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Herzblatt-Geschichten : Das wird das Jahr der Liebe

Heidi Klum schmiegt sich an ihren Vito: „Ich bin so verliebt – das sieht man doch, oder?“ Bild: AFP

Til Schweiger ist beleidigt über die Kritik an seinem Tatort, Heidi Klum total verliebt in ihren Vito und Brigitte Nielsen wüsste nicht, warum sie Angst vorm Dschungelcamp haben sollte.

          3 Min.

          Für wen das Jahr nicht so gut begonnen hat, das ist Til Schweiger. Es ist ja auch unfair: Da mäht er im „Tatort“ die Bösewichte reihenweise nieder, macht Helene Fischer zur Gangsterbraut und revolutioniert, jedenfalls nach seiner Ansicht, das Fernsehen – und was ist der Dank? Schlappe sieben Millionen Zuschauer und missgestimmte Kritiker.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Letztere hat er sich prompt vorgeknöpft und via Facebook eine Salve von Ausrufe- und anderen Zeichen abgefeuert: „Ich habe viiiieel mehr Ahnung von der Craft (Materie).... KUNST....als die meisten von diesen Trotteln, die darüber schreiben!!!! (sic)“. Womit er sympathischerweise zugibt, dass ein paar der Trottel mehr Ahnung haben.

          Schweiger hat die Kuh fliegen lassen

          Später hat er sich noch Bild gestellt für ein „Til-nimmt-nichts-zurück-Interview“ – scheint sich um ein eigenes Genre zu handeln – und konstatiert: „Wenn ich einen Baum pflanze, heißt es, er hat ein Loch in den Boden gemacht.“ Tja, vielleicht sollte er bei seiner nächsten Baumpflanzaktion keine Panzerfaust verwenden. Und wenn wir von Missverständnissen reden: Seinen Satz „Wir haben am Anfang der Reihe gesagt, dass wir die Kuh fliegen lassen, und wir haben sie richtig fliegen lassen“ wird hoffentlich niemand auf die gute Helene Fischer beziehen.

          Hat mehr Ahnung von der Craft als die meisten Trottel, die Kritiken schreiben: Til Schweiger
          Hat mehr Ahnung von der Craft als die meisten Trottel, die Kritiken schreiben: Til Schweiger : Bild: NDR/Gordon Timpen

          Ein paar der von Schweiger verstreuten Ausrufezeichen hat der People-Chefredakteur Tom Junkersdorf aufgesammelt und in seinem Editorial zweitverwertet, das er mit „Das Jahr der Liebe!“ betitelt hat: „Das fängt ja gut an! 2016 kann das große Jahr der Liebe werden! Überall auf der Welt treffen People-Reporter glückliche Stars.“ „Überall“ mag leicht übertrieben sein, in St.Moritz jedoch „begleitete“ man Heidi Klum und deren Freund Vito Schnabel „eine romantische, ausgelassene und nicht enden wollende Nacht lang“, in deren Verlauf Heidi „gesteht: ,Ich bin so verliebt – das sieht man doch, oder?‘“ Ausrufezeichenfreund Junkersdorf antwortet: „JA! Wir haben es in dieser Nacht gesehen!“ Jene ist dann übrigens, ob sie wollte oder nicht, irgendwann doch geendet.

          Ein Engel im Liebesurlaub

          Während es beim Klumschen Liebesglück noch weitere, gar nicht so wenige Zeugen gibt, darf People eine andere Paarung exklusiv präsentieren: Katja Suding ist jetzt mit Udo Riglewski zusammen, was People in einem Wort (und einem Ausrufezeichen) zusammenfasst: „Liebes-Sensation!“ Wie, Katja Suding kennen Sie nicht? Das ist doch die „Powerfrau und Shootingstar der FDP“ (People), bekannt aus Hamburgs Bürgerschaft und noch bekannter aus der Gala, wo sie einst als einer der drei „Engel für Christian“ (Lindner) posierte.

