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Herzblatt-Geschichten : Böse und gutgläubig

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Von bösen Männern, dummen Frauen, glücklichen Schauspielern, verständnisvollen Gattinnen sowie Buchhalterinnen mit nymphomanischer Grundader: die neuesten Herzblatt-Geschichten.

          3 Min.

          Leider müssen wir heute erwähnen, wie böse viele Männer und wie dumm viele Frauen sind. Das fiel uns wieder einmal auf, als wir beim Aufräumen auf eine ältere Focus-Ausgabe vom 23. Oktober 2006 stießen mit einer Geschichte über einen Online-Casanova, der im Internet mehrere Dutzend Frauen kennengelernt und - weitgehend parallel - beglückt hatte. Dies war schon böse genug, er legte aber auch noch hartherzige Kurzcharakteristika seiner Bettgefährtinnen an, etwa über „O.P. - Frankfurt, Buchhalterin mit nymphomanischer Grundader“ oder „E.F. - Versicherungskauffrau; doof, kölsch, geile Figur“.

          So viel zur Boshaftigkeit von Männern; jetzt zur leider weit verbreiteten Gutgläubigkeit von Frauen, die auf Männer hereinfallen, sofern die nur geschickt schmeicheln. Ja, fast scheint es so, als ob bei Frauen der Verstand verrutscht, überschüttet man sie mit Komplimenten, zum Beispiel: „Du schwebst wie ein Engel zur Tür herein - gleich bei deiner Ankunft wusste ich, dass du die Richtige bist.“ Der Online-Bursche brachte es sogar fertig, der einen Freundin von der anderen zu erzählen. Silvia soll die Wohnung verlassen, weil Maren sich angekündigt hat: „Ich will ihr endlich erklären, dass es dich gibt.“ Und am Abend wird Silvia per Schmeichel-SMS aufgebaut: „Habe Maren von dir erzählt - sie meint, du musst etwas ganz Besonderes sein.“

          Du bist zu hübsch

          Ähnlich einfältig ließ sich die Gattin des HSV-Bundesligaspielers Mehdi Mahdavikia ins Bockshorn jagen. Der Bigamist sorgte dafür, weiß Bunte, dass seine Gattin Nummer zwei nie mit ins Stadion kam. Dort saß nämlich schon Gattin Nummer eins. Seiner Zweitfrau aber hatte er gesagt: „Du bist zu hübsch. Ich will dich nicht mit anderen teilen.“ Nein, so ungern wir vor unseren eigenen Geschlechtsgenossen warnen, so raten wir den Frauen doch eindringlich, Schmeicheleien zu misstrauen. Übrigens auch Höflichkeitsbezeugungen. Denn Sie wissen ja längst: Wenn ein Mann einer Frau die Autotür aufhält, hat er entweder eine neue Frau oder einen neuen Wagen.

          Ausnahmen bestätigen freilich die Regel. Männer wie der amerikanische Erfolgsschauspieler Will Smith definieren den Begriff „Glück“ in Bild als kategorischen Enthaltsamkeitsimperativ: „Wenn du so handelst, dass du dich respektierst. Du wirst unglücklich, wenn du falsche Dinge tust - mit anderen Frauen schlafen. Vielleicht macht es kurzfristig Spaß, aber langfristig unglücklich.“

          Mindestmaß an Verständnis

          Na prima, und falls die Männer doch mal zur Seite springen, können sie meist ja auf ein Mindestmaß an Verständnis treffen. „Zwei Frauen, die verzeihen können“, überschreibt Frau im Spiegel das mustergültige Verhalten von Kylie Minogue und Nicole Kidman. Gerade bei Nicole, die ja so unendlich brav und auf engelsgleiche Weise unschuldig wirkt, fragt man sich ja, warum sie sich unter Millionen Männern ausgerechnet diesen Keith Urban aussuchen musste, der nicht nur Stress mit Drogen und Alkohol hat, sondern jetzt auch noch mit einer Dreiundzwanzigjährigen herumgemacht haben soll: „Sie küssten sich 20 Minuten lang ununterbrochen“, hat Revue mitgezählt, doch Nicole hält dennoch zu ihm.

          Jetzt aber schnell mal eine, äh, Frage an dich, Edmund, äh, Stoiber. Du kriegst ja derzeit ordentlich Druck von dieser recht attraktiven, äh, Landrätin aus Fürth und wirst von Revue mit den Worten zitiert: „Haltet mir diese (der Begriff ist hier nicht druckbar) vom Leib.“ Jetzt würden wir gern von dir, Edmund, äh, Stoiber (74), wissen, wie dieser Begriff konkret hieß und ob du ihn ohne deine sonst üblichen Wortfindungsschwierigkeiten aussprechen konntest. Willst du echt nicht verraten? Na, dann wenigstens den Anfangsbuchstaben? Denk noch mal drüber nach, bitte, Edmund, äh, Stoiber (74), wir reichen unterdessen an unsere Leser zwei Bemerkungen über Frauen weiter, die von Schauspielern stammen. Peter Sattmann (59) sagt in Echo der Frau: „Frauen brauche ich nur noch zum Feiern. Den Alltag kriege ich alleine besser hin.“ Und Sascha Hehn (52) ergänzt in Revue: „Mit 25 lassen Frauen einem noch die Freiheit zu leben. Mit 35 lassen sie einen nicht mehr los.“

          Alle Härchen nach oben

          Da kann was dran sein. Und vielleicht möchtest du, Udo Jürgens, das auch bestätigen. Du wirst, schreibt Das Neue Blatt, von einer enttäuschten Geliebten (Mitte 30, Schweizerin) verfolgt. Die Dame notierte, wie alles begann: „Wie zufällig streicht er über meinen Arm, dass sich sogleich alle Härchen nach oben richten.“

          Keine schlechte Strategie. Man muss sich aber seiner Wirkung sehr sicher sein, wenn man einer Frau wie zufällig über den Arm streichelt. Zieht sie ihn befremdet zurück, kann die Situation schnell etwas Peinliches annehmen. Wir werden mal Ausschau halten und es bei einer gewissen O.P. hier bei uns in Frankfurt versuchen. Müsste ja zu finden sein. So viele Buchhalterinnen mit nymphomanischer Grundader wird es ja hier nicht geben.

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