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Herzblatt-Geschichten : Hansi und die Wanderhure

Die Sache mit der Wanderhure ist für Hansi Hinterseer längst kein Thema mehr. Bild: dpa

Ja, sind wir denn im falschen Film? Was treibt die Wanderhure mit Hansi Hinterseer? Und warum spricht Maria Höfl-Riesch nicht über etwaige Affären mit Skilehrern – etwa aus Furcht vor journalistischer Frühgeburten?

          In dieser besinnlichen Zeit sind unsere Gedanken bei jenen, denen es weniger gut geht als uns. Zum Beispiel bei Christine Neubauer. Endlich geschieden ist sie nun von Lambert Dinzinger, doch zufrieden ist sie nicht: „Ich muss meinem geschiedenen Mann 2500 Euro Ehegattenunterhalt zahlen“, klagt sie in Bild. „Einem mehrfachen Millionär!“ Sollte die Summe stimmen, so Dinzinger, „bin nicht ich der Sieger, sondern die Gerechtigkeit“. Wir schätzen, die Gerechtigkeit wird da erst mal ein paar Flaschen Schampus geköpft haben.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Doch sind materielle Werte wirklich wichtig? „Traumschiff“-Produzent Wolfgang Rademann etwa ist stolz, weil er kaum Besitz hat. „Bei mir stieg mal ein Dieb ein, der fand nichts zum Mitnehmen“, erzählt er Bild. „Er hat sich dann Fotos von Schauspielerinnen angeguckt und meine Äpfel aufgegessen.“ Kunstgenuss und gesunde Ernährung: Rademanns Askese hat auch dem Langfinger gutgetan. Wir schreiben „Langfinger“, weil ein Leserbrief im Echo der Frau unser Faible für in Ehren ergraute Wörter wiederbelebt hat. Manfred Reinecke nämlich schreibt über Oliver Pocher: „Dieser Springinsfeld zeigt mal wieder, was für ein Hallodri er ist.“ Schade, dass er nicht noch die Begriffe Lauser, Frechdachs und Satansbraten untergebracht hat.

          „Das ist eine Frage, die jeder stellt.“

          Schön auch, dass man Meg Ryan mal wiedersieht, obzwar sie sich ein wenig verändert hat. „Ihr Gesicht zeigte bisweilen deutliche Spuren der sogenannten Ästhetischen Medizin“, drückt es Bunte aus, die Ryan gleichwohl zum „exklusiven Fotoshooting“ lud. „Was sie während des Shootings essen möchte, haben wir sie gefragt. Ihre Antwort: ,Green Smoothies mit Grünkohl, Gurke, Sellerie, Ingwer und Apfel, aber nicht zu viel Apfel, Kürbissuppe, Salate – und manchmal auch einen Hamburger.‘“ Das klingt, als habe das Shooting mehrere Tage gedauert, womöglich wegen der diffizilen Feinarbeit für die Maske – oder so, als habe Meg Ryan einfach lange nichts mehr zwischen die Zähne bekommen.

          So sah Meg Ryan noch vor vier Jahren aus. In der Zwischenzeit hat sich in ihrem Gesicht einiges verändert. Ästhetische Medizin nennt man das heute.

          Dass das Leben als Hollywood-Star kein Zuckerschlecken ist, zeigt auch Ryans Antwort auf die Frage, wie lang ihr letzter Ausflug zurückliege. „O mein Gott – ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal in den Urlaub gefahren bin!“, antwortet sie und erzählt, wie ihr damaliger Mann mal mit ihr nach Berlin gereist sei: „Es stellte sich heraus, dass die Berliner Mauer gefallen war.“ Seit 1989 also hat die Ärmste keinen Urlaub gehabt. Ob es denn stimme, fragt Bunte dann noch ganz mutig, „ob man sich als Schauspielerin ab einem gewissen Alter einfach unters Messer legen müsse“. Meg Ryans Antwort fällt etwas kryptisch aus: „Das ist eine Frage, die jeder stellt. Aber ich will in diese Diskussion gar nicht einsteigen. Ich bin Künstlerin, die daran interessiert ist, Dinge auf einfache Art zu betrachten.“

          Küchenarbeit zerstört den künstlerischen Geist

          Mit Künstlern muss man ja vorsichtig sein. Maria Brauner, 89, Ehefrau von Artur, 96, verrät Bild das Geheimnis ihrer „68 Jahre Ehe-Glück“: „Ich würde nie von ihm verlangen, den Müll rauszubringen oder in der Küche mitzuarbeiten. Damit würde ich seinen künstlerischen Geist zerstören.“ So hat Brauner es geschafft, 500 Filme zu produzieren. Dafür wissen wir, wo bei uns das Mehl steht. Fast so unermüdlich wie sein Mundwerk ist auch der künstlerische Geist Guido Maria Kretschmers. Er will laut In jetzt „Basic-Teile entwerfen, die meine Sprache sprechen“. Also, wir würden uns die Teile ja nur zulegen, wenn sie die Klappe halten.

          Ob Maria Hölf-Riesch auch einem ihrer Skilehrer Küsschen zugeworfen hat, weiß man nicht so genau.

          Dass Schweigen nicht immer Gold bedeutet, muss indes Maria Höfl-Riesch erfahren, der Bunte dreißig Fragen zur Beantwortung vorlegte. Zu Frage 21, „Hatten Sie jemals eine Affäre mit einem Skilehrer?“, lesen wir: „Diese Frage wurde von Maria Höfl-Riesch leider durchgestrichen (Anmerkung der Redaktion).“ Ganz schön fies, Bunte! Und nein, wir werden jetzt nicht nach Höfl-Rieschs Skilehrern googeln. Jedenfalls nicht sofort.

          Die Rache der Wanderhure

          Zuvor bleiben wir am Cover der Woche der Frau kleben: „Man denkt, man ist im falschen Film! Hansi Hinterseer – Die Rache der Wanderhure – Was muss er noch alles ertragen?“ Ja, wie rächt sich denn die Wanderhure an ihm, und wofür? Ist sie sauer, dass sie, seit Hinterseer keine Fan-Wanderungen durch Kitzbühel mehr macht, allein herumstiefeln muss? Nein, Woche der Frau hat bloß einen Jux-Clip von 2012, der einen „Wanderhure“-Trailer mit Hinterseer-Bildern zeigt, erst jetzt entdeckt.

          Zu verzeichnen ist noch ein dramatischer Anstieg der Fälle journalistischer Frühgeburten, und zwar bei Woche heute, Neue Welt und Neue Post mit ihren Titelstories: „Fürstin Charlene – Hurra, die Zwillinge!“, „Fürstin Charlene – Die ersten Wochen als Mama“ und „Baby-Jubel – Charlene & Albert – Endlich! Zwillinge in Monaco – Die dramatischen Stunden nach der Geburt“. Die Babys sind nach wie vor in Mamas Bauch.

          Wir glauben den Klatschheften ja längst gar nichts mehr, einzig für deren Horoskope sind wir anfällig. „Sie sind sehr ehrgeizig und neigen dazu – ganz entgegen ihrer Art –, andere zu überfahren“, lesen wir etwa in Bunte. Sicherheitshalber haben wir zur Arbeit dann die Bahn genommen.

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