter seien für die heile Welt zuständig. Nehmen wir nur die Schlagzeilen dieser Woche: „Stefanie Hertel – Sie kann nicht mehr!“ (Echo der Frau), „Victoria von Schweden: Große Angst vor einem Hochzeits-Attentat“ (Neue Welt), „Semino Rossi – In tödlicher Gefahr“ (Das Goldene Blatt), „Letizia: Morddrohung! Sie muss um ihr Leben zittern“ (7 Tage). Wenn das die heile Welt sein soll, dann möchten wir um keinen Preis die kaputte kennenlernen.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Bei näherem Hinschauen ist gottlob nicht alles so dramatisch. Das Indiz für die „tödliche Gefahr“ etwa, in der sich laut Goldenem Blatt der Sänger Semino Rossi (47) befindet, sind die Sicherheitsleute, die vor seinem Konzert in München die Besucher auf Waffen durchsuchten – während ein paar Tage darauf die Nena-Fans unkontrolliert blieben. Wir finden das aber ganz plausibel: Während wir bei Nena-Liedern irgendwie apathisch werden, machen uns Rossis Schnulzen richtig aggressiv. Ähnlich geht es dem Neue-Welt-Leser Thomas F. (Name nicht nur abgekürzt, sondern laut Neuer Welt überdies geändert), dessen Frau Karin nach 28 Jahren Ehe einem anderen Mann verfallen ist, ebenjenem Semino Rossi. „Überall stehen Pappaufsteller von ihm, liegen Kissen mit seinem Gesicht“, klagt Herr F., den seine Gattin erst wieder beachtet, seit er ein Fantreffen mit Rossi organisiert hat. Etwas leichtsinnig, wie wir meinen, fühlt sich der Sänger nach Konzerten doch „manchmal schrecklich einsam“, wie wir dem Neuen Blatt entnehmen. Da könnte ihm Karin F. wie gerufen kommen.

          Die Hübscheste und Dünnste

          Rossis Kollegen G. G. Anderson (60) hingegen wird ein Verhältnis mit seiner Managerin nachgesagt, was er im Echo der Frau recht spitzfindig abstreitet: „Christine könnte theoretisch bei mir im Bett schlafen, da würde nichts laufen.“ Klar: Wenn sie nur theoretisch dort liegt, natürlich nicht. Wie aber mag die Praxis aussehen? Die interessanteste Sexualphantasie der Woche aber kommt vom Ufo-Freund Erich von Däniken (75), der der Neuen Welt einen „verrückten Traum“ anvertraut: „Ich flog in Richtung Weltall und fand mich in einer paradiesischen Umgebung wieder. Ich war mit einem Alien im Bett und fühlte mich so glücklich wie nie.“ Das Gefühl, neben einem Alien zu liegen, dürfte indes auch anderen Männern durchaus vertraut sein; meist entpuppt sich der fremde Bettgefährte aber als die eigene Gattin mit Gurkenmaske.

          Hertel zu Mross: Schatz, ich kann nicht mehr

          Seine Hochzeit bekanntgegeben hat, im Neuen Blatt, der frühere „Traumschiff“-Arzt Horst Naumann (84): Er ehelicht seine Managerin (50), die sich zuvor rasch noch scheiden lassen muss. Wohl nicht als Trauzeugin in Frage kommt die „Traumschiff“-Kollegin Heide Keller, die mitteilt: „Zu diesem Paar sage ich nichts. In meinem Leben gibt es Wichtigeres!“ Wir hingegen wünschen selbstredend alles Gute. Vielleicht gibt es von Naumann ja bald auch Neuigkeiten wie soeben von Jean Pütz: Der einstige „Hobbythek“-Moderator wird, wie Bild berichtet, Vater. Pütz ist 74. Da können wir nur sagen: Respekt, wenn jemand auch in diesem Alter noch seinem Hobby nachgeht. Schon erwachsene Töchter hat der frühere Fernsehbademeister David Hasselhoff (57), der der Bunten von der Karriere seiner Hayley berichtet: Sie spielt „in einer neuen Serie: Mädchen im Diätcamp. Sie ist aber die Hübscheste und Dünnste.“ Außerdem erfahren wir von ihm, was der „Hasselhoff-Spirit“ ist: „Der Spirit befiehlt dir ‚Gib niemals auf!‘, er verwandelt Zitronen in Limonade.“ Nach dem, was zuletzt von Hasselhoff zu hören war, hätten wir eher gedacht, dass er Kartoffeln in Wodka verwandelt.

          Jutta Speidel nackt!

          Das Prominentendasein ist nicht leicht, mitunter gar lebensgefährlich. Erst vorige Woche lasen wir im Goldenen Blatt die Schlagzeile: „Mike Krüger: Wie mir meine Frau das Leben rettete“, nun legt das Echo der Frau nach: „Andy Borg: Seine Frau rettete ihm das Leben“. Und das waren die Rettungstaten: Frau Krüger hat Mike vorm Finanzamt gewarnt, Frau Borg ihren Andy an die Zeckenschutzimpfung erinnert.

          Und dann ist da noch Jutta Speidel (56), von der die Neue Welt allen Ernstes wissen möchte, wie sie auf einen Anruf Tarantinos reagieren würde. Sie würde, antwortet sie, „so verfahren wie immer und nach dem Drehbuch fragen. Und wenn ich sehen würde, dass meine Rolle die einer 35-Jährigen wäre, die sich nackt mit ihrem Liebhaber herumwälzt, würde ich ablehnen.“ Zum Glück hat Tarantino, so verrückt der Typ auch ist, nicht bei ihr angerufen und sie doch noch überredet – und es uns damit erspart, in einem seiner Filme die beschriebene Szene mitansehen zu müssen. Vielen Dank, Mister Tarantino: Sie haben uns das Leben gerettet.

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