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Herzblatt-Geschichten : Fast schon ekelhaft sympathisch

Laut Gala „fast schon ekehaft sympatisch“: Jürgen Klopp Bild: dpa

Prinz Philip macht ernst und gibt seinen Führerschein ab, Stephanie Stumph steht nicht auf Familienväter – und wenn Menschen Jürgen Klopp googeln, dann suchen sie nur nach drei Dingen. Die Herzblatt-Geschichten.

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          Auf seine alten Tage ist Prinz Philip also doch weich geworden: Der Prinzgemahl hat mit 97 Jahren seinen Führerschein abgegeben, drei Wochen nachdem er mit seinem Land Rover einen Unfall verursacht hatte, bei dem zwei Personen verletzt wurden und er selbst sich mit seinem Wagen mehrfach überschlug. Zartere Naturen hätten ihre Pappe noch während des Flugs abgegeben, Philip aber entschied sich erst „nach sorgfältiger Überlegung“ dafür, heißt es. Für die Aktuelle-Leserin Nina K. aus Ried ist selbst das überstürzt, wie sie schreibt: „Autounfall, weil die Sonne blendet – so was kann schon mal passieren. Auch verursachen 97-jährige Fahrer viel weniger Unfälle als 20-Jährige.“ Tatsächlich, die Frau hat recht! Praktisch gar keine Unfälle werden übrigens von 107-Jährigen verursacht; da sollte sich Philip in zehn Jahren seinen Führerschein guten Gewissens zurückholen können.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Der These freilich, dass man mit zunehmendem Alter wunderlicher wird, hängt auch Jenny Elvers an, die Gala gegenüber erklärt, ein möglicher neuer Mann solle daheim vor allem „nicht stören“ und ihre Eigenarten akzeptieren, etwa: „Man liegt quer im Bett.“ Der Querlieger dürfte ein Geistesverwandter des berüchtigten Querdenkers sein, der ja ebenfalls für unbequeme Positionen bekannt ist. Nicht verwechseln sollte man den Querlieger indes mit dem Schieflieger, der vor allem dafür bekannt ist, sich ständig zu irren.

          Liegt gern quer: Jenny Elvers

          Zur Gattung der Schiefschreiber dürfte der Bunte-Chef Robert Pölzer zählen, der in seinem Editorial formuliert: „Nicht immer fällt es einem leicht, nachzuvollziehen, wie der Nachbar sein Leben gestaltet. Der eine lebt in offener Ehe. Der andere liebt Gartenzwerge.“ Ein seltsamer Gegensatz, der hier konstruiert wird: als könnten nicht auch Gartenzwergliebhaber offene Ehen eingehen. Und zwar nicht nur offene Ehen mit Gartenzwergen.

          Keine Secondhandbeziehung

          Nicht gegen offene Ehen, aber gegen eine andere Art von Verhältnissen spricht sich in Bunte Schauspielerin Stephanie Stumph aus: „Ich habe kein Interesse an Secondhandbeziehungen, also Familienvätern.“ Diese Definition freilich negiert die Tatsache, dass auch manch kinderloser Mann zuvor schon durch diverse Hände gegangen ist.

          Mag unbelastete Beziehungskandidaten: Schauspielerin Stephanie Stumph

          Eine Secondhandbeziehung hat ja sogar unsere Kanzlerin gewählt, deren Gatte zwei Söhne in die Ehe brachte. Die aber sind selbstverständlich nicht gemeint, wenn Neue Post titelt: „Was niemand ahnte – Angela Merkel & Joachim Sauer – Das bittere Geheimnis ihrer Ehe“. Die Story dazu ist vorhersehbar öde, beide haben angeblich kaum Zeit füreinander, der Einstieg aber ist klasse: „Bei jedem Schritt knirscht der Schnee unter ihren Füßen. Der Wind pfeift. Angela Merkel (64) zieht sich das schwarze Stirnband über die Ohren. Den Blick gesenkt, streift sie durch die Straßen von St. Moritz.“ Eindeutig ein ganz heißer Kandidat für den Relotius-Gedächtnispreis.

          Wie man mehr Romantik in eine Ehe bringt, könnte das Paar Sauer/Merkel von Herbert Knaup lernen, der in Bunte erzählt: „Zu jedem einzelnen Geburtstagsgeschenk schreibe ich meiner Frau immer ein Gedicht.“ Das stellen wir uns wirklich romantisch vor, wenn Frau Knaup Zeilen liest wie „Zu deinem neuen Lebensalter kriegst du diesen Büstenhalter“ oder „Ein Jahr älter? Ist nicht schlimm. Ich schenke dir jetzt ein Parfüm“.

          Ein einziges Gedicht ist auch der volle Name von Ruby O. Fee, neue Freundin von Matthias Schweighöfer, den wie alle anderen Blätter auch wir hier rezitieren möchten: Ruby Moonstone Camilla Willow Fee. Zu einer Party erschien Fee zur Enttäuschung von Gala nicht mit Schweighöfer, sondern mit einer Freundin, die natürlich nicht Sabine Müller heißt, sondern Zsá Zsá Inci Bürkle; da haben offenbar zwei Schicksalsgefährtinnen zusammengefunden. Sich jedoch über Namen lustig zu machen, das würde uns natürlich nie einfallen – obschon wir zugeben müssen, dass wir, seit wir in Gala von Jennifer Lawrence’ Verlobung mit einem Herrn namens Cooke Maroney lasen, einen seltsamen Appetit auf frisch zubereitete Esskastanien verspüren.

          Auf den hübschen Namen „Domml“ Wöhrl hört der Sänger der Volksmusikrockband Troglauer, der in der Woche der Frau auf Andreas Gabalier angesprochen wird: „Er hat euch mal eben links überholt, was die Popularität angeht...“ – „Das würde ich auch so sagen.“ Wir würden das gar nicht so sagen: Wie soll denn Gabalier bei dem scharfen Rechtskurs, den er fährt, jemanden links überholen?

          Zähne, Haare, Frau und Jürgen Klopp

          Ebenfalls sehr populär ist Jürgen Klopp, den Sportreporterin Laura Wontorra in Gala als „fast schon ekelhaft sympathisch“ beschreibt. „Bei der Google-Suche“, lesen wir, „lauten die drei Top-Begriffe in Verbindung mit seinem Namen: Zähne, Haare, Frau“. Wir waren da kurz alarmiert, weil sich Klopp ja Zähne und Haare hat neu machen lassen, und haben rasch nachgeschaut: Seine Frau aber scheint noch immer die alte zu sein.

          Eine Art offene Ehe wiederum führt Sängerin Andrea Berg: „Pikante Enthüllungen! Setzt sie so ihre Ehe mit Uli aufs Spiel?“, titelt Woche der Frau. Im Text geht es um die Frage, ob ihr Berner Senn Elvis mit ins Ehebett darf, was für Berg „eine Grundsatzgeschichte“ ist: „Für ihren geliebten Hund hintergeht Andrea ihren Mann sogar trickreich. Erst lässt sie Uli in dem Glauben, Elvis müsse draußen schlafen. Doch: ,Ab und zu hole ich ihn erst ins Bett, wenn Uli schon schläft.‘“ Hoffen wir für Uli, dass Elvis wenigstens kein Querschläfer ist.

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