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Herzblatt-Geschichten : Ich habe aufregende Kniescheiben

Hören auch Sie das Pfeifen? Klaus Meine in Aktion. Bild: AFP

Klaus Meine spricht über die Entstehung des Liedes „Wind of Change“, Inka Bause beklagt sich über das Verhalten von Männern in Bars und Uta Kargel lernt durch ein Playboy-Shooting ihre Kniescheibe lieben. Die Herzblatt-Geschichten.

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          In der Nachbarschaft prominenter Menschen zu leben, davon mag mancher träumen; es kann aber auch mit Nachteilen verbunden sein. So lässt der Scorpions-Sänger Klaus Meine uns via Bild an der Entstehungsgeschichte seines Songs „Wind of Change“ teilhaben: „Ich schrieb das Lied im September 1989 bei offenem Fenster in meinem Heim-Studio in Hannover. Erst war das berühmte Pfeifen da, dann der Text“, erinnert sich Meine. „Mit meinem sich immer wiederholenden Pfeifen habe ich damals meine Nachbarn genervt.“ Nicht nur die, Herr Meine, und nicht nur damals! Selbst jetzt, während wir diese Kolumne schreiben, haben wir das berühmte Pfeifen wieder im Kopf, und es will und will nicht verstummen.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Dem Wind des Wandels hat es auch Inka Bause zu verdanken, dass sie für RTL gesamtdeutsche Bauernverkupplung betreiben darf. Zu rund dreißig Hochzeiten sei sie bislang eingeladen gewesen, verrät Bause Frau im Spiegel: „Mittlerweile kann ich schon fast alle Kirchenlieder auswendig. Irgendwann werde ich im Gottesdienst wohl zu Staub zerfallen, weil ich doch Atheist bin.“ Besonders bibelfest sind auch wir nicht, aber steht das echt so da drin? Dann für Bause bitte nur noch Einladungen fürs Standesamt.

          Inka Bause beschwert sich über den Medienkonsum männlicher Barbesucher.

          Nackt in die Bar

          Sie selbst ist angeblich, zur Sorge der Klatschblätter, schon lange partnerlos, und so, wie sich das mit den Männern im Land entwickelt, könnte das noch eine Weile so bleiben. Wenn sie, klagt Bause, mit einer Freundin in eine Bar gehe „und da sitzen acht Männer mit einem Laptop vor der Nase, dann denke ich mir schon: ,Bleibt doch zu Hause!‘ Man könnte nackt vor ihnen sitzen, die merken das gar nicht.“ Bei letzterer Behauptung wären wir uns nicht so sicher; es käme, Frau Bause, wohl mal auf einen Versuch an.

          Nackt vor einer ganzen Reihe von Männern dürfte gerade Uta Kargel sitzen, denn die „Sturm der Liebe“-Darstellerin hat sich für den Playboy entblättert. „Ein großer Schritt und ein großes Geschenk für die Schauspielerin“, behauptet Bunte, „habe sie doch durch das Shooting herausgefunden, was sie an ihrem Körper mag. ,Ich finde, ich habe aufregende Kniescheiben‘, sagt sie.“ So weit, im Playboy ihre Kniescheiben zu entblößen, geht sie dann aber doch nicht, das muss der Phantasie vorbehalten bleiben; Näheres aber vielleicht mal eines Tages im Chirurgen-Magazin.

          Vom Bergdoktor zum Zwergdoktor

          Ganz genau begutachtet, obwohl er sich als Bergdoktor zumeist züchtig gibt, wird auch Hans Sigl. „Wenn er sich so besser fühlt, bitte schön“, schreibt Bunte-Leserin oder -Leser C.Winkler aus Leipzig. „Aber ich möchte ihm das Feedback geben, dass er an seiner lieblichen, charmanten Ausstrahlung, die ihren Teil zur hohen Einschaltquote beigetragen hat, etwas verloren hat, seit er 20 Kilo leichter ist.“ Nachdem sich schon das Vollweib Christine Neubauer halbiert hat, nun statt eines Bergdoktors ein Zwergdoktor: Kann das Publikum so einen Schlag verkraften? Wir selbst jedenfalls werden die hohe Leserquote dieser Kolumne, die wir zu einem Gutteil unserer lieblichen, charmanten Ausstrahlung verdanken, nicht riskieren und öffnen nun eine Tafel Schokolade.

          Etwas befremdlich scheint die Ausstrahlung des Schauspielers Joaquin Phoenix zu sein, der freilich auch das Pech hat, in Bild von Norbert Körzdörfer beschrieben zu werden: „Seine Wolfsaugen gähnen. Sein angegrauter Bart schmunzelt, seine normalen Zähne lächeln.“ Und was tun seine unnormalen Zähne? Ob Phoenix’ Ohren gehustet und seine Hühneraugen gezwinkert haben, erfahren wir leider nicht, aber Körzdörfers Silberlocken haben ja schon genug Unfug geschrieben.

          Hat normale Zähne: Joaquin Phoenix

          Seit Jahren bei seiner Ehefrau Alexandra Maria Lara in Deutschland lebt der britische Schauspieler Sam Riley, der die deutsche Sprache „noch viel besser sprechen können“ möchte, wie er Gala anvertraut. Zum Üben benutzt er zwar nicht die Bild-Zeitung, doch er schaut, auch nicht viel besser, „so viel deutsches Fernsehen wie möglich. Am liebsten Reality- und Trash-Formate wie ,Germany’s Next Topmodel‘, ,Promi Big Brother‘ oder ,Das Sommerhaus der Stars‘“. Das hätte sich Heidi Klum wohl nicht träumen lassen, dass sie mal zur Lehrerin avanciert – von der Riley so schöne deutsche Begriffe lernen kann wie Attitude, Challenge oder Personality. Und natürlich den korrekten Gebrauch des Plusquamperfekts: „Das war wirklich super gewesen.“

          Ebenfalls super gewesen ist die Ernährungsumstellung, welche die Moderatorin Anastasia Zampounidis 2006 vorgenommen hat: Sie verzichtet auf Industriezucker, isst zum Beispiel keine Salzstangen, Senf und eingelegte Gurken mehr, hat aber „immer Nüsse dabei“, falls sie mal Hunger kriegt. „Jeder Dermatologe wird bestätigen, dass Zucker die Haut altern lässt“, sagt Zampounidis Gala. „Meine Lachfältchen um Nase und Augen sind mit 37 nicht nur stehengeblieben, sondern zurückgegangen. Ich schwöre!“ Könnte natürlich auch daran liegen, dass sie seit 2006 viel weniger zu lachen hat.

          Fruchtzucker immerhin ist noch erlaubt, aber nicht jeder: „In der chinesischen Medizin gelten Nahrungsmittel aus der Umgebung als energiereicher. Daher habe ich seit über zehn Jahren keine Ananas mehr gegessen.“ Das immerhin wollen auch wir jetzt beherzigen. Im Küchenschrank müsste noch eine Tafel Schokolade liegen, also in unserer allernächsten Umgebung.

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