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Herzblatt-Geschichten : Gerda, Hans und Franz

Denn sie wissen nicht was sie tun: Anna Ermakova, das „Seitensprungkind“ von Boris Becker, ist mit 14 Jahren auf dem Laufsteg zu sehen. Bild: AP

Vom Promi-Kind zum Model oder von der Dschungelkönigin zur Schmuckdesignerin – die Karriereschritte der Glitzerarbeitswelt sind immer die gleichen. Aber Vorsicht: Wer zu hoch klettert, wird enteiert. Sagt zumindest Till Brönner.

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          So viel Monotonie gab es selten im Klatschblattregal. Auf den Titelseiten von Bunte, Gala, In, der Aktuellen: ein und dasselbe Foto. Und zwar das von Anna Ermakova, „Deutschlands berühmtestem Seitensprung-Kind“ (Bunte), Boris-Becker-Tochter und Model-Debütantin bei der Berlin Fashion Week.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Einhellig ist auch der Tenor der Texte: Alle machen sich mehr oder weniger große Sorgen um das Kind. Sie ist doch erst 14! Verheizt von der Mutter! Dem Business und der Öffentlichkeit ausgeliefert! Sie sei der Meinung, rügt Bunte-Chefin Patricia Riekel, „dass Teenager in diesem Alter Schutzräume brauchen. Weil sie sich erst selbst finden müssen, ohne dass die Welt zusieht.“ Dann ist vermutlich auch das Bunte-Cover, auf dem Riekel die kleine Anna groß zeigt, als ein solcher Schutzraum zu verstehen.

          Die Sorgen, ob echt oder aufgesetzt, sind gewiss berechtigt. Doch manchmal ist es schwer, ein Kind, wenn es sich etwas in den Kopf gesetzt hat, in Zaum zu halten. „Meine Mutter hat mich begleitet, als ich mir mit zwölf ein Piercing in den Bauchnabel stechen ließ“, erzählt Schauspielerin Keira Knightley Bunte. „Sie wusste, wenn sie sich dagegen sträubt, würde ich nur rebellieren. Eine wirklich schlaue Erziehungsmethode.“ Na ja, aber schade um den schönen Bauchnabel. Viel schlauer fänden wir es ja, wenn sich Eltern in einem solchen Fall rasch selbst so ein Piercing stechen lassen würden: Wir sind sicher, im Nu wäre dem Nachwuchs die Lust darauf vergangen.

          Heidi ist auch nur eine Gerda

          Von der Nabelschau ist’s nur ein Kakerlakensprung zum Dschungelcamp, das gestern Abend zu Ende ging – endlich, wie vom Fachpublikum zu hören ist. „Die anderen Camper“, hatte die früh ausgeschiedene Sara Kulka laut Bild gesagt, „sind voll die Chiller. Da ging gar nix. Ich hatte immer das Gefühl, dass wir total langweilig sind!“ Nicht nur Sie, Frau Kulka.

          Ja wo gibt es ihre Kollektion zu kaufen? Designer Thomas Rath und Ex-Dchungelkönigin-und-jetzt-Schmuckdesignerin Désirée Nick

          Den glücklich aus dem Dschungel Entlassenen jedenfalls winkt nun die große Karriere – als Schmuckdesigner. Auf diesem Feld hat auch die entthronte Dschungelkönigin Désirée Nick ihr Auskommen gefunden, die sich bei In mit dem Kleiderdesigner Thomas Rath unterhalten darf. Befragt, wie ihm ihre Werke gefallen, antwortet der nicht etwa einfach „Find’ ich klasse“, sondern: „Ich finde deine ,DN by Désirée Nick Schmuckkollektion‘, die es exklusiv bei QVC gibt, wirklich fantastisch.“ Danke, verstanden. Müssen wir erwähnen, wo es die Kollektion des Herrn Rath zu erwerben gibt?

          Und dann plaudert der einstige „Topmodel“-Juror Rath noch Intimes über Heidi Klum aus: „Sie kann glamourös sein, sexy, rockig, aber auch die normale Gerda – wie sie zu Hause genannt wird – in Latzhosen und Birkenstocks.“ Dass Heidi ihre Brüste liebevoll Hans und Franz nennt, war uns bekannt, ihr eigener Spitzname Gerda noch nicht. Als Insider können wir jetzt jedes Mal, wenn Heidi Klum um die Ecke biegt, sagen: Guck mal, da kommt Gerda mit Hans und Franz.

          Ein Herrenwitz, der gut ankommt

          Den Horst, Horst Seehofer nämlich, hat Die Aktuelle beim Deutschen Filmball getroffen. „Unglaublich, was unsere Reporterin mit dem bayerischen Landesvater erlebte“, steht über dem Artikel mit der Überschrift „Der unwiderstehliche Charme des Horst S.“. Was so Unglaubliches geschehen ist? Seehofer habe mit ihr ein amüsantes Gespräch geführt, schreibt die Reporterin, „und schließt mich sogar in seine Arme“.

          Er bittet nicht um die Tanzkarte sondern geht gleich zum Körperkontakt über: Ministerpräsident Horst Seehofer

          Ein Beweisfoto zeigt die landesväterliche Hand auf dem nackten Arm der Aktuelle-Frau, die – verlegen? geschmeichelt? – lächelt. Diese Berichterstattung als weiteren Schlag empfinden muss der arme Rainer Brüderle, dessen Charme auf eine Reporterin einst recht widerstehlich gewirkt hatte.

          Gefallene Helden im Sinn hat Trompeter Till Brönner, den Bunte mit den Worten zitiert: „Ab einem gewissen Punkt erntet der Erfolgreiche Häme, wird enteiert und geköpft.“ Zuerst haben wir gedacht, Moment mal, „entehrt“ schreibt man doch anders, aber Brönner sagte tatsächlich „enteiert“. Enteiert und geköpft zu werden ist anscheinend das neue Teeren und Federn.

          Uri Geller in der Nachbarschaft

          Wie sich so etwas anfühlt, weiß auch Bastian Schweinsteiger, der einmal erklärte, er habe vor einem wichtigen Elfmeter „kurzzeitig meine Eier verloren“. Dass er sie wiederfand, wird auch Ana Ivanović zu schätzen wissen, Schweinsteigers neue Freundin, die er nun – wie zuvor seine Ex Sarah Brandner – auf seinen Fußballschuhen ehrt. Dort, weiß Frau im Spiegel, sieht man nun „die serbische Flagge und das serbische Wort ,Dušo‘ (Liebling)“. Da werden Schweinis Gegenspieler, wenn er mal gegen Partizan Belgrad antritt, gerührt sein.

          Zum Gruseln: George und Amal Clooney wohnen bald bei Uri Geller um die Ecke

          Ein anderes Traumpaar, George Clooney und seine Amal, hat sich unlängst ein Landhaus in England gekauft, was laut Neuem Blatt womöglich ein Fehler war: „Im 1500-Seelen-Ort Sonning soll der Geist eines kleinen Mädchens umgehen. TV-Magier Uri Geller (68) lebt nur eine Minute von Georges Villa entfernt, die nahe einer historischen Brücke liegt. Er beobachtete, wie das unheimliche Wesen diese überquert hat.“ Da werden es sich die Clooneys mit ihrem Umzug sicher noch mal überlegen – jetzt, wo sie wissen, dass gleich nebenan Uri Geller wohnt.

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