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Herzblatt-Geschichten : Danach blieb sie stumm

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Knallhart abserviert: Kate Middleton Bild: AP

Vom Windsor verweht: Wie Prinz William knallhart mit Kate Middleton Schluss machte. Außerdem macht sich Peter Lückemeier Gedanken über grapschende Thronfolger, pupsende Hunde, ungebildete Playboy-Leser und herzlose Frauen in der Glitzerwelt.

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          Auf einem Parkplatz! An einem der banalstmöglichen Plätze dieser Welt soll eine Jahrhundertliebe beendet worden sein. Zwischen parkenden Autos nahm Kate Middleton (25) auf dem Handy den Anruf entgegen, mit dem Prinz William (24) eine Beziehung beendete, die auf dem Thron hätte gekrönt werden können. Was war da eigentlich los? Der stern kennt sich mal wieder überhaupt nicht aus, stochert gefühlsmäßig voll im Nebel, findet aber immerhin eine ganz nette Formulierung: „Ein letztes Gespräch, und sie war vom Windsor verweht.“

          Gottlob gibt es Bunte. Das Blatt hat eine jener unverzichtbaren Zeuginnen aufgetrieben, die nie ihr Plappermäulchen halten können - sogenannte Freundinnen, die über Kate und das Abschiedstelefonat wissen: „Danach blieb sie stumm. Tief verletzt erschien sie uns, ihr Herz war gebrochen.“ Hatte sie nichts ahnen können? Oh doch, der Prinz war immer öfter feiernd mit seinen Kumpels zusammengeblieben, hatte tief in Gläser und Ausschnitte geschaut. Und im Februar küsst William eine gewisse Tess, die in Bunte sagt: „Aber ohne Zunge.“ Kate ist dennoch fassungslos.

          Ein Name wie von Loriot erfunden

          Dann aber vor kurzem druckt die Sun ein sonderbares Foto. Irritierend daran ist gar nicht der Umstand, dass die rechte Hand des künftigen Königs von England den Busen einer Brasilianerin umfasst, sondern dass er dies mit bewusstem Blick in eine Kamera tut. Diese Büstenhalterei geschieht mit einer gleichsam kühlen Mechanik, sie ist auch gar nicht lustbetont, sondern irgendwie nur prollig. Es ist eines jener Fotos, für die sensiblere Naturen sich schämen würden, wenn ihre Oma sie betrachtet, aber Willies Gesichtsausdruck ist leer und mechanistisch.

          Sterile Erotik: Victoria Beckham zeigt die kalte Schulter

          Wie soll er später Kinderkliniken eröffnen und verdiente Altenpflegerinnen mit Orden auszeichnen, wenn das Volk weiß, dass er früher ein primitiver Grapscher war? Da hilft nur eines: Er muss sich veredeln durch eine neue Partnerin, engelsgleich und reinen Herzens. Möglicherweise ist das eine junge Dame mit einem Namen, den Loriot erfunden haben könnte: Isabella Anstruther-Gough-Calthorpe.

          Ein Basset-Hund im Bett

          Während Sie, Leserinnen, jetzt Ihren Mann bitten, diesen Namen drei Mal laut und fehlerfrei nachzusprechen, können Sie bitte über eine wichtige Frage nachdenken: Wären Sie die sitzengelassene Kate und Buchverlage und Magazine würden Ihnen für die Vermarktung Ihrer Geschichte 7,5 Millionen Euro anbieten, würden Sie dann Ihre Diskretion aufgeben? Tatsächlich nicht? Das ehrt Sie aber, das zeigt wahre Charakterstärke.

          Über die muss auch Prinzessin Sissy zu Bensheim und Steinfurt verfügen, geborene Schauspielertochter Böhm, denn gegenwärtig trennt sie sich von ihrem fünften Gatten. Bunte zählt auf, was sie mit jedem Einzelnen erlebte, wir aber beschränken uns auf die Wiedergabe ihrer Erfahrungen mit dem Sänger Büse: „Büse hatte nicht nur einen Basset-Hund, der im Bett schlief und pupste, sondern stand bei seinen weltweiten Auftritten nicht nur auf der Bühne seinen Mann.“ Trotz dieser und anderer nicht so tollen Sachen, die sie mit Männern erlebte, hat sie ihren Lebensoptimismus nicht verloren und sagt: „Männer sind etwas Großartiges.“

          Seltsam sterile Erotik

          Gewiss, fügen wir hinzu, aber freilich nur dann, wenn sie auch gebildet sind. Wäre der Leser aus Düren etwas schlauer, hätte er nicht den Playboy um Rat fragen müssen. Er hat auf einer Vernissage eine verheiratete Frau kennengelernt, die beiden schreiben sich seither leidenschaftliche Mails. Doch „als sie mich nun fragte, ob ich ihr Cicisbeo sein möchte, war ich ratlos. Was ist das?“ Schau mal, lieber ungebildeter Mann aus Düren, ein Cicisbeo (mit zwei Mal „tschi“ und Betonung auf dem e) war an italienischen Höfen der Begleiter und Gesellschafter der Frau, wenn deren Gatte abwesend war. Der Playboy wird noch deutlicher: „Was Ihre Bekannte Ihnen anbietet, ist unverbindlicher Sex.“

          Wir wünschen dem ungebildeten Dürener sehr viel Vergnügen und hoffen, dass sich die Dame auf die Dauer nicht als so zickig erweist wie Victoria Beckham. Die wurde auf dem Wilshire Boulevard in Los Angeles von einem freundlichen Mann angesprochen: „Entschuldigen Sie, aber: Herzlich willkommen in Amerika.“ Gott sei Dank war Revue dabei und beobachtete: „Statt eines Lächelns schenkte sie ihm einen eiskalten Blick. Und ihr Bodyguard blaffte ihn an: ,Wer hat Ihnen erlaubt, sie anzusprechen? Das ist Mrs. Beckham!'“ Die wir übrigens genauso wenig ansprechend finden wie die Mädels aus dem Playboy.

          Eine seltsam sterile Erotik scheint einem da entgegen, es sind sozusagen polierte Frauen, herzlos. Um wie viel lebhafter und interessanter sind da doch Wesen wie unsere neue bulgarische Assistentin Snejanka, hübsch, zart, voller Seele und Glut. Aber die Witze im Playboy sind ganz gut: „,Für dich zählt immer nur Fußball', zürnt die Frau. ,Du weißt ja noch nicht mal, wann wir geheiratet haben.' ,Doch, doch', entgegnet der Gatte, ,das war, als wir gegen Bremen 4:2 verloren haben.'“

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