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Herzblatt-Geschichten : Ein Märchen ohne Fußball

  • -Aktualisiert am

Flavio Briatore heiratete Elisabetta Gregoraci in Rom Bild: REUTERS

Grassiert da etwa das Hochzeitsfieber unter den Promis? Flavio Briatore traut sich, Barbara Becker traut sich, nur George Clooney scheint weiterhin immun zu sein. Diese und andere Herzblatt-Geschichten beschreibt Felicitas von Lovenberg.

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          Im Sand, am Strand und auf den Hochsitzen ist zurzeit wenig los, und Bunte verrät auch gleich, warum: Während der Fußball-EM haben Männer andere Rundungen im Kopf als die der Frauen, zumal die deutschen, von denen ganze 62 Prozent Fußball-Fernsehen im Augenblick angeblich wichtiger finden als Sex, bisweilen auch Schnackseln genannt. Womit wir gleich beim Hochadel wären, der ja ohnedies lieber mit kleineren Bällen Polo spielt.

          Die Briten, in diesen Wochen weniger an den Fernseher gekettet als der Rest der europäischen Männerschaft, sorgen sich um Prinz Charles, der die Ersatzbank der Monarchie seit Jahrzehnten schön warm hält. Nun aber hat er - an einem Donnerstag, wie Echo der Frau aufgeregt zu berichten weiß - eine veränderte Hautstelle am rechten Nasenflügel entdeckt: einen bösartigen Tumor, der offenbar gerade noch rechtzeitig entfernt werden konnte. Die äußere Wunde verdeckt ein Schönheitspflästerchen, die seelische heilt aufopferungsvoll Gattin Camilla: Die „ganze Nacht hindurch“ soll sie mit ihrem Mann geredet haben. Da war die Operation am nächsten Tag nur noch halb so schlimm.

          Demokratie in Liebesdingen

          Mette-Marit und Haakon brauchen derweil ihren Norwegerschlaf, denn möglicherweise müssen sie noch in diesem Jahr „das Zepter übernehmen“, wie Neue Welt es kenntnisreich ausdrückt. Aber von wegen Jubel und ätsch-bätsch in Richtung Charles: Die Sorge um den kranken Harald überschattet alle Freude auf die Krone.

          Happy End in der Stille: die Rückkehr Oliver Kahns zu seiner Frau Simon

          Ach, das Warten aufs Erbe kann ja so zermürbend sein! Da haben es jene, die sich ihr Geld selbst verdienen, deutlich leichter. Zum Beispiel Flavio Briatore, scheinlebendiger Beweis der populären Ansicht, dass Vielweiberei nichts anderes ist als die Anwendung des Prinzips Demokratie in Liebesdingen. Folgerichtig heiratet er nun eine junge Dame, die gleich mehrere Persönlichkeiten in sich vereint: „Miss Schönstes Lächeln“ und „Miss Perfekter Busen“ ist Elisabetta Gregoraci schon. Hoffentlich erwirbt sie sich als „Signora Briatore“ nicht noch den Titel „Miststück“ von all jenen Gekränkten, die der Formel-1-Teamchef bei der Brautsuche auf der Strecke gelassen hat - zum Beispiel Heidi Klum. Wie Das Neue Blatt herausgefunden hat, will Briatore nicht einmal die gemeinsame Tochter Leni bei der Hochzeit geladen sehen, „dabei müsste ihm sein eigen Fleisch und Blut doch näher sein als alle Promis der Welt!“. Wohl wahr - immerhin gehört Briatore ja nicht zu jenen Vätern, in deren Brieftasche statt Scheinen nur noch ein Foto der lieben Kleinen übrig ist.

          Clooney ist gegen das Hochzeitsfieber geimpft

          Revue kümmert sich derweil um Barbara Becker, weil diese angeblich ihr Beuteschema „richtiger Kerl“ abgelegt hat. Nach Boris war sie mit ihrem Fitnesstrainer Stan, genannt „der Bär“, liiert, der sich sogar ihren Namen auf die breite Brust tätowieren ließ - praktisch, da weiß man immer gleich, wie man heißt, falls beim Bären nicht zu viele Haare im Weg waren. Trotzdem will Barbara jetzt den belgischen Designer Arne Quinze heiraten. „Klein und lieb“ sei der, berichtet Revue, quasi ein „Maskottchen“ - präsentiert dann aber ein Bild von Barbara und ihrem Neuen, Hand in Hand durch den Regen schlendernd, wobei das Maskottchen mächtig tätowierte Oberarme zeigt. Zum Glück hat er sein T-Shirt angelassen. Aber eines scheint klar: Babs stand immer schon auf Männer des Wortes.

          Junggesellen sind ja fast so vom Aussterben bedroht wie die Pandabären Chinas. Nur gut, dass mit George Clooney wenigstens einer gegen das Hochzeitsfieber geimpft scheint. Gala hat ihn am Comer See besucht, wo der Schauspieler Zuflucht sucht vor all den Journalistinnen, die immer die gleiche Frage stellen: „Warum, George, machst du bloß immer mit den schönsten Frauen Schluss?“ Ja, George, warum? Die Antwort, die Gala findet ohne zu suchen, liegt in der italienischen Lässigkeit Clooneys: Warum denn nicht?

          Hochzeit war wie Weihnachten bei Loriot

          Was den von ihr Abgelichteten an Lebenserfahrung und Einsicht fehlt, steuert Bunte stets gern bei. Fürsorglich warnt sie Jennifer Hof, die Gewinnerin von Heidi Klums Casting-Show: „Die härteste Prüfung“, vulgo: das wahre Modelleben, stehe ihr noch bevor. Und auch Prinz Karl-Emich zu Leiningen, nicht mehr ganz frisch, gibt Anlass zur Sorge. Nach seinem zweitehelichen Abstecher ins Bürgertum mit tragischen Folgen (Enterbung, Scheidung, und dann heiratet die Ex auch noch den Aga Khan) ist er zu seinen Wurzeln zurückgekehrt und hat eine junge Gräfin geehelicht. Bunte vergleicht die Zeremonie, die von der Großmutter der Braut boykottiert wurde, mit dem Weihnachtsfest bei Loriot: „Alles soll perfekt sein, aber irgendwas geht schrecklich schief.“ Immerhin: Karl-Emich zu Leiningen sei Kummer gewöhnt, wenn es um Hochzeiten geht.

          Weihnachten bei Loriot ähnelt auch Deutschlands Schicksal bei der EM. Da hilft es nix, dass Jogi Löw „ein schöner Mann“ ist, der sich außerdem „für den Buddhismus interessiert“, wie Bunte herausgefunden hat. Bei Olli Kahn immerhin scheint in aller Stille ein Happy End in Sicht: die Rückkehr zu seiner Frau Simone. Ein Sommermärchen, ganz ohne Fußball.

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