          Katja Suding ist gerade nicht als Engel für Christian unterwegs, sondern auf Turtelurlaub in Tirol.
          Katja Suding ist gerade nicht als Engel für Christian unterwegs, sondern auf Turtelurlaub in Tirol. : Bild: dpa

          Im „Tiroler Kuschel-Urlaub“ zeigt sich die „Star-Politikerin der FDP“ nun busselnd mit dem einstigen Tennisprofi Riglewski, den nicht jeder People-Leser kennen mag, aber Boris Becker war ja leider schon vergeben. Vier Seiten mit elf Fotos widmet das Heft der jungen Liebe, auf denen die FDP-Frau – es sind halt nicht immer nur die Inhalte, die zählen – einen einzigen Satz sagt: „Es ist noch sehr frisch, aber es fühlt sich gut an.“ Was heißt hier „aber“? Die meisten Dinge fühlen sich doch gut an, solange sie halbwegs frisch sind, und später eher nicht mehr so.

          Dass die Bild-Zeitung, welche die Story ebenfalls aufgreift, den beiden den Titel des „neuen Politik-Sport-Power-Paares“ verleiht, ist ein wenig unfair – gegenüber Angela Merkel und ihrem Mann, die im Urlaub wieder tapfer durch die Berge gestapft sind, aber nun folgende Schlagzeilen lesen müssen: „Schock-Fotos! So schlecht geht es ihr wirklich“ (Neue Post) oder „Erschreckende Bilder – Große Sorgen um Angela Merkel“ (Das neue Blatt). Und alles nur, weil die Kanzlerin auf den Fotos ein wenig müde wirkt. Nicht mal von der „Star-Politikerin der CDU“ ist in den Texten die Rede. Fies!

          Für immer den Titel der Dschungelkönigin trägt Brigitte Nielsen, die schon mal bei „Ich bin ein Star, ich will hier raus“ gewonnen hat, jetzt aber nochmals einzieht und Bunte ganz abgeklärt mitteilt: „Den Anus eines Straußes und Känguruhoden habe ich schon gegessen. Was soll da noch kommen?“ Außerdem lässt die Dänin wissen: „Da ich nicht in Deutschland lebe, kenne ich fast keine deutschen Stars.“ Deutsche Stars wird sie im Dschungelcamp leider auch schwerlich finden.

          Brigitte Nielsen hat keine Angst vorm Dschungelcamp: „Den Anus eines Straußes und Känguruhoden habe ich schon gegessen. Was soll da noch kommen?“
          Brigitte Nielsen hat keine Angst vorm Dschungelcamp: „Den Anus eines Straußes und Känguruhoden habe ich schon gegessen. Was soll da noch kommen?“ : Bild: dpa

          Nicht mehr nach der großen Liebe sucht die bald achtzig Jahre alte Ursula Andress: „Männer, die altersmäßig zu mir passen, gefallen mir nicht“, erklärt sie dem Neuen Blatt. „Sie schnarchen, haben meistens Mundgeruch und einen flachen Hintern. Also ziehe ich vor, alleine zu bleiben.“ Aber warum, Frau Andress, suchen Sie sich denn keinen Mann, der altersmäßig nicht zu Ihnen passt? Männer machen es doch genauso. Zum Beispiel Peter Maffay, der eine neue junge Partnerin hat, sich gegenüber seinen Exfrauen jedoch in der Regel großzügig zeigt: „Seinen Verflossenen“, weiß Das neue Blatt, „hat er bei der Scheidung je eine Wassermühle“ auf Mallorca geschenkt.

          Bekommt Glücksgefühle, wenn sie Maulbeerbäume sieht: Diane Keaton
          Bekommt Glücksgefühle, wenn sie Maulbeerbäume sieht: Diane Keaton : Bild: AP

          Die Schönheit liegt eben in den einfachen Dingen, in einer Wassermühle oder in einem Baum – wie nicht nur Til Schweiger weiß, sondern auch seine Kollegin Diane Keaton. „Wenn ich zum Beispiel“, zitiert sie das Echo der Frau, „heute einen wunderschönen Maulbeerbaum sehe, denke ich: ,Oh mein Gott, schau dir diesen Baum an! Warum ist er mir vorher nicht aufgefallen?‘“ In diesem Sinne wollen auch wir in diesem Jahr Ausschau halten nach wunderschönen Maulbeerbäumen. Es müsste uns nur noch jemand sagen, wie die Dinger aussehen.

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