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Herzblatt-Geschichten : Fleischlose Beziehungen

  • -Aktualisiert am

Kronprinzessin Victoria darf ihren Freund Daniel Westling doch nicht heiraten Bild: dpa

Kronprinzessin Victoria darf ihren Freund doch nicht heiraten, während Madonna und Guy Ritchie ihre Beziehung aus eigenem Antrieb beenden. Doch es gibt einen Sieg für die Liebe: Prinz Andrew und Sarah Ferguson sind nach 16 Jahren Trennung wieder zusammen.

          Eine Schlagzeile erschüttert die Welt: „Prinsessornas syskongräl“ titelt die schwedische Zeitung Expressen, und auch wir halten kurz die Luft an. Denn dank der Übersetzungshilfe in Bunte wissen wir, was gemeint ist: Kronprinzessin Victoria darf ihren Longtime-Lover Daniel Westling vielleicht doch nicht heiraten.

          Es kommt sogar noch schlimmer: Schwedenkönig Carl Gustaf höchstpersönlich habe während einer Elchjagd Witze über die angeblichen Hochzeitspläne seiner ältesten Tochter gemacht, berichtet das hochangesehene und stets gut informierte Blatt Kvällsposten.

          „Zu ungebildet für den Thron“

          Aber lesen Sie selbst: „Kungens bröllopsvädjan på älgjakten.“ Ja, es ist ein Skandal! Warum müssen sich Väter eigentlich immer in die Privatangelegenheiten ihrer Mädchen einmischen? Warum ist kaum ein Kerl je gut genug für ihre kleinen Prinzessinnen? „Seit über sechs Jahren sind die beiden ein Paar. Der Fitnesstrainer aus Ockelbo lebt mit Victoria auf Schloss Drottningholm bei Stockholm“, schreibt Bunte - Zeit genug also, um anfängliche Berührungsängste des Königshauses gegenüber einem Mann aus dem Muckibuden-Milieu abzubauen.

          Flucht nach Indien?

          Stattdessen heißt es jetzt bei Hofe, Daniel sei „zu ungebildet für den Thron“. Ein erstaunliches Verdikt angesichts der Tatsache, dass Carl Gustaf in Gesellschaft meist nur intellektuell wenig ergiebige Geschichten über sein Faible für Autos zum Besten gibt (“Brrrm, brrrm, morgen fahren wir nach Italien“).

          Mein Gott, er kann lesen

          Aber lassen wir das und blicken lieber auf die wahre Hochkultur. Also auf Elke Heidenreich, die bekanntlich nicht nur den Buchdruck erfunden, sondern den Deutschen im Fernsehen auch noch das Lesen beigebracht hat. Werden wir jetzt, wo ihr das beleidigte ZDF den Stuhl vor die Studiotür gestellt hat, alle wieder zu Analphabeten? Wer macht sich in diesem Land künftig noch für Bücher stark, die irgendwas mit Fischen oder dem Meer zu tun haben?

          Und vor allem: Was wird jetzt aus Thomas Gottschalk, der ursprünglich als Gast für ihre nächste Sendung vorgesehen war und über den Elke Heidenreich in Bunte zu sagen weiß: „Ich dachte: Mein Gott, er kann lesen, er war Lehrer, wir können auch ernsthaft reden.“ Machen wir uns nichts vor: Ohne einen Sendeplatz für Frau Heidenreich droht uns allen nach der Finanzkrise nun auch der geistige Bankrott. Aber egal.

          Spielenachmittage und Zoobesuche

          Denn es gibt ja zum Glück noch die Zeitschrift Echo der Frau mit ihrer Rubrik „Lebenshilfe“. Schon oft haben wir dort wertvollen Rat gefunden, diese Woche verrät uns der Schauspieler Pierre Franckh, wie man sich etwas wünscht. Also aufgepasst, so funktioniert's: „Wünschen Sie sich beispielsweise einen Parkplatz in einer scheinbar übervollen Straße. Geben Sie diese ,Bestellung' als klaren Gedanken schon zu Beginn der Autofahrt auf. Dabei schalten Sie Ihren Verstand und alle Bedenken einfach aus und verlassen sich auf das Universum.“ Guter Tipp! Den Verstand auszuschalten, das hat ohnehin noch nie geschadet, besonders nicht im Straßenverkehr.

          Oder beim Heiraten: Offenbar hatte auch Guy Ritchie sein Hirn auf Durchzug gestellt, als er vor ein paar Jahren Madonna zur Frau nahm und dachte, von jetzt an sei gemütliches Familienleben mit Spielenachmittagen und Zoobesuchen angesagt. Jedoch, o Wunder, es kam ganz anders, die scheue Sängerin entpuppte sich laut Gala als eine Diva, die „besessen von ihrem öffentlichen Image sei“. Sie trainiere täglich vier Stunden, habe Fernsehen, Zucker, Milch und Fleisch aus sämtlichen Familiendomizilen abgeschafft und halte sich für eine „globale Wahrsagerin“.

          Sogar die Queen war amused

          Wie Männer reagieren, wenn sich die Gattin plötzlich zur furienhaften Vegetarierin entwickelt, wissen wir spätestens seit der Mesalliance zwischen Gerd und Hillu Schröder. Allerdings hat unser verehrter Altkanzler für seine Zeit des Darbens leider keine Abfindung in Höhe von 77 Millionen Euro erhalten. Diese Summe steht vielmehr Guy Ritchie zu, der freilich sogar im Ehebett mit fleischloser Kost vorliebnehmen musste: Intimitäten mit Madonna habe er empfunden wie „Kuscheln mit einem Stück Knorpel“, schreibt Gala.

          Umso dringender müssen wir deshalb Sarah Ferguson loben. Die Herzogin ist nämlich das totale Gegenteil von Madonna, und zwar sowohl knorpel- wie auch beziehungstechnisch. Ob Sie es glauben oder nicht: Fergie, die alte Betriebsnudel der Royal Family, ist wieder mit ihrem Ex-Mann Prinz Andrew zusammen! Wie Neue Welt aus geheimer Quelle erfahren hat, war sogar die Queen amused über die Wiedervereinigung der beiden nach 16 Jahren Trennung und ungezählten Affären: Die Einladung für ein gemeinsames Weihnachtsfest bei Hofe ist bereits ausgesprochen.

          „Es lebe die Liebe!“, jubiliert das Blatt - ein Schlachtruf, in den wir gerne einstimmen. Zunächst jedoch folgen wir der Empfehlung des Schauspielers Pierre Franck, schalten den Verstand aus - und wünschen uns, es wäre Wochenende . . . Tatsächlich, es klappt! Dem Universum sei Dank!

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