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Herzblatt-Geschichten : Diese niedliche Ministerin

Karl Lagerfeld über Ursula von der Leyen: „Diese Kriegsministerin finde ich sehr niedlich.“ Bild: AP

Für Karl Lagerfeld ist Ursula von der Leyen eine „sehr niedliche Kriegsministerin“, Vitali Klitschkos Gattin Natalia sammelt gerne Brechbeutel und Toni Braxton kennt bei der Namenswahl für ihre Kinder keine kreativen Grenzen. Die Herzblatt-Geschichten der Woche.

          Zwei Filmdiven zanken wegen des Liebeslebens ihres Präsidenten: So was kann echt nur in Frankreich passieren. Dort nennt Sophie Marceau François Hollande, der seine Partnerin verließ, einen „Rüpel“ und „Feigling“, worauf Catherine Deneuve diese Worte als „extrem unflätig“ bezeichnet. Man stelle sich vor, Angela Merkel verließe ihren Mann für einen jüngeren: Könnte das einen Disput zwischen, sagen wir, Til Schweiger und Mario Adorf auslösen? Womöglich fühlten Deneuve und Marceau sich angesprochen, weil es Hollande zu einer Schauspielerin, zu Julie Gayet, zog. Während wiederum viel Phantasie vonnöten wäre, sich eine Liaison unserer Kanzlerin etwa mit Matthias Schweighöfer auszumalen.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Nein, der Einzige, der sich hierzulande ungestraft zu allem und jedem äußern darf, bleibt Karl Lagerfeld. „Diese Kriegsministerin“, teilt er Gala mit, finde er „sehr niedlich“, was die Frage aufwirft, worin die größere Beleidigung Ursula von der Leyens besteht: in der „Kriegsministerin“ oder dem „niedlich“? Einst „ganz niedlich“ war auch Uli Hoeneß, so Lagerfeld, „aber heute sieht er aus wie ein Schlachter“. Passt aber sicher ganz gut, wenn man eine Wurstfabrik besitzt. Ganz schlecht weg kommt der frühere Papst Benedikt („diese alte Jungfer“), während Boris Becker früher „sehr nett“ gewesen sei: „Aber seine intellektuelle Struktur ist, glaube ich, nicht sehr, sehr . . . solide.“ Recht sophisticated, die Wahl des Adjektivs und das leichte Zögern davor; weniger geschulte Beleidiger hätten einfach „Der ist doof“ gesagt.

          Vom Comedian zur Spieler-Frau: Oliver Pocher Bilderstrecke

          Boris’ alter Lieblingsfeind Oliver Pocher wird, seit er mit Sabine Lisicki zusammen ist, „im Tenniszirkus nur ,die Spielerfrau‘ genannt“, hat Bunte herausgefunden - und außerdem, dass Lisicki, seit sie mit Pocher zusammen ist, immerzu verliert. Ihre Witze, schätzen wir, dürften seitdem auch nicht besser geworden sein. Nicht mehr nur Boxerfrau mag Vitali Klitschkos Gattin Natalia sein, die nun als Sängerin auftritt. „Weil ich so oft fliege“, berichtet sie In, „habe ich schon unzählige von diesen Tütchen aus Flugzeugen gesammelt, darauf schreibe ich dann meine Texte.“ Mit „diesen Tütchen“ dürfte sie die Brechbeutel meinen. Hoffentlich ist das kein schlechtes Omen für ihre Karriere.

          Wenn Gegensätze sich anziehen..

          Ein anderes Promi-Paar, Collien Ulmen-Fernandes und Christian Ulmen, verkörpert offenbar die Anziehungskraft der Gegensätze. „Christian schenkt mir Sachen, die er selbst gern hätte. Er hat mir am Anfang sogar mal ein Ballerspiel für den Computer geschenkt“, erzählt Collien Bunte. Auch gemeinsames Fernsehen ist schwierig, denn „Christian mag nur Filme, in denen scharf geschossen wird“. Da muss Ulmen seine Gattin korrigieren: „Das stimmt so nicht. Ich mag einfach, wenn Menschen sterben.“ Sie dürfen also auch gern sanft entschlafen oder in den Abgrund stürzen.

          Es bleibt dramatisch: „Helene Fischer - Lebens-Gefahr“, meldet Das neue Blatt auf dem Cover. Innen heißt es: „Helene Fischer (29) - Schwerer Unfall - wird sie jetzt vernünftig?“ Ende 2013 nämlich ist Fischer bei einer Show in luftiger Höhe in einer Plexiglas-Kugel herumgeturnt und - nein, nicht abgestürzt. Das aber ist einer Artistin in Düsseldorf passiert, die sich Prellungen zuzog und das Handgelenk brach. Nach der Logik ließe sich Helene Fischer mit jedem Blechschaden auf der A3 zwischen Waldaschaff und Weibersbrunn in Verbindung bringen, da ist sie sicher auch mal langgefahren.

          Fragwürdige Namenswahl beim Star-Nachwuchs

          Mit Unfällen zu rechnen ist, wenn Bild-Mann Norbert Körzdörfer einen seiner legendären Tiervergleiche anstellt: Nachdem Cher bei ihm „stöckelte wie ein sexy Storch“, hat nun „Spiderman“ Andrew Garfield „die Körpersprache einer schüchternen Giraffe“. Und Körzdörfer die Schriftsprache einer launigen Languste. Oder so.

          Gern daneben greift auch mancher Star bei der Namenswahl seiner Kinder - so auch Sängerin Toni Braxton, deren Söhne, wie wir In entnehmen, Denim und Diesel heißen. Hätte sie mit dem Nachwuchs nachgelegt, dann dürfte sich die Welt vielleicht freuen über Benetton, Tom Tailor, Schiesser oder Brax Braxton. Normal langweilig haben Kate und William ihren Sohn getauft, und vom „wohlgenährten Moppelchen“ George ist auch Bunte begeistert. Doch warte nur, Georgie-Boy: In ein paar Jahren wirst du wie die anderen Promis auf die „Bunte-Waage“ gestellt und bekommst jedes Gramm gnadenlos vorgerechnet.

          Den Jux-Anruf eines vermeintlich angetüdelten Günther Jauch bei Hape Kerkeling, von Letzterem enthüllt im Fernsehen, nutzt Das neue Blatt dann noch zur Titelstory „Günther Jauch - Das verheimlichte Alkoholdrama“. Als Indizien dienen frühere Sätze des Hobbywinzers: „,Mit nur einer Jahresernte, die hier unten lagert, könnten meine Frau und ich ab heute jeden Tag jeder eine Flasche öffnen - und wären zu unserem 200. Geburtstag immer noch nicht fertig. Das ist doch auch eine Perspektive . . .‘ Oder aber auch ein verheimlichtes Alkoholdrama!“ Oder auch, Neues Blatt, wenn sie denn wirklich 200 werden, eine biologische Sensation.

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