https://www.faz.net/-hxl-9mlbr

Herzblatt-Geschichten : Die Chefin bringt Kaffee ans Bett

Arme Minnie! In einer Fotomontage der Blätter Die neue Frau und Woche der Frau wird vor lauter Ungeduld der Klatschpresse aus dem Terrier ein royales Baby. Bild: AFP

Das royale Baby kommt einfach nicht? Macht nichts, die Klatschblätter photoshoppen eines. Nur über die Haarfarbe ist man sich uneins. Derweil erklärt Jan Hofer, woran man eine kluge Frau erkennt, und Barbara Wussow wird tagsüber jünger.

          3 Min.

          Die Lesertäuschung ist ihnen schon mal einfacher gemacht worden, den Klatschheften, die so gern den jüngsten royalen Nachwuchs zeigen würden, aber über kein Foto verfügen. Im Falle von Meghan und Harry nämlich kann man ja nicht einfach irgendein Baby-Bild aus einer Datenbank drucken, nein, die Auswahl will wohlbedacht sein: Soll das Kind, was Pigmentierung und Haare angeht, eher nach dem blassroten Vater geraten sein oder nach der Mutter? Freizeitwoche präsentiert als „Baby Sussex“ ein Kind mit dunklerem Schopf. Die Klambt-Blätter Die neue Frau und Woche der Frau teilen sich kostenbewusst eine Fotomontage, auf der Meghan ein Baby mit rötlichem Haar an sich drückt. Leidtragende hierbei ist Minnie – ein Jack Russell Terrier, den die Herzogin auf dem Originalfoto aus dem Januar knuddelt, der nun aber durch ein Menschenkind ersetzt wurde. Immerhin, und das macht die Montage etwas weniger dreist, hat auch Minnie eher helleres Fell.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Neben Minnie der Verlierer der Woche ist Prinz Charles. Der ewige Thronfolger hat mal wieder mitansehen müssen, dass ein jüngerer Kollege vor ihm gekrönt worden ist: Maha Vajiralongkorn, 66, ist als Rama X. der neue König Thailands. Kurz vor der Inthronisierung hat er seine Gefährtin Suthida geheiratet, die sich jetzt Königin nennen darf; das entschädigt sie vermutlich für das aus westlicher Sicht leicht befremdliche Hochzeitsritual, bei dem sie ihrem Liebsten in edler Robe entgegenrobben musste. Charles hingegen dürfte den Anblick einer robbenden Gattin allenfalls von den Abenden kennen, an denen Camilla etwas zu viel vom Gin Tonic hatte. An diesem Sonntag wird sich Rama X. in einer Sänfte sieben Kilometer durch Bangkok tragen lassen; den Trägern wünschen wir, dass sie dabei nicht robben müssen.

          Die Konsequenzen einer Liebe

          Ein wenig wie Rama X. fühlen darf sich Jan Hofer. „Dass sie eine kluge Frau ist, sieht man daran, dass sie mir jeden Morgen den Kaffee ans Bett bringt“, sagt der „Tagesschau“-Sprecher in Bunte über seine Gattin Phong Lan. „Sie lässt mich glauben, der Herr im Haus und ein kleines bisschen Macho zu sein, obwohl sie in Wirklichkeit die Dinge fest im Griff hat und der Chef ist.“ Unsere Chefs hingegen verpassen auf fast schon tragische Weise die Chance, ihre Autorität dadurch zu festigen, dass sie uns jeden Morgen Kaffee bringen und vielleicht ein paar Häppchen. Wir werden ihnen mal diskret eine Ausgabe der Bunte auf den Schreibtisch legen.

          Wer hat denn nun die Hosen an? Jan Hofer, Chefsprecher der „Tagesschau“ und seine Partnerin Phong Lan scheinen harmonisch – doch vermutlich nur, solange er morgens Kaffee ans Bett gebracht bekommt.

