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Herzblatt-Geschichten : Der Manager der Frauen

Ist ein ganz helles Köpfchen: Jörg Kachelmann Bild: REUTERS

Jörg Kachelmann muss sehr intelligent sein - wie sonst hätte er es jahrelang geschafft, all seine Frauen unter eine Bettdecke zu bekommen? Für den früheren Schwerenöter Boris Becker gilt indes nur noch eins: Bloß kein dickes Baby!

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          In der Regel wissen Prominente ja ganz gut, wo sie sich fotografieren lassen können und wo besser nicht. Sich vor einer Entzugsklinik ablichten zu lassen ist nur in Ausnahmefällen empfehlenswert, und wem ein Image als Frauenschwarm wichtig ist, der sollte beim Gay-Club stets den Hintereingang benutzen.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Fotos mit Tieren hingegen kommen meistens gut an, freilich nicht im aktuellen Fall von David Hasselhoff. Dessen vom Neuen Blatt dokumentierte Entscheidung jedenfalls, als arg abgehalfterter Fernsehveteran neben einem Bullen auf dem „Gnadenhof Gut Aiderbichl (Salzburg)“ zu posieren, könnte boshafte Bemerkungen nach sich ziehen, die wir uns an dieser Stelle selbstverständlich wie gewohnt verkneifen.

          Ranzige Milch und 14 Gläschen am Tag

          Wir wollen lieber gratulieren. Sandra Bullock zum Beispiel, weil sie einen Neuen hat, der sie - wenigstens in den kommenden Monaten - garantiert nicht betrügen wird: Louis, ihren dreieinhalb Monate alten Adoptivsohn. „Jedes Mal, wenn ich Louis knuddele, rieche ich ranzige Milch - der wunderbarste Geruch auf der ganzen Welt“, schwärmt sie in der Gala. Auch anderen Düften ist sie zugeneigt: „Ich möchte, dass niemand außer mir die Freuden des Windelwechselns erlebt. Dies wird eine einmalige Erfahrung für mich, und ich möchte nichts verpassen.“

          Fotos mit Tieren gehen immer - das weiß auch David Hasselhoff. Warum er sich gerade mit einem Bullen ablichten ließ, ist nicht bekannt

          Wenn also, liebe junge Väter, Ihre Partnerin sie auffordert, endlich auch mal die Biobomben zu entsorgen, können Sie auf Gala verweisen - und erklären, Sie wollten ihre Liebste doch nicht einmaliger Erfahrungen berauben. Ein engagierter Vater ist Boris Becker, der seinem Amadeus, drei Monate, laut Goldenem Blatt gern etwas vorliest, nämlich das Buch „Fifu im Goldland“. Bär Fifu, lesen wir, „animiert die Kleinen zur Bewegung und thematisiert das immer größer werdende Problem von Übergewicht bei Kindern“. Hoffen wir, dass Amadeus rasch das rechte Problembewusstsein entwickelt und von der Muttermilch auch mal einen Schluck weniger nimmt. Oder er steigt gleich um auf Gläschen, so wie Jennifer Aniston, die laut Bild „ihren Body mit Babynahrung in Form“ hält: „14 Gläschen am Tag sind erlaubt.“

          „Meine Lieblingswörter heißen komplett Gestörter“

          Beglückwünschen wollen wir auch den Bunte-Reporter Tobias Lobe, der mit Ursula von der Leyen das investigativste Interview der Woche führte: „Sie essen ja einen Keks!“ - „Ja.“ - „Bei Ihrer Figur dachte ich, es kommt nur Rohkost auf den Tisch.“ - „Das auch. Wie bei allem macht es das Maß. Und Bewegung gehört auch dazu.“ Außerdem erfahren wir, dass der letzte „Lustkauf“ der Ministerin „eine Ziege“ war: „Sie war tragend. Jetzt haben wir zwei.“ Der originellste Plattentitel der jüngsten Zeit stammt von Achim Mentzel, dem - so das Echo der Frau - „lebenslustigen Entertainer aus Gallingen (bei Cottbus)“: Sein neues Album heißt „Meine Lieblingsworte heißen Sahnetorte“. Wenn man sich Mentzel so anschaut, ist das gewiss nicht gelogen, aber ob des Plurals von Worte und der singulären Torte etwas heikel. Ein grammatikalisch einwandfreier, ebenso treffender Titel etwa wäre: „Meine Lieblingswörter heißen komplett Gestörter“.

          Eine seltsame Analogie stellt in Bild Dieter Thomas Heck auf, der mit 72 in einer Actionkomödie mitspielt: „Vielleicht werde ich ja noch der Michael Schumacher des Fernsehens.“ Vom Schnellsprecher zu dem, der nicht mehr hinterherkommt: Halten Sie, Heck, das für erstrebenswert? Trompeter Stefan Mross wiederum bekennt in 7 Tage, er sei „vor jedem Auftritt nervös und frage mich, ob ich nicht besser Metzger geworden wäre“. Wir fragen uns das ja nach jedem seiner Auftritte.

          Prinz Harry hat einen tödlichen Plan

          Sorgen macht uns das Bruderpaar aus dem Buckingham-Palast: „William & Harry - Plötzlich Feinde!“, schreibt Das Goldene Blatt, das von einem „schlimmen Bruderkrieg“ weiß: „Wenn du dir so viel Zeit zum Heiraten lässt, kann ich ja zuvor mit Chelsy (24) die Ringe tauschen!“, habe Harry gebrüllt, wobei wir besonders Anstoß nehmen an Harrys explizitem Hinweis auf das Alter Chelsys, die eben ein paar Jährchen jünger ist als Williams Freundin Kate. Richtig erschrocken hat uns dann die Schlagzeile im Echo der Frau: „Prinz Harry: Sein tödlicher Plan“. Will er den Bruder meucheln und sich selbst den Thron sichern? Nein: Er denkt nur an einen weiteren Afghanistan-Einsatz.

          Lang nicht gelobt wurde Jörg Kachelmann, in Bunte ist es nun so weit: „Bei Kachelmann muss man eine sehr hohe Intelligenz ansetzen“, sagt die Psychologin Edda Gräfe. „Nur so gelang ihm über viele Jahre das fehlerfreie Management seiner zahlreichen Lebensgefährtinnen.“ Geradezu genial muss demnach Tiger Woods sein, der nach neuesten Bunte-Hochrechnungen in sechs Ehejahren 121 Frauen, äh, managte. Sollte Kachelmann auf freien Fuß kommen, wäre das eine neue Perspektive für ihn: Dozent im Studiengang Frauenmanagement. Es dürfte voll werden.

          Nun die Erinnerung: Es ist Muttertag! Dank Herzblatt-Lektüre wissen wir auch, welche Gaben bei Frauen gut ankommen: Duftkerzen etwa der Note „Ranzige Milch“ oder ein leckeres Menü (Bio-Hähnchen mit Karotten, Gläschen). Und natürlich eine schöne Ziege.

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