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Herzblatt-Geschichten : Ein bisschen Restliebe

Keine Restliebe mehr im Pott übrig: Sami Khedira und Lena Gercke Bild: dpa

Wen trifft der nationale Liebesfluch als nächstes? Nach Schweinsteiger, Özil und Neuer hat es nun auch Sami Khedira und Lena Gercke erwischt.

          Die Bikini-Saison ist eröffnet, jedenfalls auf den Titelseiten von Blättern wie In. „Urlaub wie die Stars – Promis verraten In exklusiv ihre Geheimtipps – wo sie flirten, feiern und chillen“, posaunt das Blatt. Und wer cremt da auf einem der Coverfotos wem den Rücken ein? Sami Khedira Lena Gercke. Unglückliches Timing, dass In genau in jener Woche, in der das Paar seine angeblich schon vor Monaten vollzogene Trennung bekanntgibt, mit einem Archivfoto eines Strandurlaubs der beiden aufmacht. Zu denjenigen, die In etwas exklusiv verraten haben, zählen Lena und Sami auch nicht, sondern Promis wie Tanja Bülter, Tobey Wilson und Jo Weil. Nein, die kennen auch wir selbst nicht.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Wieder und vermutlich nicht zum letzten Mal haben wir uns geärgert, weil wir uns das Recht an der Zeile „Der Liebesfluch unserer WM-Helden“ nicht gesichert haben. Erfunden hatten wir sie im Oktober, nachdem die Beziehungen von Schweinsteiger, Özil und Neuer gescheitert waren, und seither haben wir sie immer wieder lesen müssen – diese Woche etwa, dank Gercke und Khedira, in der Bild-Zeitung. Die Frage ist, wie lange der Liebesfluch noch anhält. Wenn sich zum Beispiel in dreißig Jahren der Masseur der Mannschaft von seiner Frau trennt, fällt das dann auch noch darunter?

          Teilzeit verweigert

          Bild kennt natürlich auch den Grund für das jüngste Liebes-Aus: „Khediras Kinderwunsch passt nicht in Lenas Leben“, da sie „noch beruflich ambitioniert ist“. Seinerseits war Khedira dann offenbar nicht bereit, beruflich Abstriche zu machen, indem er etwa bei seinem neuen Club Juventus Turin nur Teilzeit arbeitet und immer nur eine Halbzeit spielt. Das neue Elterngeld plus konnte beide offenbar auch nicht reizen.

          Haben hoffentlich genügend Badezimmer: Angelina Jolie und Brad Pitt mit einem Teil ihres Nachwuchses.

          Angelina Jolie und Brad Pitt hingegen haben sogar sechs (oder sieben?, acht?) Kinder, und sie kommen gut zurecht. Obgleich sich Jolie gegenüber Myway beklagt: „Ich glaube, jede Mutter kann bestätigen, dass die einzige Zeit, die man für sich selbst hat, ist, wenn man duscht oder ein Schaumbad nimmt. Aber auch dann klopft es meistens an der Badezimmertür, und jemand will reinkommen.“ Moment mal: Aus jahrelanger Yellow-Press-Lektüre glauben wir zu wissen, dass das Anwesen der Pitt-Jolies bestimmt sechs, sieben oder acht Badezimmer hat. Und da wollen alle immer dasselbe benutzen? Liegt in den anderen Zimmern mal wieder keine Seife?

          Vom Drang der Stars, zu beteuern, ein ganz normaler Mensch geblieben zu sein, ist selbst eine Senta Berger nicht frei, welche Das goldene Blatt mit den Worten zitiert: „Die meisten kennen mich nur aus Filmen oder von Veranstaltungen. Aber gleich danach reiße ich mir gern das enge Kleid vom Leib, knalle die hohen Schuhe in die Ecke, lege die Füße hoch, esse genüsslich Pommes frites und trinke Bier.“ In Unterwäsche Bier trinken – wer hätte gedacht, dass Senta Berger einen Lebensstil pflegt wie viele ihrer männlichen Fans. Wir allerdings fragen uns: Kauft sie sich noch im engen Kleid die Pommes oder hinterher? Oder bringt sie die von der Veranstaltung mit nach Hause?

          Freundschaft im Wirtschafts-Sprech

          Wen wir uns nur schwer mit Fritten auf dem Sofa vorstellen können, das sind die beiden Damen, die einträchtig auf dem Cover von Frau im Spiegel posieren: „Maria Furtwängler & Ursula von der Leyen – Das Geheimnis ihrer Stärke!“ Die Ministerin darf geschmeichelt sein, denn an Furtwänglers Seite schaffen es nur die Besten – zu erkennen an den Frau im Spiegel-Titelstorys „Maria Furtwängler & Stephanie zu Guttenberg – Zwei starke Frauen!“ (Juni 2012) und „Maria Furtwängler & Kronprinzessin Mary – Zwei starke Frauen!“ (Dezember 2014). Scheint sich um eine lose Serie zu handeln.

          Mit Bier und Pommes Frites: Abseits des roten Teppichs pflegt Senta Berger den Lebensstil des männlichen Durchschnittsdeutschen.

          Furtwängler und von der Leyen jedenfalls, schreibt die Chefredakteurin der Frau im Spiegel, verbindet etwas, „was Frauen aus verschiedenen Bereichen besonders erfolgreich macht: eine Frauenfreundschaft mit Inhalten“. Welche inhaltslosen Freundschaften stets vorzuziehen ist. „Durch diese Freundschaft lassen sich Synergien entwickeln, die zielgerichtet viel bewegen können.“ Ganz im Gegensatz zu all den ziellos umhertreibenden Synergien. Furtwängler selbst sagt: „Die Geschichten, die Ursula von der Leyen erzählt, sind zum Teil einfach sehr, sehr komisch. Ich habe wohl auch die nötige Frechheit, um zu kontern und sie genauso zum Lachen zu bringen.“ So frech zu sein ist mutig, schließlich befiehlt von der Leyen über eine ganze Armee. Wie wär’s, Frau im Spiegel, mal mit der Schlagzeile „Maria Furtwängler – Eine freche Frau“?

          Den Außerirdischen hilflos ausgeliefert

          Und was, Bunte, hat dich bewogen, von der Leyens Ministerkollegen Thomas de Maizière die folgende Frage zu stellen? „Unsere Weltordnung ist aus den Fugen geraten. Terroranschläge beherrschen den Alltag. Fühlen Sie sich als Innenminister manchmal machtlos?“ Welt aus den Fugen, vom Terror beherrschter Alltag: Ist das echt so, Bunte, bei euch in München? De Maizière übrigens fühlt sich gar nicht machtlos. Bunte denkt aber auch nicht daran, noch mal nachzuhaken, etwa mit dieser Frage: „Die Apokalypse naht. Außerirdische bereiten eine Invasion vor, um uns alle zu versklaven. Fühlen Sie sich als Innenminister nicht doch manchmal machtlos?“

          Für alle liebesverfluchten WM-Helden verrät die Schauspielerin Lara Joy Körner dann noch, wie man sich von seinem Partner im Guten verabschiedet. „Wir haben uns getrennt. Als noch ein bisschen Restliebe da war“, erzählt sie Bunte. „Es ist nicht sinnvoll, den ganzen Pott, den man an Liebe hat, aufzubrauchen und sich dann zu trennen. Dann geht’s schief.“ Daher unser Aufruf an alle Paare, die seit langem zusammen sind: Schauen Sie doch mal, ob bei Ihnen noch ein bisschen Restliebe vorhanden ist. Falls dem so ist, sollten Sie sich schleunigst trennen.

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