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Herzblatt-Geschichten : Clooney im Schrank

Letizia (links) und Sofia stehen auf König Juan Carlos’ (rechts) Gehaltsliste Bild: dpa

Die spanische Königsfamilie nimmt sich die bayrische Amigo-Affäre zum Vorbild, die englische will prüder werden und die schwedische macht ein völlig langweiliges Geständnis. Die Herzblatt-Geschichten der Woche.

          Und wieder hat das royale Leben ein wenig von seinem Glanz verloren. Spaniens König Juan Carlos hat nun, wie wir Bild entnehmen, bekanntgegeben, seiner Gattin und seiner Schwiegertochter künftig ein festes Gehalt zu zahlen. Ehefrau Sofia bekommt demnach „ein Grundgehalt von 63.000 Euro im Jahr plus 69.000 Euro für Repräsentationskosten“, Letizia wiederum 49.000 sowie 53.000 Euro. Abgesehen davon, dass das komplett unromantisch klingt, stellen wir uns die Frage: Was eigentlich macht die Königsfamilie noch außer Repräsentieren? Wofür ist der Rest der Kohle? Zudem weckt die Tatsache, dass hier ein hohes Tier seine Verwandtschaft beschäftigt, ungute Erinnerungen an den Bayerischen Landtag. Wenn das nicht den nächsten Skandal gibt!

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Schlechte Nachrichten auch aus Großbritannien: Die Queen findet den Look von Prinzessin Catherine zu sexy und hat ihr laut verschiedenen Medienberichten verordnet, Röcke mit längeren Säumen und mehr Diademe zu tragen. Fehlt nur noch, dass die arme Kate demnächst Elizabeths alte Kostüme auftragen muss.

          Berufswunsch „Talkshowgast“

          Wenigstens aus Schweden gibt es Erfreuliches zu berichten: „Kronprinzessin Victoria – Hurra! Süßes Geständnis“, jubelt das Echo der Frau. Und was hat Victoria gestanden? Das hier: „Mein Vater wird noch viele Jahre Staatschef sein.“ Was das Echo der Frau so interpretiert, dass Victoria „auch zukünftig mehr Zeit für Töchterchen Estelle (2) und den weiteren Nachwuchs haben“ wird. Was daran ärgerlich ist: Der besagte Satz fiel in einem Interview, das Victoria einem Kollegen der F.A.Z. gab! Aber auf den Dreh mit dem „süßen Geständnis“ ist der nicht gekommen. Verschenkt, die Geschichte!

          Mit Brille kauft man ihm den Doktorgrad fast ab: Karl-Theodor zu Guttenberg Bilderstrecke

          Bunte entdeckt derweil erstaunliche Parallelen zwischen Victoria und – Hannelore Kraft. Beispiele? Beide treiben Sport und tanken auf bei ihrer Familie. Wirklich verblüfft aber hat uns die Feststellung, Kraft werde „gern als Angela Merkels Kronprinzessin bezeichnet“. Von wem denn das? Von der CDU sicher nicht. Ebenfalls in Bunte taucht Karl-Theodor zu Guttenberg, König der Herzen a. D., wieder auf, und zwar als Brillenträger: „Weil meine Kinder sagen, dass ich ohne Brille wahnsinnig dumm aussehe.“ Wenn aber die Diagnose der legendären „reizenden indischen Ärztin aus den USA“ nach wie vor gilt, dann sieht er auch ohne gut. Andererseits: Besser eine falsche Brille als ein falscher Doktor.

          Falsche Gefühle wittert derweil In bei der Fernsehshow „Der Bachelor“. Der „TV-Junggeselle“ nämlich suche ernsthaft „die Frau fürs Leben“, während manche Kandidatin doch tatsächlich nur an sich selbst denke. Die Jura-Studentin Ela etwa sagt: „Ja, ich kann mir eine Karriere im TV nach dem Bachelor vorstellen. Als Moderatorin oder als Gast in einer Talkshow.“ Erstaunlich, dass „Talkshowgast“ inzwischen als eigenständiges Berufsbild durchgeht. Doch Hans-Ulrich Jörges hat ja vorgemacht, dass es möglich ist.

          Selbst Clooney muss nachts raus

          Auf dem Berufsbild „Ex-Freundin“ ausruhen will sich Svenja Holtmann, die früher mit Til Schweiger zusammen war, nicht. Nach der Trennung, erzählt sie Gala, ist sie „sofort nach Kapstadt geflogen“ und hat dort „super viel gearbeitet“, nämlich unter anderem „Sportkataloge geschossen“. Was natürlich viel sympathischer ist, als dort Elefanten zu schießen, wie es Juan Carlos getan hätte. Wie viel Stück hat sie denn getroffen? Bei ihrer Model-Kollegin Lena Gercke fragen wir uns indes, ob ihre gegenüber In geäußerte Behauptung, sie sei „ja ein Zigeuner, ich wandere von A nach B“, heute noch politisch korrekt ist. Sollte es nicht „Sinto“ heißen oder „Rom“? Außerdem überrascht Gercke mit dem Bekenntnis, dass sie gern „Cro, aber auch sehr viel Hiphop“ höre. Das dürfte Cro ziemlich hart treffen: Der singende Pandabär glaubt ja, dass er ebenfalls Hiphop macht.

          Apropos politisch korrekt: Viele deutsche Darsteller seines neuen Films „Monuments Men“, erzählt George Clooney der Bunten, hätten sich bitter beklagt, dass sie wieder mal Nazis spielen müssten. Ein deutscher Schauspieler habe beim Casting gefragt, „ob er nicht einen etwas netteren, freundlichen Nazi spielen“ dürfe. Durfte er leider nicht. Würde uns aber schon brennend interessieren, welcher Schauspieler das war.

          Auch Clooney übrigens führt ein unstetes Leben. „In den vergangenen anderthalb Jahren war ich alles in allem höchstens zwei Wochen in meinem Haus in Los Angeles“, berichtet er. „Ich habe es vor einiger Zeit renovieren lassen, und nach meiner Rückkehr musste ich in der ersten Nacht aufs Klo. Ich verirrte mich und landete in einem Schrank.“ Das ist doch eine tröstliche Botschaft für uns Normalsterbliche. Nein, nicht dass der arme Mann so selten daheim ist – sondern dass auch George Clooney nachts raus muss.

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