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Neues aus den Klatschblättern : Frauen sind die neuen Männer

Annette Marberth-Kubicki und ihr Wolfgang: Wer hat das Sagen? Bild: dpa

Warum Cora und Ralf Schumacher kein Liebespaar sind, Wolfgang Kubickis Heiratsantrag beinahe in die Hose gegangen wäre, und Shawn Mendes sich übernommen haben könnte – die Herzblatt-Geschichten.

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          Mit leichtem Beschämen haben wir in dieser Woche in „Bunte“ von den Plänen des Sängers Shawn Mendes gelesen: Mit seinen 21 Jahren gründet er mit der „Shawn Mendes Foundation“ jetzt eine Stiftung, die sich für mehr Bildung, Anti-Mobbing-Programme und Menschenrechte einsetzt“. Das ist einerseits toll, andererseits aber auch ziemlich viel; hoffen wir, dass er sich da nicht verzettelt. Wären wir selbst mit 21 ein erfolgreicher Sänger gewesen, hätten wir uns höchstens eine Stiftung zur – sagen wir – Rettung der Ringeltauben zugetraut. Und kurz nach der Gründung festgestellt, dass die gar nicht besonders bedroht sind.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Nein, wir wissen recht gut, wo unsere Grenzen liegen. Uns fehlt auch der eiserne Wille eines Jan Stroh, der soeben eine Million Euro bei „Wer wird Millionär?“ abgeräumt hat und sich nicht nur dadurch vorbereitet hat, dass er noch nie eine Ausgabe der Show verpasste; überdies, vertraut er der „Bild“-Zeitung an, spiele er „seit fast 16 Jahren an meinem eigens gebauten Quizpult die Sendung mit allen Soundeffekten“ nach, was „sicherlich von Vorteil“ gewesen sei. So viel Einsatzbereitschaft ist in der Tat selten. Wir träumen nun von dem Helden, der 16 Jahre lang jede Bundestagsdebatte verfolgt und sich einen Mini-Plenarsaal im Keller gebaut hat – und in zwei Jahren die SPD zur Kanzlerschaft führt.

          Noch etwas weiter davon entfernt scheint ja die FDP, doch deren Prominenz weiß sich die Zeit auch so zu vertreiben: Sie verlagert die große Politik einfach ins Privatleben. „Unsere Ehe ist ein ständiges Machtgerangel“, lässt Wolfgang Kubicki „Bunte“ wissen. „Permanent geht es um die Frage: Wer hat das Sagen? Genau das macht es interessant.“ Das stellen wir uns in der Tat interessant vor, wie Kubicki und seine Gattin Annette eine lebhafte Haushaltsdebatte führen, einander die Vertrauensfrage stellen, das konstruktive Misstrauen aussprechen und am Ende doch wieder miteinander koalieren. Ob beide daheim auch die Tradition des Hammelsprungs pflegen?

          Hat sich viel vorgenommen: Shawn Mendes

          Zur Ehe übrigens wäre es um ein Haar nicht gekommen, denn Kubickis extravaganter Heiratsantrag verfehlte zunächst seine Wirkung. „Ich hatte Plakate aufgehängt: ,Engel, Liebe meines Lebens, willst Du meine Frau werden?‘ Als sie vom Gassigehen zurückkam, verzog sie keine Miene.“ Annette Marberth-Kubicki liefert dafür die Erklärung: „Ich hatte die Plakate gar nicht gesehen. Ich bin schlaftrunken an allen Plakaten vorbeispaziert.“ Das können wir, ehrlich gesagt, ganz gut verstehen: Auch wir schenken Plakaten, die von der FDP stammen, meistens keine Beachtung.

          Höchst gefährdet ist laut „Das Neue“ wiederum die Beziehung unserer Kanzlerin. „Besiegeln diese Küsse ihr Ehe-Aus?“, fragt das Blatt und bezieht sich auf den unbeholfenen Knutscher, den ihr in Biarritz Donald Trump aufdrückte. „Er spitzt die Lippen, sie kommt ihm strahlend entgegen. Angela und US-Präsident Donald Trump (73) zeigten sich beim G7-Gipfel in Kuss- und Flirt-Laune“, schwärmt „Das Neue“. „Sie himmelte ihn dabei an wie ein verliebter Teenie.“ Das ist gewiss gut beobachtet, bedeutet aber nichts Gutes für Annegret Kramp-Karrenbauer: Kaum vorstellbar, dass sich Merkel solche erotischen Begegnungen in Zukunft entgehen lassen wird.

          Der Klimawandel und die Arche Noah

          Letzteres ist anscheinend auch Cora und Ralf Schumacher passiert, die nach ihrer Scheidung wieder zueinandergefunden haben. „Wir sind kein Liebespaar im klassischen Sinne“, erläutert Cora Schumacher „Bunte“. „Aber irgendwas dazwischen.“ Was ist denn zwischen einem Liebespaar?

           „Besiegeln diese Küsse ihr Ehe-Aus?“, fragt „Das Neue“.

          Eine andere Frage, gestellt von „Bunte“: Ist eine Geliebte „Opfer oder Biest“? Diese Betrachtung sei zu moralisch, befindet Moderatorin Laura Karasek: „Außerdem gibt es das auch immer häufiger andersherum – dass sich Frauen einen Geliebten halten. Frauen sind die neuen Männer!“ Wenn nun Frauen die neuen Männer sind, was sind dann die alten Männer? Die neuen Frauen? Oder gar die alten? Schauspielerin Lara Mandoki wiederum erklärt, sie sei noch nie eine Geliebte gewesen, würde sich „dann aber eher als Muse bezeichnen. So eine Affäre ist doch für beide Seiten inspirierend.“ Das könnte dann auch eine geschickte Verteidigungsstrategie sein: Schatz, es ist nicht das, wonach es aussieht! Dies ist nur meine Muse, von der ich mich gerade inspirieren lasse.

          Ein zuverlässiger Inspirationsquell sind auch die „Bild“-Kolumnen von Franz Josef Wagner, der angesichts des Klimawandels an die Arche Noah denken muss: „In der Bibel geht es gut aus.“ Abgesehen vom winzigen Detail, dass von der Menschheit nur acht Vertreter überlebten, kann man das wohl so sehen, was Wagner zum Stoßseufzer veranlasst: „Ach, lebten wir noch alle in Bibel-Zeiten. Wo es eine Arche gab.“ Doch wenn Wagner dann deren Kapitän wäre, würden wir lieber zu Greta Thunberg ins Segelboot steigen.

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