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Herzblatt-Geschichten : Ich will jetzt nicht schwitzen!

Schwitzt nur, wenn sie will: Heidi Klum Bild: EPA

Heidi Klum verrät ihre Antitranspirationsstrategie, Gerhard Schröder verkündet seine Hochzeitspläne auf einer eigenen Pressekonferenz und dann hätten wir noch einen Kosenamen-Vorschlag, falls Richard Lugner für seine 58 Jahre jüngere Freundin die Tiervergleiche ausgehen.

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          O Liebe, du ewiges Rätsel. Wer soll dich begreifen? Vielleicht Sylvie Meis: „Ich glaube an die große romantische Liebe“, sagt sie der Bild-Zeitung. „Aber auch daran, dass man mehrere Lieben im Leben haben kann.“ Sind das dann allesamt große romantische Lieben oder, schon aufgrund des engeren Zeitfensters, kleinere? Oder ist entscheidend, dass man noch bei den kürzesten, vielleicht nur Stunden währenden Lieben mit voller Leidenschaft bei der Sache ist, so wie – zum Beispiel – unser ewigjunger Altkanzler? „Sieben Jahre lang war er Deutschlands Bundeskanzler. Jetzt ist Gerhard Schröder, 73, der König der Liebe“, schreibt Frau im Spiegel, schiebt aber noch leisen Zweifel hinterher: „So zumindest scheint es.“

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          König der Liebe, das scheint, verglichen mit Kanzler, ja noch eine Steigerung, und verdient hat sich Schröder den Titel auch mit der Ankündigung, seine koreanische Freundin im Frühjahr heiraten zu wollen. „Er habe bereits die Familie seiner künftigen Ehefrau kennengelernt, sagte Schröder bei einer Pressekonferenz in der südkoreanischen Hauptstadt“, berichtet die dpa, und dass Schröder eigens dafür eine Pressekonferenz angesetzt haben könnte, wäre ein stolzer Beweis dafür, dass der Mann vom Bewusstsein seiner Bedeutung nichts eingebüßt hat. Mit seiner dann fünften Ehe zieht Schröder endlich wieder mit seinem alten Rivalen Joschka Fischer gleich, der inzwischen schon verdächtig lange verheiratet ist. Würde eine Scheidung und eine abermalige, sechste Hochzeit Fischer zum alleinigen König machen?

          Noch immer so wichtig, dass er selbst für seine Hochzeitspläne eine Pressekonferenz ansetzt: Gerhard Schröder (hier mit Lebenspartnerin Soyeon Kim)

          Bei ebenfalls fünf Ehen stagniert Richard Lugner, 85, der mit Jasmin, 27, immerhin wieder eine neue Freundin präsentiert. „Wir sind noch ganz neu in unserer Beziehung“, sagt er Bild. „Wir kennen uns zwar schon seit Juni, aber wir haben uns bislang selten gesehen.“ Bleibt die Frage, wie selten man sich in acht Monaten gesehen haben muss, um überhaupt von einer Beziehung sprechen zu dürfen: zehnmal? Dreimal? Einmal? So neu ist die Beziehung, dass Lugner Jasmin noch nicht mal den üblichen doofen Spitznamen („Mausi“, „Spatzi“, „Bambi“, „Katzi“, „Kolibri“) verpasst hat. Das vielleicht aber auch, weil die Fauna nicht mehr viel hergibt: Affi? Schweini? Schnepfi?

          Ein echtes Kompliment in der Kategorie tierischer Kosenamen wäre Keai - denn die neuseeländischen Keas, berichtet Bunte, „gelten als intelligenteste Papageien der Erde. Ihr neuester Trick: Sie legen Werkzeug und Ausrüstungen von nahe gelegenen Baustellen auf die Straße, um Autofahrer zu stoppen. Dann betteln sie um Futter.“ Die Tiere scheinen nicht nur die klügsten, sondern auch die stärksten Papageien zu sein, allerdings nimmt die Geschichte bei Bunte noch eine traurige Wendung: „Der Haken: Viele Tiere werden bei der Aktion überfahren.“ Ohne ihnen zu nahe treten zu wollen, aber ganz so superschlau sind die Keas dann ja wohl doch nicht.

          Ein besonders schlaues Kea-Exemplar hat es geschafft, nicht überfahren zu werden.

          Zum Glück kommt es im Leben ja nicht nur auf Intelligenz an, sondern ebenso aufs Aussehen. Heidi Klum hat für ihre Model-Dressur kürzlich bei dreißig Grad in der Dominikanischen Republik gedreht und die Bild-Frage, ob es da nicht viel zu heiß sei, wie folgt beantwortet: „Ich persönlich mache das in solch einer Situation so: Wenn ich nicht schwitzen will, schwitze ich auch nicht! Ich rede mir das so lange ein – und dann ist es auch so. So kann ich unbeschwert arbeiten, ohne mir selbst einzureden, es ginge nicht. Möchte man den Job haben, muss man da eben durch!“ Ein von Bild befragter Experte zweifelt den Erfolg von Klums Antitranspirationsstrategie an, aber wir glauben ihr sofort – zeigt doch jede Ausgabe von „Germany’s Next Topmodel“, wie mühelos Klum auch Empathie, Anstand, ja überhaupt jede menschliche Regung ausschalten kann.

          Ohne Schweiß, kein Preis? Eher nicht, wenn es nach Heidi Klum geht (rechts, hier beim beim Dreh von Germany’s Next Topmodel).

          Das Dschungelcamp scheint, um all das zu finden, auch nicht die allerbeste Adresse. Iris Klein, die selbst schon mitgemacht hat und nun ihrer Tochter Jenny Frankhauser im Camp zuschauen kann, sagt Bild über Jennys Streit mit Halbschwester Daniela Katzenberger: „Ich bin mir sicher, die vertragen sich wieder. Vielleicht verdreschen sie sich irgendwann, und dann ist alles wieder gut.“ Hoffnungen, vom Fernsehen als Super-Nanny engagiert zu werden, sollte sich Klein besser nicht machen.

          Camp-Schamane Dr. Bob urteilt derweil in Bild über den Mitcamper Sydney Youngblood: „Sydney hat ein sehr schönes Karma. Er ist mein Lieblingskandidat. Weil er so massig ist, schwitzt er ständig. Das könnte ihm zum Verhängnis werden.“ Wie recht er hatte: Am Freitag wurde Youngblood aus dem Camp gewählt. Hätte er mal auf Heidi Klum gehört.

          Ob Butterbrot-Schmieren ihm hilft? Chris Martin ist jetzt mit Dakota Johnson zusammen.

          Ein echter Siegertyp hingegen ist Coldplay-Sänger Chris Martin, der, wie Bunte verblüfft konstatiert, „immer die heißesten Frauen“ abkriegt – nach Gwyneth Paltrow und Jennifer Lawrence nun Dakota Johnson. „Sie wollen“, versucht sich das Blatt an einer Erklärung, „jemanden, der mit ihnen am Strand spazieren geht, ihnen ein Butterbrot schmiert und, ja, ihnen vielleicht ab und zu ,The Scientist‘ vorsummt.“ Solange wir’s nur summen müssten, kein Problem, aber wie sollen wir denn am Strand ein Butterbrot schmieren? Oder soll man es schon vor dem Strandspaziergang schmieren, als Proviant? Egal – bei uns würde das Ganze vermutlich eh nicht funktionieren. In der Sonne nämlich würde bestimmt die ganze Butter verlaufen – und, noch viel, viel schlimmer: Wir würden garantiert ins Schwitzen kommen.

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