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Herzblatt-Geschichten : Er wäscht sich auch öfter

Rausgeschmissen: Liliana Matthäus durfte bei der Berliner Fashion Week nicht in der ersten Reihe sitzen Bild: dpa

Wenn sich Männer auch in fortgeschrittenem Alter noch mit jungen Damen umgeben wollen, müssen sie schon etwas zu bieten haben. Körperhygiene und Kussqualitäten können in einer solchen Beziehung ausschlaggebende Punkte sein.

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          Die Parallelwelt, in die wir mit den Herzblättern blicken, wird uns immer unheimlicher. Unser Land nämlich scheint ein unerschöpfliches Reservoire zu bieten an Prominenten, die völlig unbekannt sind.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Besonders augenfällig wird dies in der Leserrubrik „Promifoto der Woche“ in 7 Tage: Seit Wochen warten wir darauf, dass hier mal jemand präsentiert wird, den wir kennen. „Herzlichen Dank für die Veröffentlichung meines Fotos vom diesjährigen Fanclub-Treffen mit Volker Bengl“, schrieb vergangene Woche Leserin Karin Dunker aus Neumünster, und Claudia Hop aus Neuburg teilte mit: „Vor kurzem besuchte ich mit meinen Freundinnen Susann Kaiser in Böblingen.“

          Völlig durcheinander

          In dieser Woche nun meldet sich Barbara Trefflich aus Ilmtal: „Heute sende ich Ihnen ein Bild von dem netten Sänger Graziano und mir. Es wurde nach einem Konzert in Steinbach-Langenbach aufgenommen.“ Da will Das Goldene Blatt nicht nachstehen und liefert ebenfalls ein Foto: „Unser Leser Ernst Schulze mit dem Volksmusik-Duo Sigrid und Marina.“ Oder war es die Leserin Sigrid Marina mit dem Duo Ernst und Schulze? Wir sind schon völlig durcheinander. Sachdienliche Hinweise zur Identität der oben genannten Herrschaften werden gern entgegengenommen.

          Wurde von seiner Ex-Freundin gegen einen schwedischen DJ eingetauscht: Rolling Stones Gitarrist Ron Wood

          Zum Glück gibt es bei uns auch noch echte Prominenz, etwa Liliana Matthäus. Was hatten sich die Klatschpresse und auch die seriöse, also wir, den Mund zerrissen über die Unreife der jungen Dame (22) und des mit ihr auch in dieser Woche noch verheirateten Herrn (48). Tatsächlich aber handelt es sich um zwei durchaus verantwortungsbewusste Persönlichkeiten - wie die Antwort von Frau Noch-Matthäus auf die Bild-Frage zeigt, ob sie noch Kontakt zu Lothar habe: „Klar. Schon allein, weil wir einen gemeinsamen Hund haben, Chloé. Sie ist unser Baby. Wir müssen ja unseren Verpflichtungen nachkommen.“ Das wollte Liliana auch auf der Berliner Fashion Week, wo sie sich in ihrem Selbstverständnis als Topmodel verpflichtet fühlte, bei einer Schau auch ohne Einladung in der ersten Reihe zu sitzen. Leider sahen die Veranstalter das anders und warfen sie raus.

          Ein „Schock-Geständnis“

          Letzteres würde Rolling-Stones Gitarrist Ron Wood, 62, auch seiner Ex-Freundin Ekaterina, 21, wünschen. Sie ist in den britischen Big-Brother-Container eingezogen und dort einem schwedischen DJ recht nahe gekommen, was sie zu offenherzigen Vergleichsstudien inspiriert. „Jonas ist jünger und wäscht sich auch öfter“, hat sie laut Bild erklärt und noch in einer zweiten Kategorie Noten verteilt: „Die beiden küssen auch unterschiedlich. Jonas ist da richtig gut. Es war viel aufregender, ihn zu küssen. Mit Ronnie war es inniger, weil wir lange zusammen waren.“

          Ein „Schock-Geständnis“, behauptet Das Neue Blatt auf seiner Titelseite, erschüttert auch die Ehe von Stefanie Hertel und Stefan Mross. „Seine Augen werden glasig, Tränen rollen über die Wangen, er ist völlig aufgelöst! Was muss in einem gestandenen Mann wie Stefan Mross (34) vorgehen, dass er vor laufenden Kameras so hemmungslos weint?“, fragt sich das Heft und gibt gleich selbst die bestürzende Antwort: Mross hat mit anhören müssen, wie Karl Moik ein Lied für ihn sang. Da können wir ihm nur unser Mitgefühl aussprechen, auch wir hätten sofort losgeheult. Was aber war nun genau das „Schock-Geständnis“? Beim Zuhören kam Mross die Erkenntnis, dass er „wirklich oft keine guten Zeiten“ und „es in meinem Leben immer schwer gehabt“ habe. Wenigstens das Moik-Lied hat er jetzt überstanden.

          Glückliche Zeiten

          Auf glückliche Zeiten freuen dürfen sich die Schweden. Die königliche Hochzeit nämlich, der sie entgegenfiebern, dürfte ihren Wohlstand erheblich mehren. „Experten haben errechnet, dass das Ja-Wort von Kronprinzessin Victoria (32) und ihrem Daniel (36) über 250 Millionen zusätzliche Euro in die Kassen spülen wird!“, staunt Das Goldene Blatt, und zwar durch den Verkauf von Tassen, Tellern und Schlüsselanhängern, durch Hotelbuchungen und Konzertkarten. Feiernd aus der Krise: Da müsste unser Finanzminister hellhörig werden. Gut, es fehlt uns an Monarchen, doch auch in unserer herrschenden Klasse sollten sich Menschen finden, deren Vermählung sich gewinnbringend inszenieren ließe. Unser Traumpaar, Theo zu Guttenberg und seine Stephanie, ist ja leider schon verheiratet. Kaum weniger Glamour jedoch verspricht die im Februar geplante Trauung unseres kecken Kabinettskükens Kristina Köhler mit dem feschen Staatssekretär Ole Schröder: Schleunigst sollte sich der Bund „Krolina“ als Marke registrieren lassen, das klingt fast wie Brangelina. Und wir bestellen schon mal eine Ole-Schröder-Tasse.

          Wie gut tut es, solch junges Glück zu erleben - müssen wir doch gestehen, dass all die unschönen Trennungsdramen, von denen wir immer lesen, auf uns nicht ohne Wirkung bleiben. Nicht weil wir verunsichert wären, sondern einfach nur so haben wir unsere Angetraute mal gefragt, ob unsere Küsse nach all den Jahren noch richtig gut und aufregend seien. Sie hat geantwortet, sie fände sie innig.

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