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Herzblatt-Geschichten : Es tut so weh

Das Verhältnis der beiden offiziell Liierten entbehre jeder Emotionalität, findet die Gala: George Clooney und Elisabetta Canalis Bild: Reuters

Die Gala wirft die Frage auf, ob George Clooney „in Wahrheit beziehungsunfähig oder am Ende doch schwul“ sei. Im neuen Heft von 7 Tage schreiben unterdessen die Leser selbst, so Elvira M. aus V.: „7 Tage hat die Woche, 7 Tage, an denen ich koche.“

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          Diese Meldung in Echo der Frau ließ uns erst einmal zusammenzucken: Prinz Charles mag Hörnchen. Weiß der Thronfolger von außerehelichen Unternehmungen Camillas? Empfindet er den Kopfschmuck, den sie ihm damit aufsetzen würde, als Stimulans einer fade gewordenen Ehe? Nichts dergleichen – Britanniens oberster Naturschützer engagiert sich nur in der Bürgerinitiative „Save Our Squirrels“, die gegründet wurde, um die roten Eichhörnchen vor der Verdrängung durch fremdvölkische Okkupanten zu bewahren. Die aus Amerika zugewanderten grauen Eichhörnchen nehmen den einheimischen nämlich nicht nur die Nüsse weg, wie der Prinz erklärt: Sie übertragen auch die gefährlichen Eichhörnchen-Pocken.

          Sascha Zoske

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Womit wir bei Liz Taylor und Richard Burton wären. Zwischen all den Bilderstrecken über das Leben der Verewigten, die nur unwesentlich länger waren als die Eisbär-Knut-Gedächtnis-Fotoromane, stießen wir auf die Erinnerungen des Kolumnisten Paul Sahner, der dem Paar 1972 in München begegnet ist. Wie glücklich die Ehe war, durfte der Bunte-Kiebitz live miterleben. Burton rief Taylor zu: „Fatty, beeil dich! Wir müssen los!“ Das Dickerchen revanchierte sich, indem es den Gemahl „Pockmarks“ nannte, Narbengesicht. Später, in einem Hotelzimmer, inszenierte das Duo exklusiv für Herrn Sahner sogar noch eine Prügelei. Der Reporter verdrückte sich, nicht ohne sich auszumalen, wie die beiden „sich erst kaputtlachten über ihre Vorstellung – um dann leidenschaftlich übereinander herzufallen“.

          Bloße Schauspielerei?

          Dass George Clooney und Elisabetta Canalis in einer römischen Luxussuite ihr privates Remake von „Sie küssten und sie schlugen sich“ produzieren, ist nach der Analyse von Gala unwahrscheinlich: Das Verhältnis der beiden offiziell Liierten entbehre jeder Emotionalität, was den Verdacht aufwerfe, dass es sich um bloße Schauspielerei handele und Mr. Clooney „in Wahrheit beziehungsunfähig oder am Ende doch schwul“ sei. Letzteres können wir nach einem Blick in die Neue Welt definitiv ausschließen. Dort verrät der Ex-Batman im Interview, er habe früher mal Damenschuhe verkauft, sei aber gefeuert worden, weil er nicht genug Umsatz gemacht habe.

          Mag Eichhörnchen: Prinz Charles

          Über die sexuelle Orientierung von Udo Jürgens kann es keinen Zweifel geben und auch nicht an seiner nach harten Kämpfen erlangten sittlichen Reife, von der er im Gespräch mit dem Neuen Blatt Zeugnis ablegt: Dass seine Frau Corinna sich von ihm habe scheiden lassen, sei eine „sehr intelligente, gute Entscheidung von ihr“ gewesen. Über die Verflossene nihil nisi bene – hoffentlich hält sich auch Stefan Mross daran, haben wir sofort gedacht, als wir den fetten Titel in Echo der Frau gelesen haben: „Stefanie Hertel: Trennung! Es tut so weh.“ Wie sich bei weiterer Lektüre zeigte, besteht die „Trennung“ darin, dass Herr Mross seine Steffi jetzt seltener sieht, weil er weitere Folgen der Dirndlparade „Immer wieder sonntags“ abdreht.

          Hexe von Cornwall spinnt neue Intrigen

          Angeekelt von diesem groben Verstoß wider das journalistische Ethos, schlagen wir das neue Heft von 7 Tage auf. Hier wird der Leser nicht von fiesen Paarspaltern hinter die Fichte geführt, hier schreibt der Leser selbst. Auf Seite 31 darf Elvira M. aus V. eine Probe ihres versifikatorischen Könnens geben: „7 Tage hat die Woche, / 7 Tage, an denen ich koche.“ Aber nicht etwa vor Erregung ob der gesellschaftlichen Skandale, die ihr Lieblingsblatt aufdeckt, sondern im gänzlich unmetaphorischen Sinn, wobei Frau M. allerdings ein wenig an Ideenarmut leidet. Abhilfe schafft sogleich der Blick in 7 Tage: „Da gibt’s Rezepte, die sind fein / und lecker obendrauf. / Da nimmt man auch / die Vorbereitungen in Kauf.“

          Jetzt kommt uns plötzlich in den Sinn, es ist ja nicht mehr lange hin, drei Wochen nur und keine vier, dann sitzt der Osterhase vor der Tür. In der Hoffnung auf gastronomische Inspiration nehmen wir noch einmal das Neue Blatt zur Hand und bleiben an einer Überschrift im Serviceteil hängen: „Wie nehme ich mein Kaninchen richtig hoch?“ Ganz einfach, wir schnappen uns den Hoppler, flüstern ihm ins Langohr: „Am Ostersonntag essen wir falschen Hasen“ und lassen ihn nach einer Schrecksekunde unter lauten „April, April“-Rufen wieder ins Heu fallen.

          Aber Schluss mit den Scherzen, die Lage in London ist zu ernst. Nachdem wir vor einer Woche an dieser Stelle Camillas gemeine Ränkespiele aufgedeckt hatten, dachten wir eigentlich, Kate und William könnten ihrer Hochzeit nun gelassen entgegensehen. Doch nein – die Hexe von Cornwall spinnt neue Intrigen. Wie die Neue Welt erfahren haben will, verkauft sie Kates Eltern ein „heruntergekommenes Spukhaus“, und das auch noch viel zu teuer. Schreckliche Vorstellung: In ihrer ersten Nacht im neuen Domizil erscheint den finanziell ruinierten alten Herrschaften ein Eichhörnchen mit dem Gesicht von Prinz Charles. Und draußen, im Moor von Baskerville, kläfft drohend ein riesiger Rottweiler.

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