          Hofer indes verrät noch, wie genau der Heiratsantrag ablief: „Wir waren zu zweit im Restaurant, da habe ich Lani gefragt, ob es nicht Zeit wäre, unsere Beziehung in eine vernünftige Bahn zu lenken.“ Das dürfte die größtmögliche Dosis an Romantik aus dem Munde von jemandem sein, der jahrzehntelang Nachrichten vorliest. Der „berühmte Blitz“ habe übrigens nicht bei ihnen eingeschlagen, so Hofer: „Das liegt sicher auch daran, dass wir beide nicht mehr ganz jung sind und die Konsequenzen einer neuen Liebe besser einschätzen konnten.“ Schön formuliert, aber gegenüber der Gattin auch ein wenig ungerecht: Sie ist 41 Jahre alt, Hofer 69.

          Barbara Wussow eine neue Verjüngungskur entdeckt.

          Doch ist nicht jeder stets nur so alt, wie er sich fühlt? Im Fall von Barbara Wussow heißt das: mitunter steinalt. „Natürlich fühle ich mich manchmal in der Früh wie 120“, sagt sie Frau im Spiegel. „Und dann werde ich über den Tag gesehen immer jünger.“ Abends ist sie dann fünf Jahre alt und will partout nicht ins Bett gehen. Schwierig!

          Recht altväterlich finden wir ja die Kritik des Bild-Briefeschreibers Franz Josef Wagner an Kevin Kühnert, der Juso-Chef und BMW-Schreck sei „bald 30 und eine Universitäts-Lusche“, weil er keinen Abschluss vorweisen könne. Mensch, Wagner: Würde Kühnert demnächst seinen Doktor in Marxismus-Leninismus machen, wäre Ihnen das doch wieder auch nicht recht. Wagner selbst übrigens ist sogar durchs Abi gerasselt und wäre mithin als Schul-Lusche zu bezeichnen, obwohl er schon deutlich über 30 ist.

          Sportliche 83 ist Dieter Hallervorden, der Bunte über die erste Begegnung mit seiner 30 Jahre jüngeren Freundin erzählt: „Mich hat an Christiane der freizügige Anblick ihres wunderschönen Gebirges beeindruckt.“ Ein Kompliment der ganz, ganz, ganz alten Schule; ob Christiane eine ebensolche Naturfreundin ist und sich in die eindrucksvolle Kraterlandschaft seines Gesichts verliebt hat, bleibt offen. Wir wünschen Herrn Hallervorden jedenfalls weiterhin viel Spaß beim Kraxeln, doch aufgepasst: Bei ausgiebigen Touren bitte auf keinen Fall die Sauerstoffflasche vergessen.

          Weitere Themen

          Nationalgarde lässt Sohn von Drogenboss „El Chapo“ laufen Video-Seite öffnen

          Mexiko : Nationalgarde lässt Sohn von Drogenboss „El Chapo“ laufen

          Im Kampf gegen die mächtigen Drogenbanden des Landes haben mexikanische Sicherheitskräfte eine demütigende Niederlage erlitten. Im Zuge eines „schlecht vorbereiteten Einsatzes“ sei ein Sohn des Drogenbosses Joaquín „El Chapo“ Guzmán zunächst gefasst, dann aber wieder freigelassen worden, sagte die Regierung.

          Topmeldungen

          Trump hat sich Erdogan gegenüber benommen wie ein hysterischer Liebhaber.

          Trumps Syrien-Politik : Härte und Liebe

          Trump hat eine Feuerpause für Syrien aushandeln lassen und feiert sich nun als Friedensstifter. Doch seine Siegerpose wirkt lächerlich. Erdogan hat von Amerika alles bekommen, was er wollte.
          Bestens gefüllt – auch am Wochenende: Das britische Parlament am „Super Saturday“.

          „Super Saturday“ : Britische Regierung will Brexit-Verschiebung beantragen

          Das britische Parlament hat eine Entscheidung über den Brexit-Deal verschoben. Premierminister Boris Johnson kündigt an, er werde „weiterhin alles tun, damit wir am 31. Oktober die EU verlassen.“ Trotzdem muss er Brüssel um einen Aufschub bitten.
          Die „People’s Vote“- Bewegung verlangt eine zweite Volksabstimmung über den Verbleib der Briten in der Europäischen Union.

          Protestmarsch in London : „Wir wurden von Anfang an belogen“

          Zum „Super Saturday“ sind auch Hunderttausende Demonstranten nach London gekommen. Viele fühlen sich belogen, wollen Boris Johnson die Zukunft nicht anvertrauen – sondern selbst ein zweites Mal abstimmen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.