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Herzblatt-Geschichten : Ein Reh überm Rücken

Hätte der Starastrologe Winfrid Noé doch mal besser in die Sterne geschaut. Dann hätte er vielleicht gesehen, dass seine Frau ihn verlassen wird. Oder er könnte Klarheit in die Verdächtigungen um Prinz Charles schaffen. Die jungen deutschen Filmstars wollen lieber zu den Sternen fliegen.

          Wem ein Unglück widerfährt, dem gilt, so sollte man meinen, unser aller Mitgefühl. Doch bei manchen Menschen macht man eine Ausnahme. Der Fahrlehrer, der seinen Wagen zu Schrott fährt, muss ebenso mit Häme rechnen wie der Finanzberater in Privatinsolvenz. Oder nehmen wir Winfrid Noé (56): Ihn hat gerade, nach elf Ehejahren, seine Frau verlassen, und weil er in den Medien als „Star-Astrologe“ firmiert, muss er sich nun auch noch verhöhnen lassen: „Hätte er doch bloß mal vorher in die Sterne geguckt“, schreibt süffisant die Bild-Zeitung. Zu allem Übel lässt sich Noé auch noch ein aufs böse Spiel und analysiert rückblickend, was er hätte vorhersehen müssen: „Im Horoskop meiner Frau bildet der extrem langsam laufende Pluto im Steinbock ein exaktes Quadrat zu Venus im Widder im Partnerschaftshaus. Das bedeutet übersteigertes Triebleben, wollüstiges Begehren, Unsittlichkeit und Ehebruch.“ Dumm, dass Noé das nicht vorher wusste, sonst hätte er den lahmen Pluto mal ordentlich auf Trab gebracht und den lüsternen Widder aus dem Haus gejagt.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Vor lauter Verbitterung versteigt sich der Astrologe zur Generalabrechnung mit manchem Sternzeichen, etwa mit der Jungfrau: „Sie will anfangs Liebe und Sex. Wenn sie es einmal geschafft hat, hüpft sie auch gerne in andere Betten. Ihr Geist und ihr Körper können nicht anders.“ Mit solchen Worten dürfte Noé selbst bei knallharten Positivisten das Interesse an der Astrologie im Allgemeinen wecken und an Jungfrauen im Speziellen. Noés Ehefrau wiederum scheint nach Jahren astrologischer Verirrungen in den Schoß der Kirche zurückgefunden zu haben, wobei sich der Gatte fragen wird, ob es ausgerechnet der von Jürgen Fliege sein muss: Kein anderer als der Fernsehpfarrer (64) nämlich soll Noé nach Bild-Informationen „Ehefrau Andrea (46) ausgespannt haben“. Fliege selbst, teilt dessen Büro dem Blatt mit, nehme „in so gearteten Fällen aus guten Gründen im Einzelnen nie Stellung“, was die Frage aufwirft, wie oft Fliege wohl mit so gearteten Fällen konfrontiert wird – und ob er denn irgendwann eine Sammelerklärung abgibt.

          Betrug mit der Harfenistin

          Hoch her geht es auch im königlichen Partnerschaftshaus Großbritanniens wieder, wo sich, wie Das Goldene Blatt weiß, die Hinweise verdichten, „dass Prinz Charles seine Frau betrügt – ausgerechnet mit seiner Harfenistin!“ Wieso ausgerechnet, fragt man sich angesichts dessen, dass besagte Claire Jones (26) „eine attraktive blonde Schönheit“ ist, wie uns überhaupt die Tatsache beeindruckt, dass Charles eine „persönliche Harfenspielerin“ besitzt. Andererseits sind amouröse Treffen mit einer Harfenistin, die ständig ihr monströses Instrument mit sich herumschleppen muss, tatsächlich heikler als etwa solche mit einer Piccoloflötistin.

          Wenn Alexander Fehling tauschen kann, dann will er alles: die erste Frau im All sein

          Auch Schwedens Carl Gustaf soll ja mal einer Musikerin zugetan gewesen sein, doch seine Gattin hat darüber hinweggesehen und zeigt sich glanzvoll wie zuvor, was im Bunte-Editorial bei Patricia Riekel Jubel auslöst: „Für mich sind Sie eine wahre Königin.“ Da wird sich Silvia freuen, dass Bunte sie für keine falsche hält, ja, sie wird sich sicherlich, nun ja, geadelt fühlen. Gewiss hilft es ihr auch, ihren Mann besser zu ertragen, der kürzlich, als sie erkrankt war, laut Neuem Blatt scherzte: „Der Königin geht es sehr schlecht – jetzt muss der Arzt ihr die Ohren abschneiden.“

          Gegrilltes Reh zum Abendbrot

          Den Hang zu eigenwilligem Humor teilt Carl Gustaf mit dem Schauspieler Claude Oliver Rudolph, der außerehelich ein Kind zeugte, dessen Existenz er aber, wie er Bunte erklärt, vor seiner Familie geheim halten wollte: „Ich bin doch kein Spießer. Ich bin ein Freigeist. Ich hätte es lustig gefunden, zwei Familien parallel zu fahren.“ Die Mutter des Knaben hat die kurze Begegnung mit Rudolph noch in guter Erinnerung: „Damals hat Claude absolut was hergemacht. Er war so maskulin, trat auf wie einer, der für dich in den Wald geht, sich ein Reh über den Rücken wirft und es dir zum Abendbrot grillt.“ Das also wollen Frauen: Rehbraten? Andererseits finden ja alle Frauen Rudolphs Kollegen Florian David Fitz (36) so toll, der in Gala bekennt, jüngst im Kino „sieben Minuten am Stück geheult“ zu haben – und zwar beim Trickfilm „Toy Story 3“. Demnächst läuft ja ein neuer Winnie-Puuh-Film an, der wird ihn vermutlich auch sehr erschüttern.

          Dann hat Gala noch, getrennt voneinander, vier Nominierte für den Deutschen Filmpreis befragt, deren Antworten auf eine Frage – „Mit wem würden Sie gern mal für 24 Stunden tauschen?“ – irritieren; es scheint, als hätten die Herrschaften sich abgesprochen. Regisseurin Yasemin Samdereli, 37, sagt: „Mit einem Astronauten im All.“ Regisseur Florian Cossen, 32, antwortet: „Mit irgendjemandem, der eine Vagina hat.“ Schauspieler Alexander Fehling, 30, vermengt beides und entgegnet: „Mit der ersten Frau im Weltall.“ Nur Schauspielerin Bernadette Heerwagen, 33, schert scheinbar aus und meint: „Im Moment mit niemandem. Ich bin der glücklichste Mensch auf Erden.“ Für so ein Glück kann es nach dem Stand der Dinge nur eine Ursache geben: Sie muss gerade von einem Ausflug ins Weltall zurückgekehrt sein.

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