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Herzblatt-Geschichten : Ein richtiger Trottel

Kein guter Ehemann: Udo Jürgens macht sich besser als Geliebter Bild: dpa

Die Herren der Schöpfung waren in dieser Woche nicht gerade galant zu ihren Herzdamen: Lothar hat sich zwar wieder mit Liliana vertragen, betrachtet ihre Ehe aber eher als Bolzplatzrangelei. Und Udo Jürgens konnte zwar seine Geliebten befriedigen, nicht aber seine Ehefrauen.

          Was für ein Schreck für unsere Kanzlerin. All die Nachrichten über im Boulevardauftrag von dubiosen Agenturen ausspionierte Spitzenpolitiker und die Debatte darüber, ob deren Privatleben uns etwas angeht, werden auch an ihr nicht vorübergegangen sein. Und welche Schlagzeile muss sie nun auf der Titelseite der Neuen Welt lesen? „Angela Merkel - Die ganze Wahrheit über ihre Ehe“. Doch die Aufregung dürfte sich schnell legen. Die „ganze Wahrheit“ ist nämlich genauso öde wie alles, was wir sonst auch über Merkels Ehe lesen: Mit ihrem Gatten fährt sie gern ins Grüne, hört Musik und kocht. Glück für die Kanzlerin, dass es eben nur die Neue Welt war, die sich teure Rechercheaufträge an dubiose Agenturen nicht leisten kann.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die Bunte-Chefredakteurin Patricia Riekel sieht sich derweil gezwungen, selbst ihr Editorial in eine Ethikvorlesung zu verwandeln: „Wir berichten nicht über Privataffären. Nur dann, wenn sie zu Staatsaffären werden.“ Da müssten sich Münte und seine Michelle eigentlich geschmeichelt fühlen, wenn ihre Romanze von der Staatsaffärenrechtlerin Riekel solche Weihen erfährt. Der Stern wiederum berichtet von weiteren Spitzel-Exzessen. So soll ein Agenturagent Christian Wulff und seiner Gattin in die Flitterwochen nachgereist sein - was allen, die mit einer Karriere als Beschattungsunternehmer liebäugeln, zu denken geben sollte: Würden Sie das wirklich wollen? Mit Wulff? In die Flitterwochen?

          Cruise verordnet Katie ein Kind

          Riekels Gala-Kollege Peter Lewandowski hingegen ist obenauf. Vor einem Monat, am 4. Februar, hat er die Gerüchte, dass sich Angelina Jolie und Brad Pitt getrennt hätten, für absurd erklärt und geschwärmt, welch „entspannten und glücklichen Eindruck“ das Paar auf ihn mache. Und weil er so stolz ist, dass die beiden noch immer zusammen sind, schreibt er seitdem fast jedes seiner Editorials damit voll, „wie gut diese Familie funktioniert“ (25. Februar), welch „Demonstration gegen alle Gerüchte, ein Zeichen größter Nähe“ (4. März) sie liefere. Im Grunde ist es uns völlig egal - aber jetzt fänden wir es äußerst lustig, wenn sich beide doch noch trennten.

          Lothar Matthäus scheint die Ehe nicht vom Rasen trennen zu können

          Wieder zusammen sind - Überraschung! - Liliana und Lothar Matthäus. „Wir waren beide töricht, dickköpfig und eigensinnig“, erzählt Liliana im Bunte-Interview, was wir ihr sofort glauben, und fügt etwas gespreizt hinzu: „Es dominierte ein Misstrauen meinerseits gegenüber Lothar.“ Lothar wiederum liefert eine offenherzige Selbstbeschreibung: „Und wenn ich liebe, dann mit Haut und Haar. Es ist so wie damals auf dem Spielfeld: Wenn ich am Ball bin, nehme ich keine Rücksicht auf Gegner oder Mitspieler, sondern ich will den Sieg.“ Unklar bleibt, ob Liliana nun seine Gegnerin ist oder Mitspielerin. Aber das ist ja letztlich schnuppe - solange er am Ende gewinnt. Das klingt fast so harmonisch wie die Ehe von Tom Cruise und Katie Holmes, über die Gala berichtet: „Tom hat Katie erlaubt, im vergangenen Jahr ihre Karriere voranzutreiben, wenn sie dafür 2010 wieder schwanger wird.“

          Kuscheln, Kiffen und Killerspiele

          Vielleicht sollten sich die Herren Cruise und Matthäus ein Beispiel nehmen am Sänger Barry Manilow, 66, der im Gespräch mit der Neuen Welt erstaunliche Distanz zu sich selbst beweist und gar nicht versteht, wie sich seine Ex-Frau einst in ihn verlieben konnte: „Ich war hässlich, ein Niemand, ein richtiger Trottel mit einer Frisur zum Abgewöhnen!“ Daran hat sich zumindest so viel geändert, dass er heute ein Jemand ist - und geschieden. Wie auch Udo Jürgens, 75, der laut Neuem Blatt mehrere aktuelle „Kuschel-Partnerinnen“ hat, alle „um die 30“, und sagt: „Meine Geliebten waren alle zufrieden mit mir - meine Ehefrauen nicht.“

          Frisch verpartnert ist Sarah Fergusons Tochter Eugenie, 19, und zwar mit dem Milliardärsneffen Otto Brockway, dessen Hobby das Echo der Frau vor Aufregung ganz viel Ausrufezeichen verschütten lässt: „Denn Otto hat eine Vorliebe für Marihuana! Der 24-Jährige unterzeichnete im Internet, für alle sichtbar, eine Petition, um das Rauschmittel in Großbritannien zu legalisieren! Unfassbar! Und was noch viel schlimmer ist: Daraus lässt sich schlussfolgern, dass er bestimmt schon mal das ein oder andere Mal die Droge konsumiert hat!“ Von der Petition weiß auch Das Goldene Blatt, bei dem Otto indes erst 19 ist; er rauche Haschisch auf Partys, auf denen er mit seiner Freundin „bis frühmorgens“ tanze. Wir würden das bezweifeln: Nach unserer Erfahrung schlafen die Kiffer meist schon zeitig ein.

          Wie abenteuerlich jedoch die Flugbahn des süßen Vogels Jugend sein kann, zeigt die Bunte-Meldung über den Musiker Justin Bieber: „Vor der Party zu seinem 16. Geburtstag am 1. März mussten die Eltern seiner Freunde eine Erklärung unterschreiben, die besagt, dass sie sich über die Gefahren der Feier bewusst seien: Die Kids könnten schwer bis tödlich verletzt werden. Geplant waren Sumo-Wrestling, Paintball und Laserspiele.“ Seien Sie daher froh, liebe Eltern, wenn Ihre Kinder nicht mit Justin feiern, sondern nur das ganz normale Programm deutscher Teenager-Partys absolvieren. Also Petting, Kiffen und Kampftrinken.

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