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Herzblatt-Geschichten : Die schwindelnden Höhen der Liebe

  • -Aktualisiert am

Lilly Becker gut gelaunt im Sessellift auf dem Weg zu einer Berghütte in St. Moritz, wo der Abschlussbrunch nach der Hochzeit stattfinden würde Bild: dpa

Mit dem Sessellift fährt Lilly Becker in den siebten Himmel. Kommt bald der Ehe-Absturz, weil Boris das Wort Treue doch zu verbindlich ist? Das hat er mit Kronprinz Felipe gemeinsam, der angeblich auch mit einem unehelichen Kind aufwarten kann.

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          Zunächst ein Wort an dich, Doktor Stefan Engels von der Kanzlei Lovells in Hamburg: Wenn du uns schon schriftlich und ungebeten darauf hinweist, dass wir auf gar keinen Fall Fotos von Boris Beckers Hochzeit zeigen dürfen, weil „die OK! Verlag GmbH & Co. KG für Deutschland Print-Exklusivrechte an der Bildberichterstattung“ erworben hat, dann müssen wir uns doch ernsthaft fragen, warum diese Woche sämtliche bunten Blätter der Republik zugepflastert sind mit Hunderten Hochzeitsfotos von unserem Tennisidol. Wir dürfen auf diesem Wege also freundlichst um Rückerstattung von 1,90 Euro plus Spesen bitten, die uns das aktuelle OK!-Magazin gekostet hat, welches wir soeben in der Erwartung exklusiver Einsichten beim afghanischstämmigen Zeitschriftenhändler unseres Vertrauens gekauft haben. OK? Danke.

          Muss Lilly in die Besenkammer?

          Andererseits: Allein für das exklusive OK!-Interview mit dem hochemotionalisierten Brautpaar hat sich der Aufwand dann doch fast wieder gelohnt. Auf die leicht indiskrete, aber in diesem Fall nicht völlig unberechtigte Frage der OK!-Exklusivreporterin, ob „Ehe automatisch auch Treue“ bedeute, antwortet Lilly mit einem apodiktischen „Ja!“.

          Die Treue gehöre unbedingt zur Ehe, sagte die frischvermählte Lilly Becker im OK!-Interview

          Bei Boris klingt das dagegen ein wenig - wie soll man sagen? - differenzierter: „Natürlich, aber wir sind auch nur Menschen aus Fleisch und Blut, haben unsere Stärken und Schwächen . . .“ Mit anderen Worten: Nö. Hoffen wir also, dass dem Frischvermählten diese laxe Einstellung nicht irgendwann zum Verhängnis wird, denn seine neue Gattin empfiehlt sich als Anhängerin des strategischen Gegenschlags: „Egal, was er anstellt, was ich, wie jede andere Frau auf der Welt, nicht leiden kann, ich würde einfach dasselbe tun, knallhart.“

          Was natürlich ganz schön unangenehm werden kann, wenn man als Frau nicht auf Fünfzehnsekundensex in irgendwelchen Besenkammern steht. Nur so als Beispiel.

          Felipe hat schon alles

          Wo wir gerade beim Thema sind: Kronprinz Felipe von Spanien hat einen unehelichen Sohn. Echo der Frau erwähnt diese frappierende Nachricht derart beiläufig, als sei das entweder schon längst bekannt oder aber die normalste Sache der Welt. Wir jedenfalls wussten bisher nichts davon und können es letztlich auch nicht gutheißen.

          Denn lesen Sie selbst, wie Felipes ohnehin schon recht abgemagerte Gemahlin Letizia darauf reagiert: „Die Prinzessin isst kaum noch, schließt sich stundenlang in ihre Gemächer ein und will niemanden sehen oder sprechen.“ Kann man verstehen. „Es heißt, sie fühle sich hintergangen und gedemütigt.“ Wäre irgendwie nachvollziehbar.

          „Erschwerend kommt hinzu, dass die Kronprinzessin ihrem Mann so gern einen Stammhalter geschenkt hätte.“ Da können wir jetzt allerdings nicht mehr ganz folgen - warum sollte man jemandem etwas schenken wollen, was er längst schon hat?

          Keine Models für die Kanzlerin

          Noch völlig unbeschwert vom Ballast langandauernder Beziehungen ist das junge Glück unseres knarzigen SPD-Chefs (69) und seiner neuen Lebensgefährtin Michelle Schumann (29). Wir gönnen Franz Müntefering die Frischzellenkur von ganzem Herzen, der Mann hat ja sonst nicht viel zu lachen mit seinem Verein.

          Dass Müntes Begleiterin bei ihrem ersten gemeinsamen Auftritt laut Bunte ausgerechnet für Andrea Nahles gehalten wurde, dürfte angesichts der innerparteilichen Richtungskämpfe auch nur von Vorteil sein.

          Angela Merkel (54) dagegen kann dem Liebeswerben des Junge-Union-Vorsitzenden Philipp Mißfelder (29) weiterhin widerstehen, sie bleibt ihrem Professor Joachim (60) treu. Neue Welt hat jetzt das Geheimnis ihrer Ehe ergründet und kommt zu dem poetisch-botanischen Ergebnis: „Wer sein Liebesglück bewahren möchte, der darf es auf keinen Fall allzu protzig zur Schau stellen. Liebe ist eine zarte Pflanze. Wie schnell kann sie verdorren im grellen Licht der Öffentlichkeit? Man denke nur an Sarkozy oder Berlusconi.“

          Nein, an diese beiden Schlawiner wollen wir jetzt lieber gar nicht denken und uns stattdessen darüber freuen, dass Deutschlands Kanzlerin nicht mit Models und Showboys rummacht.

          Bush ist nicht geeignet fürs Vorspiel

          Oder stellen Sie sich mal vor, in Merkels Sommerhaus in der Uckermark ginge es zu wie bei ihrem - jetzt müssen wir ihn leider doch erwähnen - italienischen Kollegen Silvio. Über dessen Freizeitgewohnheiten erfahren wir in Bunte: „Dutzende von Linien- und privaten Flügen bringen jedes Wochenende Kohorten von Schönheiten nach Sardinien - zur Unterhaltung des Chefs der italienischen Regierung und seiner Freunde.“

          Nun ja, jeder soll nach seiner Façon glücklich werden, auch hier bei uns an der Hellerhofstraße landet jede Woche ein Flugzeug mit Kohorten osteuropäischer Redaktionsassistentinnen an Bord. Aber wie Berlusconi seine Gespielinnen zu unterhalten pflegt, das finden wir dann doch etwas seltsam.

          In Bild berichtet ein Callgirl namens Patrizia D'Addario: Um anzugeben, habe Don Silvio ihr ein Video von ihm und George W. Bush vorgespielt. „Kam es zum Sex?“, fragt Bild, weiß aber auch keine Antwort. Wir würden mal sagen: nach so einem Vorspiel eher nicht.

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