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Herzblatt-Geschichten : Ein Ballsaal der Liebe

Enttäuschend: Angela Merkel landet bei der „Top 100 der deutschen Society“ nur auf Platz vier Bild: AFP

Eine Woche voller erstaunlicher Nachrichten: Angela Merkel wird bei der Wahl nur Vierte, Jürgen Klopp kann mir einer Hand zwei Schiedsrichter würgen und Ferdinand Piëch steht auf Schmuse-Soulstar Seal.

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          Das ist eine echte Überraschung: Die Wahl ist vorbei, und Angela Merkel ist nur Vierte geworden. Noch niederschmetternder fällt das Ergebnis für Peer Steinbrück aus, der auf Platz siebzig landet. So jedenfalls haben es die „größten Stars, Event-Manager, Produzenten, Gastronomen und PR-Agenten“ bestimmt, mit deren Hilfe Gala eine „Top 100 der deutschen Society“ erstellt hat.

          Jörg Thomann
          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Und da liegt Merkel hinter dem Model Toni Garrn, Karl Lagerfeld und Maria Furtwängler nur auf dem vierten Platz. Ist aber auch kein Wunder, beschert ihr Auftauchen laut Gala doch den Partyveranstaltern „Schweißausbrüche: Sponsorenwände müssen verhüllt werden, jeder Gast muss seinen Ausweis mitbringen“. Unter diesen Umständen würden wir natürlich auch lieber Toni Garrn einladen, das heißt, unter allen anderen Umständen eigentlich auch.

          Coole Sprüche. wunderbare Anekdoten

          Trost für Merkel, dass sie wenigstens die Liste der „10 beliebtesten Politik-Gäste“ anführt. Auch hier eine Überraschung: Immerhin Platz acht hat der vermeintliche Party-Paria Christian Wulff erobert und damit sogar Helmut Schmidt hinter sich gelassen. Vielleicht sollte Schmidt jetzt endlich doch mal mit der Qualmerei aufhören. Weiterhin in der Top 100: Jürgen Klopp (Platz 18) vor allem deshalb, weil er „zwei Biergläser auf einmal in der Hand halten kann“, zwei Schiedsrichter würgen also vermutlich auch.

          Über Udo Lindenberg (Platz 41) weiß Gala: „Beim Smalltalk muss man alle Sinne schärfen, weil er extrem nuschelt. Dann aber schmunzelt man über coole Sprüche und wunderbare Anekdoten – wie aus seiner WG-Zeit mit Grönemeyer und Westernhagen.“ Seltsam nur, dass Lindenberg mit Grönemeyer nie eine WG geteilt hat, dafür war neben Westernhagen auch Otto Waalkes dabei. Da muss der Udo wirklich extrem genuschelt haben.

          Kann vermutlich zwei Schiedsrichter mit einer Hand würgen: BVB-Trainer Jürgen Klopp Bilderstrecke
          Kann vermutlich zwei Schiedsrichter mit einer Hand würgen: BVB-Trainer Jürgen Klopp :

          Auf einen anderen Sänger steht Ferdinand Piëch (Platz 25): Der VW-Aufsichtsratchef, so Gala, hat „eine Schwäche für Schmuse-Soulstar Seal. Auf der Party zum 70. sang er ihm zwei Ständchen.“ Wir wussten gar nicht, dass der Seal schon so alt ist – und dass der Piëch singen kann. Auf Platz 10 steht Sylvie van der Vaart, und dass es ihr Noch-Gatte Rafael mit seiner Sabia gerade einmal auf Rang 100 schafft, ist nur ein Anzeichen dafür, dass sich der Wind für Sylvie zu wenden scheint.

          „Selbst die Affären-Gerüchte und ihre Liaison mit dem Franzosen Guillaume Zarka (33) haben sie nicht zu Fall gebracht, sondern ihr endlich Ecken und Kanten verliehen“, schreibt In. „Aus dem perfekten und glatten Modepüppchen wird gerade eine authentische Frau.“ Schön für Sylvie, allerdings hoffen wir doch sehr, dass sich unsere Frau jetzt kein Beispiel an ihr nimmt – und mittels Scheidungsverfahren, Affären und Franzosen-Liaison ebenfalls an ihrer Authentizität arbeitet.

          Bernsteinzimmer oder Billardraum

          Kein Kind von Traurigkeit ist der Comedian Russell Brand, der laut Bunte erklärt hat: „Ich bin nicht gerade immun gegenüber weiblichen Reizen, aber ich werde gerade von einem wirbelnden Derwisch belagert, also meide ich alle anderen Frauen.“ Also unbedingt weiterwirbeln, Derwisch! Brand gibt dann noch die Weisheit eines Freundes zum Besten: „Verliebt sein ist, als würde man in einem Haus, in dem man lange gewohnt hat, einen verborgenen Ballsaal entdecken.“ Das können wir gar nicht nachvollziehen: Was sollen wir mit einem Ballsaal? Allein das Ding sauberzuhalten, besten Dank auch!

          Einen Billardraum, den würden wir viel lieber bei uns entdecken, oder auch das Bernsteinzimmer. Ob er eine „geheime SM-Kammer“ daheim habe, will Intouch vom Schauspieler Charlie Hunnam wissen, was dieser verneint: „Meine Hobbys sind Outdoor-Aktivitäten, Klettern, wandern“, sagt er stattdessen. „Also alles, was mit Dreck zu tun hat!“ Hunnams Faible für Dreck erklärt womöglich, dass er jetzt eine Hauptrolle in der Verfilmung von „50 Shades of Grey“ spielt; da wird es indes mehr um Indoor-Aktivitäten gehen.

          Um die nachlassende Leidenschaft ihrer Leser sorgt sich Bunte, und die Sexualtherapeutin Elia Bragagna tröstet: „Wenn man laufen lernt, fällt man zigmal hin. Beim Sex ist es genauso.“ Hm, wir können uns ehrlich gesagt nicht erinnern, dass wir dabei je hingefallen wären, außer vielleicht das eine Mal, als wir... aber das gehört jetzt nicht hierher. In intimste Bereiche dringt die Titelstory von Closer vor, die sich um Daniela Katzenberger, Reality-Star bei Vox, und ihren Ex-Lover Michael D. dreht, welcher bereitwillig Einblick in den gemeinsamen SMS-Verkehr gewährt und sich beklagt: „Sie beschimpfte mich als Muschi.“

          Wir halten es freilich längst nicht für ausgemacht, dass die Frau, die sich selbst „Die Katze“ nennt, diesen niedlichen Namen für ein Miezekätzchen tatsächlich als Schimpfwort versteht. Sauer aber war Katzenberger, so Michael D., zweifellos. Als er ihr erzählt habe, dass er gerade Pro Sieben geschaut habe, habe sie ihn angeschrien: „Mein Freund guckt so einen Scheiß-Konkurrenzsender?“ Damit dürfte jedem, der sich mit Frau Katzenberger einlässt, klar sein, was ihm blüht: Vox gucken bis ans Lebensende.

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