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Herzblatt-Geschichten : Darauf eine Tonkabohne

Nur noch schlechte Laune? Meghan Markle und Prinz Harry Bild: EPA

Meghan gibt Harry nur noch gesundes Essen – und leidet unter den Folgen. Außerdem ging es in der Klatschpresse diese Woche um „attraktive“, „sympathische“, „hübsche“ und „temperamentvolle“ Blondinen.

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          Diese Ausgabe der Regenbogen-Rundschau widmen wir vornehmlich einem Zweck: zusammen mit Ihnen, Leser, an der perfekten Liebeserklärung für Ihr Herzblatt zu arbeiten. Viel lernen können Sie in dieser Hinsicht von Roman Libbertz. Der Münchner Künstler (wer kennt ihn nicht?) hat es der „Bunten“ zufolge gerade einmal vier Wochen nach dem ersten Date geschafft, Sky-Moderatorin Jessica Kastrop ein Eheversprechen abzugewinnen. Wie ihm das gelang? Durch die bezaubernde Macht seiner Worte. „Jessica ist die Musik, nach der ich durch mein Leben tanzen möchte“, verrät der Poet im Interview. Dazu säuselt seine augenbetäubend lächelnde Lebenssinfonie: „Manchmal, wenn ich aufwache, liegt ein Gedicht neben meinem Bett, wie wunderschön ist das denn?“

          Sascha Zoske

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Ohne über den Inhalt der Libbertzschen Lyrik näher unterrichtet zu sein, dürfen wir vermuten, dass er die Blondheit seiner designierten Gattin mit geistreicheren Adjektiven zu preisen weiß als die Verfasser der jüngsten Nachrichten über Julia Dietze, Sonja Zietlow, Lena Gercke und Barbara Schöneberger. Nach gemächlich steigender Originalität der Attribute geordnet, firmieren die Damen als „attraktive Blondine“ (Dietze), „sympathische Blondine“ (Zietlow), „hübsche Blondine“ (Gercke) und „temperamentvolle Blondine“ (Schöneberger). Raffiniert gebrochen wird das Klischee im „Neuen Blatt“, das „Fernsehgarten“-Moderatorin Andrea Kiewel als „immer so fröhlich wirkende Blondine“ vorstellt, hinter deren Strahlefassade sich ein düsteres Geheimnis verbirgt: „Die wenigsten Männer interessieren sich für mich!“

          Fassen wir also die erste Lektion zusammen: Wenn Sie im Wettbewerb um einen attraktiven, sympathischen und temperamentvollen Partner nicht ausgekiewelt werden wollen, steigern Sie die Kraft Ihrer Sprache. Als Vorbild hierfür kann auch Rosi aus Bayern dienen, die mit Günter aus Thüringen laut „Neuem Blatt“ eines der gewinnendsten „Bauer sucht Frau“-Paare der jüngeren Geschichte bildete. Nach Rosis Überzeugung käme Günter nie auf die Idee, mit ihrer Rivalin vom Scheunenfest anzubandeln: „Er hofft auf mich, den kleinen Tsunami in seinem Leben.“

          „Ab damit aufs Bärenfell vor den Kamin!“

          Bevor Sie sich jetzt mit dem Ausruf „Mach mich heiß, mein Supervulkan!“ auf Ihren Geliebten stürzen, bedenken Sie, dass Sie nicht nur mit Leidenschaft, sondern auch mit Bildung punkten können. Stellen Sie beim nächsten romantischen Abend doch die Eine-Million-Euro-Quizfrage: „Schatz, weißt du, welche Wirkung der Tonkabohne nachgesagt wird?“ Zur Wahl stehen „belebend“, „erotisierend“, „einschläfernd“ und „abführend“. Zwar gibt das „Neue Blatt“ als Lösung „erotisierend“ an, doch zeigen exklusiv der F.A.S. vorliegende Forschungsergebnisse, dass die Tonkabohne alle vier Effekte entfaltet – exakt in der genannten Reihenfolge.

          Um sicherzustellen, dass Ihr Werben Gehör findet, sollten Sie es in aufreizender Kleidung vortragen. In der „Bunten“ gibt Dessous-Model Marie Amière wertvolle Tipps. Auf die Frage, welche Unterwäsche sie bei Männern möge, antwortet die Expertin: „Am liebsten Tanga! Im Leo-Print mit hohem 80er-Jahre-Beinausschnitt, dazu weiße Tennissocken. Dann ab damit aufs Bärenfell vor den Kamin!“

          Inkonsequent, wenn es um Permanent-Makeup geht: Mary Roos

          Durch kosmetische Behandlungen können Sie Ihre Verführungskraft zusätzlich steigern. Versichern Sie sich dazu der Dienste von Meghan Markles Masseurin Sarah Chapman, deren Hände nach Informationen der „Bunten“ mit mehr als einer Million Pfund versichert sind. Wenn Sie Manipulationen mit bleibender Wirkung erwägen, seien Sie bloß nicht so inkonsequent wie Sängerin Mary Roos. Sie gestand „Frau im Spiegel“, dass sie sich einmal die Lippen mit Permanent-Makeup habe nachziehen lassen, aber auf halber Strecke aufgehört habe, „weil ich es so schrecklich fand“.

          Nur Grünkohl und Quinoa für Prinz Harry

          Wahrscheinlich hat Frau Roos damals nach einem Blick auf ihr fieses Joker-Grinsen im Spiegel ebenso bitterlich geweint wie neulich Meghan Markle. Beim Versuch, ihren Harry für die Hochzeit vorzeigbar zu machen, hat sie es „In“ zufolge etwas übertrieben. Schon gut drei Kilo habe der Prinz abgenommen, weil seine Verlobte ihn dauernd Grünkohl und Quinoa essen lasse. Logische Folge: Harrys Laune wird von Tag zu Tag mieser. Bei einem Gedenkstättenbesuch soll er Meghans Luxus-Outfit gerügt haben, und kurz darauf sei die Getadelte in Tränen ausgebrochen.

          Mag sich auch Meghans Halbbruder durch diese Begebenheit in seiner von „Gala“ kolportierten Warnung vor einer „Fake-Märchenhochzeit“ bestätigt fühlen – wir zweifeln nicht daran, dass das hohe Paar seine Differenzen längst mit einem Versöhnungsabend aus der Welt geschafft hat. Dieses Lehrstück royaler Verführungskunst darf sich der Leser so vorstellen: Im Rittersaal von Castle of Mey, seinem „Liebesnest“ („Das Goldene Blatt„), räkelt sich Harry vor dem Kamin. Er hat nichts an außer Tennissocken und einer Bärenfellmütze. Während er Lord Byron rezitiert, vergießt Meghan Tränen der Ergriffenheit, die ihren Leoparden-Catsuit benetzen. Unter ihrem gerührten Blick löffelt Harry den letzten Rest Grünkohleintopf. Dann nascht er heimlich eine Tonkabohne. Bald darauf wird es still in Castle of Mey. Nur im kleinsten Zimmer des Schlosses brennt noch lange Licht.

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