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Herzblatt-Geschichten : Er ist kein Männchen

Letizia ist nicht schwangerer als sie aussieht - hat aber mit Frau mit Herz gesprochen Bild: REUTERS

Obwohl Prinzessin Letizia nicht schwangerer ist als sie mit ihrer Size-Zero-Figur aussieht, hat ein Engel Geheimnisse aus dem spanischen Königshaus ausgeplaudert. Michael Wendler führt derweil lieber tiefsinnige Gespräche mit seiner Frau Claudia.

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          Einiges los die Woche bei der Bunten. Zwei Redakteure, darunter der Politikchef, mussten gehen, weil sie auf dem Wege gewesen sein sollen, mit Hilfe eines anonymen Informanten und unlauterer Recherchemethoden den Lebenswandel eines Bundespolitikers zu durchleuchten; angeblich geht es um Drogenkonsum und Sex-Partys. Schlimm, dass bei solchen Geschichten immer etwas hängenbleibt – und Bundespolitiker nun in den Generalverdacht geraten, sich zu benehmen wie erfolgreiche Versicherungsvertreter.

          Jörg Thomann
          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Sein wohl letztes Bunte-Interview hat der scheidende Politikchef mit Frank-Walter Steinmeier geführt, der weniger das Gespräch als vielmehr das dazugehörige Foto noch bereuen dürfte. Dass die Kombination Bunte und Wasser brandgefährlich ist, sollte man in der SPD wissen, seit der im Pool poussierende Rudolf Scharping absoff. Dennoch posiert Steinmeier für Bunte mit hochgekrempelten Hosen im Wannsee, hält einen Rettungsring im Arm und liefert so das passende Bild für kommende Storys wie „SPD geht baden“ oder „Sind die Sozis noch zu retten?“

          Auch bei dieser Schlagzeile wittern wir einen Abhörskandal: „Felipe ist so kalt und abweisend – Letizia betet verzweifelt – ,Nur ein Sohn kann meine Ehe jetzt noch retten!‘“, titelt Frau mit Herz. Wie ist es dem Blatt gelungen, an ein wörtliches Zitat aus dem Gebet der spanischen Prinzessin zu kommen? Hat da irgendein Engel geplaudert? Letizias Appell übrigens ist längst erhört worden, glauben wir dem Goldenen Blatt, wozu freilich keinerlei Anlass besteht. Die dumme Männerphantasie nämlich, dass eine Frau, die „nein“ sagt, immer eigentlich „ja“ meint, gilt umgekehrt wenigstens bei Frauenzeitschriften, bei denen „ja“ stets „nein“ bedeutet. Wenn also Das Goldene Blatt schreibt: „Letizia & Felipe - JA! Ein Junge“, dann darf man gewiss sein, dass die Prinzessin nicht schwangerer ist, als sie mit ihrer Size-Zero-Figur aussieht. Und wenn Frau aktuell jubiliert: „Olli Geissen & Tini Plate – Jaa! Das süße Baby-Glück“, dann ist damit kein neues Baby gemeint, sondern der fast drei Jahre alte Sohn Rocco.

          Macht zu Wasser und im Gebirge eine gute Figur: Frank-Walter Steinmeier
          Macht zu Wasser und im Gebirge eine gute Figur: Frank-Walter Steinmeier : Bild: dpa

          „Das bestaussehende Ding, das ich je gesehen habe!“

          Glaubwürdiger scheint die Mutter von Monacos Fürstin Charlene, die laut Goldenem Blatt verriet, dass ihre Tochter „gerne fünf Kinder“ hätte: Klar, sie möchte schließlich mit Ehemann Albert gleichziehen. Stephanie Gräfin von Pfuel hat sogar sechs Kinder, was ihrer Meinung nach auch genug sind: „Sechs Kinder sind heute schließlich so viele wie früher zwölf!“, erklärt sie im Goldenen Blatt. Ganz leuchtet uns die Gleichung nicht ein, aber wir ahnen, was sie meint: Wenn abends unsere zwei Kinder endlich schlafen, haben wir auch das Gefühl, wir hätten sechs ins Bett gebracht.

          Fast noch ein Kind ist Daniel Brühl, 33, im Vergleich mit seiner Filmpartnerin Geraldine Chaplin, 67, welche ihm in Frau im Spiegel ein Kompliment an der Grenze zum Sexismus macht: „Er ist das bestaussehende Ding, das ich je gesehen habe!“ Gunter Gabriel wiederum mag kein „Stehaufmännchen“ sein. „Ich bin“, sagt er Frau im Spiegel, „mit meinen 110 Kilo und fast zwei Metern Länge nun wirklich kein Männchen.“ Wie wäre es mit Stehaufbrocken? Auch nicht schlecht ist das Wort, mit dem Daniela Katzenberger in der Zeitschrift In Dieter Bohlen beschreibt: „Dieter ist ein Arschloch-Romeo. Das mögen Frauen doch.“

          Da ist der Weg nicht weit zum Sänger Michael Wendler, der in der Neuen Welt sagt: „Wenn Claudia und ich uns einmal trennen würden, wäre es für mich wahnsinnig schwer, eine neue Partnerin zu finden.“ Er denke nämlich, so Wendler, „alles, was käme, wären wahrscheinlich jüngere Mädchen, beinahe noch Kinder. (...) Tiefsinnige Gespräche wären da wohl nicht mehr möglich.“ Das glauben wir auch, Wendler, aber das läge kaum an den Mädels. Übrigens können wir uns vorstellen, dass sich nicht nur naive Mädchen für Sie interessieren, sondern auch die eine oder andere senile Seniorin.

          Howard Carpendale - ein Romantiker vor dem Herrn

          Schauspielerin Claudia Wenzel lüftet im Neuen Blatt das Geheimnis ihrer Ehe mit dem Kollegen Rüdiger Joswig: „In meiner ersten Ehe habe ich mich z.B. auch mal über eine herumliegende Socke aufgeregt. Heute belaste ich meine Ehe nicht mehr mit solchem Kleinkram und hebe die Socke lieber selbst auf.“ Heißt das, bei ihr lag noch eine Socke aus erster Ehe herum? Zuletzt aber war das Paar in Afrika unterwegs: „Die beiden genießen Afrika, beschäftigen sich aber auch mit den Problemen des Landes. In Namibia unterstützen sie ein Aidswaisenhaus“, steht unter dem Foto, das beide strahlend in einem großen Pool zeigt. Unglücklich, diese Bild-Text-Schere.

          Ein Romantiker vor dem Herrn scheint Howard Carpendale zu sein. Laut Neuem Blatt hat er, während sie im Fernsehen die Hochzeit Prinz Williams verfolgten, unvermittelt seine Freundin Donnice gefragt: „Willst du das auch?“ Ihre Reaktion: „Sie hat nicht ja gesagt.“ Grämen sollte sich der alte Howie deswegen nicht – es könnte ja sein, dass Donnice seinen Antrag schlicht nicht verstanden hat. Vielleicht hat sie gedacht, er wollte ihr nur die Kartoffelchips anbieten.

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